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Orangensaft im Test

gepresster Orangensaft im Glas mit aufgeschnittenen Orangen

Orangensaft im Test

Am Hotel-Buffet ist er der Renner: Orangensaft. Wir testen süßen und sauren Direktsaft und Produkte aus Konzentrat.

Am Anfang der Sendung steht eine überraschende Erkenntnis: Niemand im Studio empfindet aufrichtige Begeisterung für Orangensaft. Weder Moderator Uwe Schulz (der, wenn überhaupt, nur frisch gepressten zum Frühstück mag) noch Genuss-Experte Helmut Gote (dem jede Spielart von "O-Saft" besonders am Morgen zu viel Säure enthält). Und auch unsere Chef-Testerin Sigrid Müller hat ein recht nüchternes Verhältnis zum vitaminreichen Trunk. Dass ausgerechnet die Sorte, die sie selbst bisher immer gekauft hat, in ihrem Test nicht überragend abschneidet, findet sie zudem betrüblich. Insgesamt punkten Direktsäfte stärker als Säfte aus Konzentrat, und wie so oft sagen weder klingende Markennamen noch Bio-Herkunft viel über den Geschmack aus. Nach all diesen Einsichten wird es Zeit für feste Nahrung. Süß zuerst: Helmut Gote präsentiert eine Grießschnitte mit Zitrusfrucht-Beteiligung. Und dann, zum krönenden Abschluss, gibt es das "Rezept des Monats". Diesmal ein Salätchen mit Thunfisch, Orange und Ei. Wenn das keine Überraschung ist!

Redaktion: Verena Cappell

Süß, sauer und spritzig - Orangensaft im Test

WDR 5 Alles in Butter 08.02.2020 45:53 Min. Verfügbar bis 06.05.2020 WDR 5

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Genuss mit Abstrichen: Orangensaft im Test

Nirgendwo auf der Welt wird so viel Gepresstes aus Obst getrunken wie bei uns. Orangensaft steht dabei auf der Beliebtheitsskala zusammen mit Apfelsaft an erster Stelle. Rund sieben Liter trinkt jeder von uns davon pro Kopf und Jahr. Doch kann es der industriell hergestellte Orangensaft mit der frischgepressten Variante aufnehmen?

Der Test

Wir haben sechs Direktsäfte und fünf Säfte aus Konzentrat probieren lassen. Eingekauft haben wir in Supermärkten und bei Discountern. In der Probierrunde saß Peter Stremer, Obstbauexperte der Landwirtschaftskammer. Außerdem mit dabei Silvestra Schmeck vom Verein Slow Food, eine Organisation, die sich für qualitätvolles Essen einsetzt. Sie trinkt gern mal ein gutes Glas Orangensaft, ebenso wie Ernährungsexperte Rüdiger Lobitz, er war der dritte Tester in der Runde.

Direktsaft und Saft aus Konzentrat

Bei Orangensäften aus Konzentrat werden die Früchte direkt vor Ort gepresst. Das Fruchtfleisch und die Aromastoffe werden vom Saft getrennt, danach wird das Ganze eingedickt, in dem man dem Saft das Wasser entzieht. Das spart Transportkosten bei der Reise in die Verkaufsländer. Dort wird das Konzentrat mit Wasser rückverdünnt und die ursprünglichen Aromastoffe kommen auch wieder dazu. Dabei können die Hersteller den Geschmack steuern. Weil bei uns etwas säuerliche Orangensäfte beliebter sind, werden die Säurenoten (top notes) im natürlichen Aromaspektrum beim Wiederhinzufügen betont, während man die süßeren Geschmacksnoten (off notes) teilweise herauslässt. Bei Direktsäften gibt es diese vielen Verarbeitungsschritte nicht. Sie werden direkt gepresst und abgefüllt, das macht sie oft etwas teurer. Alle Säfte sind übrigens pasteurisiert, werden also vor dem Abfüllen erhitzt, damit sie länger haltbar bleiben.

Direktsäfte überzeugen

Auf den obersten Plätzen unserer Testtabelle landeten drei Direktsäfte. Bester in dieser Kategorie war der Orangensaft Solevita von Lidl mit der Note gut. Knapp davor lag dann allerdings ein Konzentrat. Den Orangensaft der Markenfirma Hohes C, empfanden alle drei Tester als besonders angenehm und harmonisch im Aroma.

Viel Mittelmaß

Die meisten Säfte in unserer Kostprobe waren aber eher mittelmäßig. Fünfmal vergaben die Tester die Note befriedigend, vier Säfte bekamen nur ein ausreichend. Die Kritik: Etliche Säfte schmeckten zu flach, waren zu süß oder zu dünnflüssig. Auf dem letzten Platz landete das Orangensaftkonzentrat der Markenfirma Granini. Dieser Saft schmeckte nach Meinung der Tester nicht nur flach, sondern auch muffig.

Selbst pressen

Wer beim vollen Orangenaroma auf Nummer sicher gehen will, sollte seinen Saft selbst pressen. Dabei empfiehlt es sich, die Früchte vorher zu waschen und gut abzutrocknen. Orangen werden in der Regel von außen mit chemischen Mitteln gegen Schimmel behandelt, diese Stoffe können beim Pressen in den Saft gelangen. Bei Bio-Früchten sind die Schalen unbehandelt.

Zum Nachkochen - von Helmut Gote

Getränkte Orangen-Grießschnitte

Zutaten für eine Form mit 20cm Durchmesser:

  • 1 unbehandelte Saftorange
  • 100g Zucker
  • 2 Teelöffel Bourbon-Vanillezucker
  • 1 Prise Salz
  • 150g Butter (weich)
  • 2 Eier
  • 100g Mehl
  • 1Tl Backpulver
  • 200g Weichweizengrieß
  • 200ml Milch
  • 150ml Orangenlikör
  • 150ml Orangensaft
  • etwas Puderzucker

Zubereitung:

Die Orangenschale mit einem Zestenreißer in feinen Streifen abziehen, 1 El beiseite stellen. Zesten, Zucker, Salz, Vanillezucker und Butter mit den Quirlen des Handrührers cremig aufschlagen. Nacheinander die Eier untermengen. Mehl, Backpulver und Grieß einrieseln lassen und untermengen, dann die Milch zugeben und alles zu einem glatten Teig verrühren. Eine Springform (20 cm Ø) dünn mit Butter ausstreichen und mit etwas Grieß ausstreuen, anschließend den Teig einfüllen. Im heißen Ofen bei 180 Grad 45 Minuten lang goldbraun backen. Den Likör mit Orangensaft aufkochen und den heißen Kuchen damit beträufeln und abkühlen lassen. Mit 10g Puderzucker und den restlichen Zesten bestreuen.

Orangensaft wird in ein Glas eingeschüttet

Das Alles in Butter Rezept des Monats Februar - von Helmut Gote

Thunfisch/Ei/Orangen - Salat

Zutaten:

  • 2 große Bio-Orangen
  • 250g Thunfisch aus der Dose in Olivenöl
  • 8 Frühlingszwiebeln
  • 100g grüne Oliven (entsteint)
  • 2 Knoblauchzehen
  • 3 hart gekochte Eier
  • 5 Esslöffel Olivenöl
  • Zitronensaft, scharfes Paprikapulver, Salz, Pfeffer,

Zubereitung:

Die Orangen genau so wie einen Apfel schälen, aber eben so dick, dass auch weitgehend die weiße Innenhaut vom Fruchtfleisch entfernt ist. Die einzelnen Stücke auslösen und so gut wie möglich von allen weißen Häutchen befreien, dann in kleine Stücke schneiden. Die Oliven grob zerschneiden, die gepellten Eier ebenfalls, Knoblauch fein hacken. Frühlingszwiebeln waschen und putzen, anschließen in dünne Röllchen schneiden, auch das Grüne. Thunfisch aus der Dose abtropfen lassen und mit einer Gabel zerrupfen. Nun alles in einer großen Schüssel mischen, salzen, pfeffern und mit dem Olivenöl gründlich vermischen. Zehn Minuten stehen lassen und noch einmal abschmecken, zusätzlich auch mit ein paar Tropfen Zitronensaft und nach eigener Vorliebe mit scharfem Paprikapulver würzen.
Mit Baguette servieren.

Stand: 05.02.2020, 10:25