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"Haus" von Tali Okavi

Buchcover: "Was es bedeuten soll. Neue hebräische Dichtung in Deutschland"

Aktuelle Lyrik

"Haus" von Tali Okavi

Es gibt in Deutschland wieder eine junge Generation von israelischen Einwanderinnen und Einwanderern. Unter ihnen sind Dichter und Dichterinnen, die auf hebräisch schreiben. Jetzt kann man sie auf Deutsch lesen. Es lohnt sich.

Insgesamt 13 junge israelische Lyrikerinnen und Lyriker stellt der Kölner Verlag parasitenpresse in seiner neuesten Anthologie "Was es bedeuten soll. Neue hebräische Dichtung in Deutschland" vor. Die hier versammelten Gedichte sind zum größten Teil bisher unveröffentlicht, und es ist ein großes Verdienst der Herausgeber und Übersetzer Gundula Schiffer und Adrian Kasnitz, dass wir sie jetzt kennenlernen dürfen.

Die Nazi-Barbarei hat jüdische Dichterinnen und Dichter bis auf wenige Ausnahmen ausgerottet oder sie wurden aus Deutschland vertrieben. Wer jemals das Buch von Bernt Engelmann "Deutschland ohne Juden: Eine Bilanz" gelesen hat, weiß, welch unfassbarer kultureller Verlust mit dem Holocaust einherging. Die Liste der jüdischen Schriftstellerinnen und Schriftsteller ist unendlich lang, und die deutsche Literaturgeschichte wäre ohne Juden ziemlich kurz.

In "Was es bedeuten soll. Neue hebräische Dichtung in Deutschland" hören wir jetzt Stimmen, die diesem Land gefehlt haben. 13 Dichterinnen und Dichter schreiben über Liebe, "Wortflocken", deutsche Exilanten, persönliche Krisen und über "Das Ahnen der Vögel".

Viele Juwelen gibt es zu entdecken, fein gewebte Gedichte sind sie allesamt und inhaltlich sowie formal modern im besten Sinne des Wortes. Lyrik kann Einblicke in andere Welten herstellen, und dieses großartige Buch mit wundervollen Gedichten bietet dazu eine sehr gute Gelegenheit. Also, nix wie ran! Lernen wir die neuen Brüder und Schwestern aus Israel kennen!

Eine Rezension von Matthias Ehlers

Literaturangaben:
Was es bedeuten soll. Neue hebräische Dichtung in Deutschland
Herausgegeben und aus dem Hebräischen übersetzt von Gundula Schiffer und Adrian Kasnitz
Mit Texten von Ronen Altman Kaydar, Yael Dean Ben-Ivri, Tomer Dotan-Dreyfus, Asaf Dvori, Yemima Hadad, Zahava Khalfa, Admiel Kosman, Maya Kuperman, Tali Okavi, Loulou Omer, Gundula Schiffer, Mati Shemoelof und Michal Zamir
Parasitenpresse, 136 Seiten, 15 Euro

Veranstaltungshinweis:
Das Buch wird am 11. Februar 2020 im Literaturklub Köln vorgestellt. Mit Asaf Dvori, Maya Kupermann, Gundula Schiffer und Adrian Kasnitz.
Ort: theater die wohngemeinschaft, Richard- Wagner- Straße 39, 50674 Köln

Stand: 07.02.2020, 13:27