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Sterne und Halbmonde - Weihnachtsplätzchen im Test

Verschiedene Weihnachtsplätzchen

Sterne und Halbmonde - Weihnachtsplätzchen im Test

Advent, Advent, der Ofen brennt – zumindest das Lämpchen, das signalisiert: Hier wird gebacken! In vielen Haushalten ist das in diesen Tagen so. Aber notfalls kann man Plätzchen auch kaufen. Nur: Schmecken die überhaupt?

Unsere Cheftesterin Sigrid Müller hat’s ausprobiert – gemeinsam mit ihrem Experten-Team hat sie sich durch ein Dutzend Fertig-Kekse geknuspert (den Ehrentitel "Plätzchen" erhalten bei ihr nur selbst gebackene Leckerchen). Um die Vergleichbarkeit zu gewährleisten, kamen ausschließlich Zimtsterne und Vanillekipferl auf den Teller. Geholfen hat diese Übersichtlichkeit nicht – im Grunde lautet das Fazit: Supermarktware läßt durchaus Wünsche offen. (Die Zimtsterne sind kollektiv in Ungnade gefallen, bei den Vanillekipferln war das höchste der Gefühle "Befriedigend".) Was also tun?

Helmut Gote hat zwei Empfehlungen. Die schnellere, aber teurere: Weihnachtsplätzchen in der Konditorei oder beim guten Handwerksbäcker kaufen. Auch da ist Genuss nicht garantiert, aber die Chancen stehen zumindest ganz ordentlich. Der Königsweg ist – wie seit Jahr und Tag – Selbermachen. Rezepte und Tipps gibt es bei "Alles in Butter".

Redaktion: Verena Cappell

Schmecken die? Weihnachtsplätzchen im Test

WDR 5 Alles in Butter | 01.12.2018 | 45:44 Min.

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Kein wirkliches Naschvergnügen: Vanillekipferl und Zimtsterne im Test

Was gehört in der Vorweihnachtszeit auf jeden Fall in die Keksdose? Vanillekipferl und Zimtsterne. Wer Vanillekipferl schon einmal selbst gebacken hat, weiß: Dieses Gebäck so richtig gut hinzukriegen, ist eine wirkliche Herausforderung. Ein bisschen zu lang in der Backröhre gelassen und schon ist der Teig zu trocken und zerbröselt. Bei Zimtsternen ist es nicht viel besser, auch hier braucht man Fingerspitzengefühl, damit der Teig am Ende nicht trocken und zäh wird. Ganz zu schweigen vom Baiser, den optisch ansprechend auf den Stern zu bekommen ist eine wahre Kunst. Wer auf solche nervenaufreibende Backexperimente keine Lust hat, geht heutzutage einfach in den Supermarkt und kauft sich das Weihnachtsgebäck für die heimische Keksdose. Doch wie schmeckt diese industriell gefertigte Massenware?

Der Test

In unserem Test haben wir sieben Zimtsternprodukte und fünfmal Vanillekipferl- gebäck probieren lassen. Alle drei Tester waren Experten in Sachen Weihnachtsplätzchen. Allen voran Erika Nuss vom Netzwerk Haushalt, sie füllt die Keksdosen für die Familie jedes Jahr mit Selbstgebackenem. Auch für Lea Leimann ist das Ehrensache als Konditorin und Mitglied von Slow food. Dritter in der Runde war Rüdiger Lobitz, Ernährungsexperte und ebenfalls Weihnachtskeksfan.

Zimtsterne enttäuschen

Es gab keine weihnachtliche Begeisterung in der Probierrunde. Alle sieben Zimtsternprodukte sind nichts für die Keksdose, so das Urteil der Tester. Für alle Proben gab es nur ein ausreichend. Nach Meinung der Tester war das industriell hergestellte  Weihnachtsgebäck zu süß, hatte kaum Zimtgeschmack und war oft zu trocken. Am wenigsten schmeckten die Bio-Zimtsterne von Alnavit, mit 3,56 € das teuerste Weihnachtsgebäck in unserem Test.     

Vanillekipferl besser als erwartet

Nach der Enttäuschung bei den Zimtsternen gab es bei den Vanillekipferl dann doch noch zwei Lichtblicke. Die Biodinkel-Kipferl von Linea fanden die Tester recht lecker, sie schmeckten nussig, waren schön mürbe und bekamen ein befriedigend. Ebenfalls befriedigend schnitten die Favorina Kipferl von Lidl ab. Allerdings gab es hier bei der  Probierrunde auch einen Ausreißer. Die Vanillekipferl vom Rewe schmeckten den Testern überhaupt nicht, bemängelt wurde vor allem ihr "leicht ranziger" Geruch.   

Generelle Kritik gab es am mangelnden Vanillearoma. In unseren Kipferlproben steckten zwar erfreulicherweise keine künstlichen Vanillearomen, dafür gab es die  Vanillezutat offensichtlich nur in homöopathischen Dosen. Sie stand bei allen Produkten sehr weit hinten in den Zutatenlisten.

Cumarin im Zimt?

Vor einigen Jahren fielen bei Lebensmittelkontrollen Zimtsterne mit sehr hohen Cumaringehalten auf. Cumarin ist ein natürlicher Aromastoff, der für den Zimtgeschmack sorgt. In größeren Mengen kann Cumarin die Leber schädigen. Es gibt zwei Arten von Zimt. Einmal den Ceylon-Zimt aus Sri-Lanka und Madagaskar, er ist verhältnismäßig teuer, hat wenig Cumarin, daher ist er auch mild im Geschmack. Die andere Sorte ist Cassia-Zimt, er hat von Natur aus einen deutlich höheren Cumaringehalt und deshalb auch ein stärkeres Zimtaroma. Cassia-Zimt ist preiswert, kommt vor allem aus Indonesien und wird in den meisten industriell hergestellten Backwaren eingesetzt. Experten geben inzwischen Entwarnung, unter anderem weil die Rezepturen der Backwarenhersteller umgestellt wurden. Bei Kleinkindern sollte man trotzdem weiterhin vorsichtig sein, sie sollten nicht zu viele Zimtsterne naschen.

Zimt kaufen

Wer jetzt vor Weihnachten selbst backen will und kleinere Kinder hat, für den ist Ceylon-Zimt empfehlenswert. Beim gemahlenen Gewürz ist die Zimtsorte allerdings selten gekennzeichnet, das ist nicht vorgeschrieben. Bei Zimtstangen kann man die zwei Sorten gut erkennen. Ceylon-Zimt hat dünne gerollte Rindenschichten, etwa so wie bei einer Zigarre. Cassia-Zimtstangen bestehen aus einem einzigen dicken gerollten Rindenstück. Tipp: In den Bioladen gehen, da sind die Zimtsorten meistens gekennzeichnet oder es werden wenigstens die Herkunftsländer angegeben. 

  





Weihnachtsplätzchen-Rezepte - von Helmut Gote



Zimtsterne

Zutaten für zwei Backbleche, 80 Stück

  • 400g gemahlene Mandeln
  • 3 Eiweiße
  • 1 Teelöffel Zitronensaft
  • 180g Zucker
  • 2 Päckchen Bourbon-Vanillezucker
  • 2 Teelöffel Ceylon-Zimt
  • ½ Teelöffel Salz

Zubereitung:

Die Mandeln mit dem Zimt, dem Vanille Zucker und dem Salz vermischen. Die Eiweiße mit dem Zitronensaft halbsteif schlagen, dann den Zucker während des weiteren Schlagens nach und nach einrieseln lassen und so lange weiter schlagen bis die Eiweiße zu steifem Schnee geschlagen sind. Etwa sechs gehäufte Esslöffel vom Schnee abnehmen und in den Kühlschrank stellen. Die Mandelmischung unter den Schnee heben und die Masse im Kühlschrank zwei Stunden lang fest werden lassen. Nun den Teig zwischen zwei großen Bögen Backpapier möglichst gleichmäßig etwa einen halben Zentimeter dick ausrollen und mit einem Förmchen möglichst viele Sterne ausstechen. Teigreste wieder verkneten und noch einmal wie gehabt ausrollen. Den Backofen auf 150 Grad vorheizen

Zwei Backbleche mit Backpapier auslegen und die Zimtsterne darauf verteilen, dann mit dem restlichen Eischnee bestreichen. Ein Backblech in den Ofen schieben, die Temperatur sofort auf 100 Grad herunter stellen und die Zimtsterne 90 Minuten im Ofen lassen. Mit dem zweiten Blech genauso vorgehen. Zimtsterne in einer luftdichten Dose aufbewahren.





Heidesand

Zutaten (für etwa 50 Stück):

250g Mehl, Type 550

100g Butter

100g gesalzene Butter

1 Päckchen Bio-Vanillepudding-Pulver

100g Roh-Rohrzucker

1 Teelöffel Backpulver

Zubereitung:

Die noch kühlschrank-kalte Butter kleine Würfeln und 15 Minuten  in der Rührschüssel stehen lassen. Mehl, Puddingpulver und Backpulver vermischen. Butter mit dem Rohrzucker schaumig schlagen, dann die Mehlmischung einkneten.
Den Teig in zwei Portionen teilen und jeweils zu zwei Rollen von 3-4 cm Durchmesser formen. In Frischhaltefolie einwickeln und im Kühlschrank fest werden lassen.
Den Backofen auf 160 Grad vorheizen. Etwa einen Zentimeter dicke Scheiben von den Teigrollen abschneiden und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech verteilen.
Etwa 20 Minuten hell braun backen. Plätzchen auf einem Kuchengitter auskühlen lassen und in luftdichten Dosen aufbewahren.




Bratäpfel mit Dominostein-Füllung

Zutaten für 4 Bratäpfel:

  • 4 mittelgroße Boskop oder  Cox Orange
  • 8 – 10 Dominosteine
  • 3 bis 4 Marzipankartoffeln
  • Butter

Zubereitung:

Für die Zutaten dieser auf den ersten Blick etwas kuriosen Bratäpfel müssen Sie einfach nur in den gefüllten Adventsteller greifen - da liegen normalerweise ja immer Dominosteine, Marzipankartoffeln und Äpfel drin, jedenfalls war das in meiner Familie früher immer so. Schon die Vorbereitung der Bratäpfel macht viel Spaß, wenn Kinder dabei sind brauchen Sie allerdings mehr als die angegeben Menge, weil das schließlich nicht ohne gleichzeitiges Probieren geht.
Die Äpfel waschen und mit einem Ausstecher das Kerngehäuse möglichst vollständig ausstechen. Dann schneiden Sie das Loch oben zu einer etwas größeren Öffnung aus, so dass sie in etwa einem flachen Krater ähnelt.
Die Marzipankugeln zu kleinen Stopfen formen und unten in das ausgestochene Loch  einpassen, so dass es den Apfel unten abdichtet. Die Dominosteine zerschneiden und soviel davon in die Öffnung der Äpfel drücken, dass sie gleichmäßig bis oben gefüllt sind. Zum Schluss eine Scheibe kalte Butter auf die Füllung legen
Die Äpfel in eine Auflaufform setzen und im vorgeheizten Backofen bei 180 Grad etwa dreißig Minuten lang backen. Wann sie fertig sind, hängt von der persönlichen Vorliebe ab: ich finde sie am besten, wenn die Schale gerade aufgeplatzt ist – das dauert meist 10 Minuten länger, weich sind sie aber schon vorher.

  

Stand: 30.11.2018, 14:44