Toastbrot im Test

Ein Stückchen Butter schmilzt auf einer Toastscheibe.

Toastbrot im Test

Toast ist das wahrscheinlich einzige Brot, das man rösten muss, um es genießbar zu machen. Aber ist Toast gleich Toast? Mitnichten! "Alles in Butter" macht den Toast-Test.

Hat der Toast dem Hungrigen eigentlich etwas mitzuteilen? Oder ist er einfach nur da und verhilft seinem Belag zur richtigen Entfaltung? Unsere Cheftesterin Sigrid Müller hat mit ihrem Team strengstens "hingeschmeckt". Nach dem Vergleich von neun Sorten Buttertoast stand fest: Nicht alle Toasts sind gleich. Manche bekamen sogar ein "mangelhaft", andere waren immerhin "okay" für die Tester. "Toll" war keiner - insofern ist wohl doch gut, dass es den Belag gibt. Es sei denn, gibt Genussexperte Helmut Gote zu bedenken, man macht den Toast selbst. "Das geht?", wundert sich Moderatorin Elif Senel und erfährt von einem stundenlangen Zubereitungsweg. Da steht die Frage im Raum, ob sich der Aufwand lohnt. Am Ende wird gestaunt, geknuspert - und dann auch verraten, wie bei Helmut Gote Toast Hawaii schmeckt - Croque Monsieur und Holländischer Toasti ...

Am Schluss bleibt noch Zeit für das "Rezept des Monats". Dieses Mal eine doppelt unerwartete Kreation: Panierter Spargel! Mit Bozner Sauce!

Redaktion: Verena Cappell & Heiko Hillebrand

Toastbrot im Test

WDR 5 Alles in Butter 08.06.2019 43:23 Min. WDR 5

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Fade und trocken: Toastbrot im Test

Schon im Mittelalter wurde in europäischen Küchen Brot geröstet. Man hielt Brotscheiben übers Feuer, um sie knusprig und länger haltbar zu machen. Das Weizentoastbrot, so wie wir es heute kennen, begann seinen Siegeszug in Deutschland dann in den 1950er Jahren und kam zusammen mit dem Toastgerät als Neuheit aus Amerika. Höhepunkt dieser Erfolgsgeschichte war der berühmte Toast Hawaii. Mit Schinken, Ananas und Käse belegt brachte er einen Hauch von Exotik in die deutschen Küchen. Ob süß zum Frühstück oder herzhaft überbacken am Abend - auch heute noch ist der Toast eine der beliebtesten Brotsorten bei uns.

Der Test 

Neun Buttertoastbrote standen in der Kostprobe bereit, mit dabei zwei Biomarken. Von jedem Testprodukt lag bei der Blindverkostung eine ungetoastete Scheibe und eine getoastete Scheibe auf dem Teller. Probiert hat als Brotprofi Bäckermeister Michael Schiffer aus Erftstadt. Außerdem in der Runde: Erika Nuss vom Netzwerk Haushalt und Silvestra Schmeck von Slow food, einem Verein, der sich für qualitätvolles Essen einsetzt.    

Die meisten Toastbrote zu fade und zu trocken 

Guter Buttertoast sollte eine gleichmäßige Krume haben und ungetoastet leicht elastisch und etwas feucht sein, so das Urteil der Experten. Er sollte außerdem fein nach Weißbrot riechen und ein leichtes Butteraroma haben. Nach dem Rösten ist ein guter Toast knusprig und nicht trocken. Nur zwei Toastbrote kamen bei der Kostprobe diesem Ideal recht nah, sie bekamen ein "befriedigend" (Ja! Buttertoast/Rewe, Bio-Buttertoast/ Alnatura). Am Rest hatten die Tester einiges auszusetzen. Fünf Toastbrote waren nur "ausreichend", an ihnen bemängelten die Tester unter anderem den zu faden Geschmack, eine zu grobporige Krume und einen zu säuerlichen Geruch. Zwei Buttertoasts fielen mit "mangelhaft" durch, das war einmal der G-Bio-Buttertoast von Basic und der Kronengold Toast von der Firma Kronenbrot, dieses Brot kam auf den letzten Platz. Die Tester bemängelten einen faden muffigen Geschmack und die zu trockene Krume. 

Preis keine Orientierung beim Kauf

Bei den Testprodukten gab es große Preisunterschiede. Das teuerste Toastbrot kostete 3,18 Euro pro 500 Gramm, die preiswerten Marken lagen bei 69 Cent für diese Menge, zu diesem Preissegment gehörte auch der Testsieger.  

Toastbrot einfrieren

In der ungeöffneten Verpackung ist Toastbrot rund zwei bis drei Wochen haltbar, das erreichen die Hersteller mittlerweile ohne den Zusatz von Konservierungsstoffen. Stattdessen wird das geschnittene Brot in der Tüte haltbar gemacht, indem es auf rund 70 Grad erhitzt wird. Ist die Verpackung offen, verdirbt Toastbrot allerdings relativ schnell. Deshalb der Tipp: Toastbrot in einen Tiefkühlbeutel packen, einfrieren und die Scheiben nach Bedarf direkt in den Toaster stecken; dann werden sie kross und der Geschmack leidet kaum.

Toast-Rezepte von Helmut Gote

Toast Hawaii

Zutaten für 4 Personen:

  • 4 Scheiben Toast
  • 4 Scheiben gekochter Schinken
  • 4 Scheiben Allgäuer oder Schweizer Emmentaler
  • 1 frische reife Ananas
  • evtl. Cocktailkirschen

Zubereitung:

Auch heute noch hat dieses kulinarische Symbol der Weideraufbaujahre seinen Reiz. Aber lassen Sie mal die Dose weg und kaufen Sie frische Ananas, nehmen Sie den gekochten Schinken nicht aus der Packung sondern vom Metzger, und verwenden Sie auf keinen Fall Gouda-Käse.
Schneiden Sie von der Ananas zunächst eine 2 cm dicke Scheibe von der Unterseite ab, dann 4 weitere Scheiben, etwa 1 Zentimeter dick. Die brauchen Sie für den Toast Hawaii, die restliche Ananas nehmen Sie für den Cocktail danach oder für den Joghurt am nächsten Morgen. Schneiden Sie die Rinde von den 4 Scheiben ab und das harte Stück in der Mitte heraus, danach auch die Rinde vom Käse und die Schwarte vom gekochten Schinken abschneiden.
Die Toastscheiben toasten Sie hellbraun und legen Sie auf ein eingebuttertes Backblech. Braten Sie die Ananasscheiben ganz kurz auf beiden Seiten in einer Pfanne mit etwas Butter an (pro Seite nur 2 Minuten). Nun kommt auf jeden Toast jeweils zuerst eine Scheibe gekochter Schinken, darauf die Ananas, dann der Käse.
Schieben Sie das Backblech in den auf 150 Grad vorgeheizten Backofen, solange bis der Käse zerlaufen ist (also etwa 5 Minuten). Dabei soll er nicht bräunen - das ist kein Gratin, sondern ein Toast Hawaii.
Und wenn Sie es ganz klassisch machen wollen, legen Sie nun eine Cocktail-Kirsche (aus dem Glas) in die Mitte, also in die Vertiefung des Käses, der in das Loch der Ananasscheibe eingesackt ist. Das sieht dann natürlich absolut umwerfend aus, aber ohne Kirsche schmeckt dieser Toast Hawaii auch.

Croque Monsieur

(Zutaten für jeweils für einen Croque)

Zutaten:

  • 2 Scheiben Toast
  • 1 Scheibe gekochter Schinken
  • 50g Emmentaler oder anderer kräftiger harter Bergkäse
  • Butter

Zubereitung:

Den Backofen auf 180 Grad vorheizen. Die Toastscheiben leicht toasten. Die untere Scheibe des Croques auf beiden Seiten buttern und auf ein Backblech legen. Auf diese dann zuerst den in streichholzartig geschnittene Streifen Schinken verteilen und den fein geriebenen Käse gleichmäßig darüber. Nun den ebenfalls beidseitig mit Butter bestrichenen zweiten Toast obenauf legen und den Croque 15 Minuten backen, bis er auf der Oberfläche goldbraun und der Käse geschmolzen ist.

Holländischer Toasti

Zutaten für 4 Personen:

8 Scheiben Butter-Toast
200g Nordholländischer Käse, Gouda-Art
100g Ruccola, Stängel abgezupft
20g Pinienkerne
Salz, Pfeffer, Rapsöl, Butter, Zitronensaft

Zubereitung:

Die Pinienkerne in einer Pfanne ohne Fett bei mittlerer Hitze goldbraun rösten. Käse reiben. Ruccola-Blätter ohne Stängel grob zerschneiden und in einer Schüssel mit wenig Rapsöl, ein paar Tropfen Zitronensaft und den Pinienkernen mischen. Dabei dezent salzen und pfeffern. Den Backofen auf 150 Grad vorheizen. 4 Scheiben Toastbrot hellbraun toasten und mit etwas Butter bestreichen. Ruccolamischung darauf verteilen und den Käse gleichmäßig darüber, auf einem Backblech in den Backofen schieben, bis der Käse zerlaufen ist, nicht bräunen. In der Zwischenzeit die anderen Toastscheiben ebenfalls hellbraun toasten, mit Butter bestreichen. Überbackene Toasts mit diesen Scheiben bedecken, kurz andrücken und servieren.

Toastbrot

Zutaten für eine Kastenform:

  • Hefeansatz
  • 10g frische Hefe
  • 10g Meersalz
  • 70g Wasser

Teig

  • 200g Weizenmehl Type 550
  • 150g Emmer-Vollkornmehl
  • 200ml Wasser
  • 20g Sahne
  • 10g Zucker
  • 20g Butter

Zubereitung:

Hefe und Salz im kalten Wasser auflösen und 4 Stunden abgedeckt im Kühlschrank stehen lassen. In einer Küchenmaschine die Hefemischung mit allen anderen Zutaten bis auf die Butter fünf Minuten langsam kneten, dann 10 Minuten etwas schneller kneten. Die zimmerwarme Butter dazu geben und noch einmal 5 Minuten langsam kneten, bis eine elastischer, aber nicht weicher Teig entstanden ist, der kaum klebt.

Teig in einer luftdicht verschlossenen Schüssel 90 Minuten gehen lassen, nach 45 Minuten einmal dehnen und falten.

Danach mit den Händen kräftig kneten und länglich formen, so dass er gut in die gefettete und mit Mehl bestäubte Kastenform passt. Noch einmal 90 Minuten abgedeckt gehen lassen.

Backofen mit einer kleinen Schüssel Wasser darin auf 250 Grad vorheizen.

Kastenform hinein stellen und 20 Minuten backen. Jetzt die Ofentür weit öffnen, Wasserschale heraus nehmen und bei 200 Grad weitere 20 Minuten backen. Die Kastenform herausnehmen und noch in der Form die Oberfläche mit einem nassen Tuch kurz abwischen. Aus der Form nehmen und auf einem Gitterrost vollständig auskühlen lassen.


Das Alles in Butter Rezepte des Monats Juni 2019

Panierter Spargel mit Bozner Sauce

Bozner Sauce:

Zutaten für 4 Personen:

  • 600g grüner Spargel
  • 600g weißer Spargel
  • 100g Semmelbrösel
  • 1 großes Ei, verquirlt
  • Mehl, Salz, Pfeffer, Butterschmalz

Für die Bozner Sauce:

  • 6 hart gekochte Eier
  • Ca. 150ml kalt gepresstes Rapsöl
  • 1 Esslöffel Weißweinessig
  • 1Teelöffel scharfer Senf
  • 1 dickes Bund Schnittlauch
  • Zitronensaft, Salz, Pfeffer

Zubereitung:

Eier für die Sauce halbieren und Eigelbe heraus lösen. Mit einer Gabel sorgfältig zerdrücken, Essig und Senf untermischen, salzen und pfeffern. Dann das Rapsöl portionsweise einrühren, bis eine schöne geschmeidige Creme entstanden ist. Mit etwas Zitronensaft abschmecken. Zum Schluss das fein gewürfelte Eiweiß und den in Röllchen geschnitten Schnittlauch unterziehen.
Weißen Spargel sorgfältig und grünen Spargel - falls nötig - unten schälen, Stangen halbieren. Zusammen in kochendem Salzwasser 3 Minuten blanchieren, mit kaltem Wasser abschrecken und gut abtropfen lassen, dann mit Küchenpapier trocken tupfen, leicht salzen und pfeffern. Spargelstücke in Mehl wenden, durch das verquirlte Ei ziehen und mit den Semmelbröseln panieren. Reichlich Butterschmalz in einer Pfanne erhitzen und Spargel darin goldbraun ausbacken. Sofort mit der Bozner Sauce servieren.


Stand: 07.06.2019, 10:53