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Bernhard Schütz empfiehlt Clara Grunwald

Bernhard Schütz empfiehlt Clara Grunwald

Auf meinem Nachttisch

Bernhard Schütz empfiehlt Clara Grunwald

Bernhard Schütz war schon Gerhard Schröder und Helmut Schmidt – neben vielen anderen Rollen mehr. Der Schauspieler lebt in Brandenburg. Auf seinem Nachttisch liegen die Briefe der Clara Grunwald 1941 bis 1943: "Und doch gefällt mir das Leben."

"Die Briefe beschreiben den Lageralltag, in dem Clara Grunwald ihre humanistischen Grundsätze nicht aufgegeben hat, obwohl ihr von der SS damals verboten wurde, irgendwelche Lehrmittel zu benutzen - also Schreiben, Bücher und so weiter. Deshalb hat sie sich darauf verlegt, den sokratischen Weg zu gehen, mit Kindern durch die Natur zu gehen, und sie zu Fragen zu animieren, auf die sie dann länger antworten konnte - also eine andere Form des Unterrichtens und Lehrens und Lernens zu finden und sich nicht von den Umständen einschüchtern zu lassen.

Clara Grunwalds Interesse war immer, das Größte aus dem anderen herauszuholen und das sichtbar zu machen und ihn nicht zu reduzieren, zu markieren, ihn kleinzmachen, sondern ihn immer aufzufordern zu leben, zu lernen und seine Seele zu entwickeln. Und das erfährt man in diesen Briefen, und deshalb empfehle ich dieses Buch so sehr.

Da ich selber in Brandenburg lebe, ist für mich wichtig, wie jemand trotz der zunehmenden gewalttätigen Haltung in der Gesellschaft seinen Humanismus und seinen Pazifismus behält. Für mich hat sie etwas von Gandhi: Einem gewaltlosen sich Positionieren gegenüber einer immer gewalttätigeren Gesellschaft."

Aufgezeichnet von Sabine Fringes

Bernhard Schütz empfiehlt Clara Grunwald

WDR 5 Bücher - Auf meinem Nachttisch | 06.10.2018 | 02:51 Min.

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Literaturangaben:
Clara Grunwald: Und doch gefällt mir das Leben. Die Briefe der Clara Grunwald 1941 bis 1943
Herausgegeben von Egon Larsen
Hentrich & Hentrich, 96 Seiten, 9,90 Euro

Stand: 05.10.2018, 16:43