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"Drachenspiel" von Georg Langenhorst

Buchcover: "Die Bienen halten die Uhren auf" herausgegeben von Anton G. Leitner

Aktuelle Lyrik

"Drachenspiel" von Georg Langenhorst

Blitz trifft Elster, Laubsein trifft Honighärte, und Gebirgsbach trifft die Mühen der Ebenen. Wo das passiert? In einer flammneuen Anthologie mit Naturgedichten.

Diese Gedichtsammlung trägt den geheimnisvollen Titel "Die Bienen halten die Uhren auf" (nicht die "Ohren", wie der Rezensent beim ersten schnellen Überfliegen las) und wurde herausgegeben von Anton G. Leitner, seines Zeichens Dichter und Verleger. Diesmal hat Herr Leitner über 100 Autorinnen und Autoren zum Thema versammelt, die man alle als mehr oder weniger zeitgenössisch bezeichnen kann.

Naturdichtung hat mit erlebter Natur und Gefühlen zu tun. Insofern ein sehr deutsches Thema, das schon jahrhundertelang von großen deutschen Dichtern und auch Dichterinnen bedient wird. Dass die Epoche der Romantik da von zentraler Bedeutung war, ist nicht verwunderlich. Insofern befinden sich die Dichterinnen und Dichter dieser Anthologie in der besten Tradition von Joseph von Eichendorff, Bettina von Arnim und Clemens Brentano.

Und worüber schreibt die Gilde der Dichtkunst heuzutage, wenn‘s um die Natur geht? Über Katzen, "Smart City", Panoramafenster, "traubige Luft", Artenschutz und "braun gestrichene Äcker". Das alles ist natürlich politisch korrekt, nachhaltig und trotzdem hier und da mit Humor geschrieben. Wer Naturlyrik aus heutiger Perspektive lesen will, liegt mit "Die Bienen halten die Uhren auf" goldrichtig.

Eine Rezension von Matthias Ehlers

Literaturangaben:
Anton G. Leitner (Hrsg.): Die Bienen halten die Uhren auf. Naturgedichte
Reclam Verlag ,158 Seiten, 12 Euro

Stand: 06.11.2020, 14:45