"Die Labradorente" von Mikael Vogel

Buchcover: "Dodos auf der Flucht" von Mikael Vogel

Aktuelle Lyrik - Ein Gedicht

"Die Labradorente" von Mikael Vogel

Frisch auf dem Tisch, sozusagen eingefangen: "Dodos auf der Flucht", das neueste Lyrikwerk von Mikael Vogel. Ein Dichter liest die Totenmesse für eine lange Reihe ausgestorbener Tiere.

Um ehrlich zu sein: Als der Rezensent das Buch durchblätterte und auf solch schöne Namen wie Quagga, Dodo, Lachkauz, Elfenbeinspecht, Hokkaido-Wolf und Warrah stieß, war er der festen Ansicht, hier kommen verdichtete Phantasietiere.

"Schlecht aufgepasst, nix dazugelernt in Biologie, keine Ahnung von der Fauna vergangener Tage sowie von Ackerbau und Viehzucht", hörte er da schon den verantwortlichen Redakteur raunen, weil natürlich sonst jeder das Quagga kennt oder den Dodo, mindestens, wenn nicht auch noch den Warrah.

Aber bei der Labradorente war klar, dass hier echte Tiere von Mikael Vogel poetisch zu Grabe getragen werden, Tiere, die schon seit einiger Zeit der Welt abhanden gekommen sind.

Auf 252 Seiten entfaltet Mikael Vogel in "Dodos auf der Flucht" einen wunderbaren Atlas der ausgestorbenen Arten, die er in kurzer Form poetisierend beschreibt und versehen mit wissenschaftlichen Informationen dem Leser vorsetzt.

Mit exzellenten Illustrationen von Brian R. Williams ist so ein Buch entstanden, das belehrt, amüsiert und wahrheitsgetreu beschreibt. Wer schon lange darüber nachdenkt, was eigentlich aus dem Quagga, dem nicht zu Ende mit Streifen bemalten Zebra, geworden ist, oder wo der große flugunfähige Vogel, das Dodo (how I miss the dodo...) geblieben ist, wird in diesem Buch von Mikael Vogel in jedem Fall fündig.

Eine Rezension von Matthias Ehlers

Literaturangaben:
Mikael Vogel: Dodos auf der Flucht. Requiem für ein verlorenes Bestiarium. Gedichte
Mit Illustrationen von Brian R. Williams
Verlagshaus Berlin, 252 Seiten, 15.90 Euro

Stand: 01.03.2018, 12:58