Schutz der Mangroven im Gangesdelta

Schutz der Mangroven im Gangesdelta

Mangroven sind im Mündungsdelta des Ganges ein unverzichtbarer Schutz vor Sturmfluten. Wo sie fehlen, sind die Folgen katastrophal und sie wieder aufzuforsten, ist eine wichtige Aufgabe. Wie das gelingen kann, hat sich Katharina Nickoleit angesehen.

Zwei Männer auf einem Fischerboot im Gangesdelta

Kurz bevor er den Golf von Bengalen erreicht, teilt sich der Ganges in unzählige Flüsse und Kanäle, die Sundarbans, auf. Die Inseln des Gangesdeltas liegen auf Meereshöhe und sind durch den Klimawandel bedroht. 

Kurz bevor er den Golf von Bengalen erreicht, teilt sich der Ganges in unzählige Flüsse und Kanäle, die Sundarbans, auf. Die Inseln des Gangesdeltas liegen auf Meereshöhe und sind durch den Klimawandel bedroht. 

Das Gangesdelta ist sehr fragiles Ökosystem. Ein Teil davon wurden zum UNESCO-Weltnaturerbe erklärt. Hier leben Flussdelfine, Krokodile, Hirsche und natürlich jede Menge Wasservögel.

Die Sundarbans sind zudem das größte Rückzugsgebiet des bengalischen Tigers, der sich in dieser Region auch auf die Jagd auf Menschen spezialisiert hat. Die Bewohner verehren und fürchten ihn zugleich.

Boote sind im Gangesdelta das einzige Verkehrsmittel, denn die Inseln der Sundarbans sind nur mit Booten zu erreichen. Der Verkehrsplan richtet sich nach den Gezeiten.

Die bewohnten Inseln der Sundarbans sind von Dämmen umgeben. Bei Flut liegen sie unterhalb der Wasseroberfläche. Wenn die Dämme bei Sturmfluten brechen, werden die Hütten zerstört und die Felder versalzen.

Die Menschen in den Sundarbans leben fast ausschließlich von dem, was die Natur ihnen gibt. Obwohl sie mit ihrer einfachen Lebensweise kaum zur Klimaerwärmung beitragen, sind sie am meisten von ihr betroffen.

Rund fünf Millionen Menschen leben auf den Inseln der Sundarbans. Weil immer mehr Land durch zunehmende Stürme und steigendes Wasser verloren geht, müssen sie enger zusammenrücken oder wegziehen.

Der Tidenhub ist in den Sundarbans gewaltig. Bei Ebbe fällt das Wasser um bis zu sechs Meter und gibt die Wurzeln der Mangroven frei.

Die Mangroven sind ein unersetzlicher Schutz für die Inseln. Die Wurzeln schützen das Land vor Erosion und die Baumkronen halten den Wind ab. Doch um Feuer- und Bauholz zu gewinnen, wurden viele Bäume abgeholzt.

Inzwischen ist das Abholzen der Mangroven bei hoher Strafe verboten. Deshalb muss Bambusholz aus weit entfernten Landesteilen in die Sundarbans gebracht werden.

Eine Frauengruppe hat mit Hilfe des Global Nature Fund eine Baumschule gegründet, in der sie Mangrovensetzlinge zur Wiederaufforstung zieht. Das schützt in Zukunft nicht nur die Inseln, sondern verschafft den Frauen auch ein kleines Einkommen.

Die Bewohner der  Sundarbans leben vor allem vom Fischfang. Auch deshalb sind sie auf die Mangroven angewiesen, denn zwischen ihren Wurzeln wachsen die Fischlarven geschützt vor Raubfischen und Strömung auf.

Bei Ebbe fangen die Anwohner Krabben, die sich zwischen den Mangrovenwurzeln verstecken. Obwohl sie in den Städten als Delikatesse geschätzt werden, verdienen die Fischer nicht viel damit.

Damit sie lange frisch bleiben, werden die gefangenen Krabben gefesselt und lebendig auf dem Markt verkauft. Es erfordert einiges Geschick, um dabei nicht gezwickt zu werden.

In den Sundarbans wird besonders offensichtlich, wie sehr der Mensch von einer intakten Natur abhängig ist – und wie gefährdet sie ist.
Autorin des Features: Katharina Nickoleit, Bilder: Christian Nusch

Stand: 28.06.2019, 11:10 Uhr