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"Dieses Gedicht musst Du erst finden" von Christina Zeller

Zeitschriftcover: DAS GEDICHT Bd. 27 - Dichter an die Natur herausgegeben von Christoph Leisten und Anton G. Leitner

Aktuelle Lyrik

"Dieses Gedicht musst Du erst finden" von Christina Zeller

Die Lyrik hat sich mal wieder an die Natur rangemacht. Das Ergebnis liegt in Form der Sammlung "Dichter an die Natur" vor und ist eine poetische Annäherung an natürliche Lebensräume in allen Aggregatzuständen.

200 Gedichte von fast so vielen namhaften zeitgenössischen Autorinnen und Autoren umfasst Band 27 der Zeitschrift DAS GEDICHT; darin geht es um Flora und Fauna und vieles mehr, was natürlich existiert. Herausgeber Christoph Leisten und Anton G. Leitner hatten aufgerufen, sich der Natur zu widmen. Und so schwärmten Dichterinnen und Dichter aus oder schwärmten alleine zu Haus wie zum Beispiel "Der Nachbar mit dem Nietzschebart" von Hartmut Krausser, der bei Kraussers zu Besuch kommt und vom blutsaugenden Iltis erzählt.

Naturlyrik setzt also nicht zwingend den Außenaufenthalt voraus, aber die absolut meisten Gedichte dieser Anthologie liegen natürlich im Freien rum. Hier treffen wir mit Mikael Vogel den "Boninreiher" und betrachten mit Christoph Wenzel den "Blümchen-BH auf dem Wäscheständer". Joachim Sartorius betreibt die "Inventur des Vulkans", und Sylvia von Keyserling sorgt sich, "wie atmen, wenn die Bäume fallen". Ein "Gedicht gegen Naturdokumentationen" hat Phillip Saß für diesen Band verfasst, und Anja Tuckermann hat die Sonne beobachtet, die hinter den Bergen aufgeht.

Wer alle 200 Gedichte dieser Anthologie lesen möchte, sollte das schleunigst tun, solange die Natur noch da ist. "Dichter an die Natur" ist ein wunderbares Werk, das ganz dicht an der Natur ist. Dichter geht‘s nicht.

Eine Rezension von Matthias Ehlers

Literaturangaben:
Christoph Leisten, Anton G. Leitner (Hrsg.): DAS GEDICHT Bd. 27 - Dichter an die Natur
Anton G. Leitner Verlag, 192 Seiten, 15 Euro

Stand: 17.01.2020, 14:36