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Kartoffelsalat im Test

Eine Glasschüssel mit Kartoffelsalat auf einem Holztisch

Kartoffelsalat im Test

Kartoffelsalat ist einer DER Klassiker auf deutschen Tischen. In beinahe jeder Familie gibt es ein seit Generationen gehütetes Rezept. Man kann den Salat aber auch fertig kaufen. Lohnt sich das?

Unsere Cheftesterin Sigrid Müller, konnte in diesem Fall aus dem Vollen schöpfen: Nicht weniger als zehn Fertig-Kartoffelsalate hat sie gekauft und ihren Mit-Testern vorgesetzt. Deren Urteil ist eindeutig – und ernüchternd. Den am besten bewerteten Salat fanden sie nur akzeptabel, den Test-Verlierer richtig schlimm. Im Studio dürfen Genuss-Experte Helmut Gote und Moderatorin Elif Senel nicht zimperlich sein, auch sie bekommen Kostproben der Test-Salate. Die beiden sind sich einig: Empfehlenswert ist nichts davon.

Wie immer plädiert Helmut Gote fürs Selbermachen. Und obwohl er – als Ruhrgebietsmensch – eindeutig in der "Mayonnaisen-Zone" aufgewachsen ist, kann er auch dem süddeutschen Kartoffelsalat mit Essig und Öl einiges abgewinnen. Welche Kartoffelsorten er empfiehlt, wie er mit Gurken umgeht und dass sogar beim Kleinschneiden allerlei zu beachten ist, das erzählt er in "Alles in Butter".

Redaktion: Verena Cappell und Heiko Hillebrand

Kartoffelsalat im Test

WDR 5 Alles in Butter 02.02.2019 43:57 Min. WDR 5

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Viel Mayonnaise, wenig Geschmack: Kartoffelsalate im Test

Kartoffelsalat mit Würstchen, das ist nicht nur das typische Essen für Kindergeburtstage, auch Erwachsene lieben diese Kombination. Weil es aber einige Vorbereitungszeit braucht, um einen richtig guten Kartoffelsalat hinzubekommen,  greifen inzwischen viele zur fertigen Alternative aus dem Supermarktregal. Doch wie schmeckt dieser industriell hergestellte Salat eigentlich? Wir haben eine Geschmacksprobe organisiert. 

Der Test:  

In der Kostprobe gab es zehn Kartoffelsalate, eingekauft in Supermärkten und bei Discountern. In den Rezepturen der meisten Fertigsalate steckte Mayonnaise, zwei waren mit Essig und Öl angemacht, und es gab zwei Produkte in Bio-Qualität. In der Probierrunde saß llse Küster vom Netzwerk Haushalt, sie macht den Kartoffelsalat für die Familie immer selbst, außerdem mit dabei Ernährungsexperte Rüdiger Lobitz sowie Annegret Fuentes von Slow food, einem Verein für qualitätsvolles Essen.

Viel Mittelmaß   

Insgesamt waren die Tester vom Geschmack der Fertigsalate nicht begeistert. Auch die besten (Alnatura, Kühlmann/Edeka, Gut und Günstig) waren nur Mittelmaß. Es gab viermal die Note befriedigend, der Rest der Testprodukte schnitt geschmacklich mit ausreichend ab. Schlusslicht war hier der Kartoffelsalat mit Salatcreme von Ja! (Rewe), der war nach Meinung der Tester viel zu Mayonnaise-lastig und zu sauer. Am besten schnitt in unserer Probierrunde der Bio-Kartoffelsalat von Alnatura ab, den fanden die Tester "durchaus essbar".    

Zu viel Mayonnaise

An den meisten Fertigsalaten bemängelten die Tester den zu hohen Anteil an Mayonnaise, außerdem wurden die Kartoffeln oft als zu hart im Biss empfunden, die meisten Salate schmeckten fade, und es gab zu wenig Gurken und Kräuter in den Rezepturen.  

Unsere Empfehlung

Das Fazit unserer Kostprobe: Es lohnt sich, seinen Kartoffelsalat selbst zu machen, das schmeckt nicht nur besser, sondern man weiß dann auch, was drin ist. In einigen Rezepturen der Fertigsalate gab es Aroma- und Konservierungsstoffe. In etlichen Produkten steckte auch recht viel Zucker, das fanden die Tester nicht passend und auch nicht besonders lecker.

    



Kartoffelsalat-Rezepte von Helmut Gote:



Kartoffelsalat "Ruhrpott"

Zutaten für 4 Personen:

  • 1 kg festkochende Kartoffeln, möglichst gleich groß, z.B. Sieglinde, Nicola, Hansa
  • 6 Gewürzgurken
  • 3 Zwiebeln
  • 300g Fleischwurst im Ring (ohne Knoblauch)

Für die Mayonnaise:

  • 2 Eier (Größe L)
  • 100g Schmand (mind. 10 % Fett)
  • 300ml Sonnenblumenöl
  • 1 Teelöffel scharfer Senf
  • Zitronensaft, Pfeffer, Salz, Zucker

Zubereitung:

Die Kartoffeln mit der Schale in gesalzenem Wasser weich kochen. Mit viel kaltem Wasser abspülen und völlig auskühlen lassen. Die Gurken in kleine Würfel schneiden, die Zwiebeln schälen und in sehr kleine Würfel schneiden. Fleischwurst in feine Streifen von max. 3 cm Länge schneiden. Die abgekühlten Kartoffeln pellen, dann in Würfel von max. 1,5 cm Kantenlänge schneiden. Alle Zutaten in eine große Schüssel füllen, etwas vom Gurkensud darüber gießen, salzen und pfeffern.

Für die Mayonnaise die Eier in einen runden Becher geben mit relativ großem Durchmesser  (ca. 10 cm) geben. Mit einer Prise Zucker, Pfeffer, Salz, Senf und etwas Zitronensaft würzen, Öl dazu gießen. Mit dem Mixstab bei höchster Geschwindigkeit einige Sekunden auf dem Boden des Bechers rotieren, langsam nach oben ziehen. 30 Sekunden weiter kräftig durchmixen.  Diese Mayonnaise ist flüssiger als gekaufte, dadurch wird aber eben auch der Kartoffelsalat schön saftig, ein Teil davon zieht außerdem in die Kartoffeln ein.

Schmand unterziehen, noch einmal kräftig abschmecken, und die Mayonnaise mit dem Kartoffelsalat gründlich vermischen. Kartoffelsalat im Kühlschrank mindestens eine Stunde durchziehen lassen (besser länger) und noch einmal abschmecken.






Kartoffelsalat, warm

Zutaten:

  • 1 Kilo festkochende Kartoffeln
  • 4 Schalotten
  • 100 Gramm durchwachsener Speck (dünn geschnitten)
  • 300ml Fleischbrühe
  • 1 Bund Schnittlauch
  • 2 Esslöffel Rotweinessig
  • 6 Esslöffel Sonnenblumenöl
  • Salz, Pfeffer, Zucker

Zubereitung:

Kartoffeln ungeschält in gesalzenem Wasser kochen. Durchwachsenen Speck klein würfeln. Schalotten längs halbieren und quer in feine Ringe schneiden. Speckwürfel in der kalten Pfanne erhitzen, bis sie in ihrem eigenen Fett dünsten  Schalotten kurz mitdünsten. Mit 100 ml Fleischbrühe ablöschen, erhitzen und Essig mit einer Prise Zucker dazu gießen. Kartoffeln pellen, längs halbieren und quer in etwa 5mm dicke Scheiben schneiden. Heißen Sud mit dem Speck und den Zwiebeln gründlich mit den warmen Kartoffeln mischen, herzhaft abschmecken. 30 Minuten ziehen lassen.

Zum Servieren die restliche Fleischbrühe zusammen mit 6 Esslöffeln Sonnenblumenöl aufkochen. Fein geschnittene Schnittlauchröllchen unter den zimmer-temperierten Kartoffelsalat mischen – der müsste nun genau richtig lauwarm sein. Noch einmal gut mit Essig, Öl, Salz und Pfeffer abschmecken und servieren.


Rezept des Monats Februar 2019
von Helmut Gote


"Gurkenspatzen"

Zutaten für 4 Personen:

  • 500g Spätzle
  • 350g Salatgurke
  • 150 g durchwachsener Speck
  • 200g Zwiebeln
  • 100ml saure Sahne 10% Fett
  • 100ml Schmand
  • 1 Teelöffel Kräutern der Provence
  • 1 Teelöffel bunter Pfeffer, gemörsert
  • 2 Esslöffel Reis-Essig
  • 1 Esslöffel Weißweinessig
  • Sonnenblumenöl, Meersalz

Zubereitung:

Gurke schälen, längs vierteln und in dünne Scheiben hobeln. Speck klein würfeln, mit etwas Öl anbraten. Zwiebeln ebenfalls klein würfeln und zusammen mit dem Speck fünf Minuten dünsten. Spätzle kochen, abgießen, 100ml Kochwasser auffangen. In einem Sieb mit warmem Wasser abbrausen. Abgetropfte Spätzle in einem Topf mit den Kräutern, dem Pfeffer, den Gurkenscheiben und den Speck-Zwiebeln mischen. Jetzt Essig und Kochwasser dazu geben und alles zusammen heiß werden lassen. Zum Schluss Schmand und saure Sahne unterziehen, final abschmecken und servieren.

 

Stand: 25.01.2019, 10:33