Hühnersuppe im Test

Hühnersuppe in einer Keramiktasse, umgeben von diversen Gemüsesorten.

Hühnersuppe im Test

Januar, ach, Januar. Das Ende von Plätzchen, Braten und schwerem Wein. Der Anfang der kargen Zeit. Aber auch: Der perfekte Zeitpunkt für eine Hühnersuppe. "Alles in Butter" hat acht Sorten getestet.

Neujahrs-Fasten kann ein Grund sein. Beleidigter Magen wegen zu viel fetter Sauce kann ein Grund sein. Eine saisonal verbreitete Erkältung kann ein Grund sein. Welcher Anlass auch immer das Motiv liefert: Hühnersuppe ist einer der ganz großen Klassiker in der Küche. Entsprechend breit ist das Angebot in den Supermärkten, man kann fertige Hühner-Suppentöpfe mit Fleisch und Nudeln kaufen, aber auch puristische Hühnerbouillon.

Unsere Cheftesterin Sigrid Müller hat acht Sorten ausgewählt und ihren Testern vorgesetzt. Im Rennen waren 5 Nudeltöpfe und 3 Brühen. Dabei haben die klaren Varianten deutlich besser abgeschnitten als die Produkte mit viel Einlage.

Genuss-Experte Helmut Gote schwört derweil auf seine hausgemachte Variante. Weil’s auch schnell geht und besser schmeckt. Und weil wir aus dem Suppenhuhn anschließend Frikassee machen können. Am Schluss der Sendung gibt’s auch noch das brandneue "Rezept des Monats". Was es ist? Überraschung. Doch gar nicht so schlimm, der Januar.

Redaktion: Verena Cappell

Was ist denn nun die Empfehlung?

Ganz klar Hühnersuppe selber kochen, in allen Fertigsuppen zu wenig Fleisch, in Hühnerfleisch viel Zink, stärkt das Immunsystem, außerdem Blick auf die Zutatenliste nicht erfreulich, bei den zwei Bouillons, die am besten abgeschnitten haben, Glutamat als Geschmacksverstärker in der Rezeptur, ist zwar nicht gesundheitsschädlich, Glutamat kann aber bei empfindlichen Menschen Allergien auslösen, ansonsten auch in Hühnersuppen mit Nudeln Zusatzstoffe die kein Suppenfreund braucht, wie Aromen und Verdickungsmittel, auch zum Teil sehr viel Salz, gesund ist das nicht.

Bouillons überzeugen:

Hühnersuppen im Test Wenn es draußen stürmt und schneit, braucht der Mensch eine ordentliche Suppe, die wärmt und munter macht. Ganz besonders gesund in der kalten Jahreszeit ist eine deftige Hühnerbrühe, denn die hilft auch noch gegen Schnupfen und Husten. Inzwischen ist es medizinisch bewiesen, dass das sanfte Garen dem Huhn einen speziellen Eiweißstoff entzieht, der Entzündungen hemmt und die Schleimhäute beruhigt. Der Haken an der Geschichte, wer selbst so eine gehaltvolle Hühnersuppe zubereiten will, braucht Zeit und die ist ja bekanntlich heutzutage Mangelware. Was liegt da näher, als sich so ein Süppchen im Supermarkt zu kaufen. Wir wollten wissen, schmecken diese Fertigbrühen überhaupt?

Der Test

Wir haben acht Hühnersuppen bei Discountern und in Supermärkten eingekauft. Fünf Hühnersuppen mit Nudeln in der Dose und drei Hühnerbouillons aus dem Glas, das waren nur Brühen mit Fleisch, drei Produkte gab es in Bio-Qualität. Probiert haben drei Suppenfans, allen voran Constanze Schnitter von der Genuss-Schule in Alfter, sie steht im Winter häufiger in der Küche und zaubert eine kräftige Brühe mit Einlage, ebenso wie Harald Nuss von der Feinschmecker Vereinigung Slow food. Dritte in der Runde war Beate Schering, Lebensmittelexpertin aus Krefeld.

Gemischtes Ergebnis

In der Gesamtbewertung gab es zweimal ein gut, drei Suppen fanden die Tester im Geschmack befriedigend, drei nur ausreichend. Auf den hinteren Plätzen landeten die Hühnersuppen mit Nudeln, während die Bouillons aus dem Glas besser abschnitten als erwartet. Angenehm überrascht war die Probierrunde von der Hühner Kraftbouillon der Firma Struik (Netto). Der Kommentar der Tester: "Schmeckt intensiv nach Huhn. Eine Bouillon, die den Namen verdient." Auch die beiden anderen Brühen landeten auf den vorderen Plätzen im Test. Dagegen schnitten die meisten Hühnersuppen mit Nudeleinlage in der Kostprobe nicht so gut ab. Hauptkritikpunkte der Tester: zu weiche Nudeln, fader Geschmack, zu fett. Am wenigsten schmeckte ihnen der Bio Hühnernudeltopf von Alnatura. Hier bemängelten sie die unnatürlich gelbe Farbe, das viel zu kleingeschnittene Fleisch und den leicht säuerlichen Geschmack.

Viele Zusatzstoffe

Der Blick auf die Zutatenliste war bei den meisten Produkten im Test nicht erfreulich. Die beiden Bouillons auf den vorderen Plätzen, hatten den Geschmacksverstärker Glutamat in der Rezeptur. Dieser Zusatzstoff gilt zwar nicht als gesundheitsschädlich, aber Glutamat kann bei empfindlichen Menschen Allergien auslösen. Ansonsten steckten in den meisten Hühnersuppen mit Nudeln Aromen und Verdickungsmittel, Zusatzstoffe, die kein Suppenfreund braucht. Außerdem waren die Brühen zum Teil stark gesalzen. Ein weiterer Nachteil der Fertigsuppen, sie enthalten wenig Fleisch. Das vermindert den Gesundheitseffekt der Suppen, denn in Hühnerfleisch steckt viel Zink, das ist gut für das Immunsystem.


Hühnersuppen und Co -
Rezepte von Helmut Gote


Hühnerbrühe

Zutaten für etwa 3 Liter Hühnerbrühe

  • 1 Suppenhuhn von ca. 2 kg Gewicht
  • 1 Stange Lauch
  • 1 Zwiebel
  • 1 Möhre
  • 3 Stangen Staudensellerie
  • 2 Knoblauchzehen
  • 3 Lorbeerblätter
  • 5 Zweige Thymian
  • 2 Gewürznelken
  • 20 Pfefferkörner

Zubereitung:

Da Huhn in große Stücke zerteilen und  unter fließend kaltem Wasser gut abwaschen. Das geputzte Gemüse grob zerschneiden und mit den Hühnerstücken in den Topf legen. Gut mit Wasser bedecken das Ganze ohne die Gewürze offen aufkochen. Aufsteigenden Schaum abschöpfen. Nun alle Gewürze und einen Teelöffel Salz dazu geben, dann die Suppe so gerade leicht köcheln lassen. Nach 60 Minuten die Hitze abschalten, und noch einmal 30 Minuten ziehen lassen.

Für eine einfache das Fleisch von den Keulen abzupfen, es in etwas Hühnerfett kurz anbraten und es mit getrennt gekochten kleinen Nudeln und etwa einem Liter Hühnerbrühe auffüllen, dann haben Sie sofort schon eine ordentliche Hühnersuppe. Aber salzen und pfeffern nicht vergessen.






Hühnerfrikassée

Zutaten:

  • Gekochtes Hühnchenfleisch von einem Huhn, siehe oben
  • 250 g Champignons
  • 200 g Erbsenschoten
  • 200g Möhren
  • 1 gehäufter Esslöffel Mehl
  • 1 Esslöffel Butter
  • 200ml Sahne
  • 400ml Hühnerbrühe
  • Zitronensaft, Zucker, Salz, Pfeffer, Muskat

Zubereitung:

Die Champignons und die Erbsenschoten waschen und putzen, beides vierteln. Die geputzten Möhren längs vierteln und in etwa 3 cm lange Stücke schneiden. Das Gemüse in etwas Butter andünsten, dabei salzen und pfeffern, etwas Wasser dazu gießen und knapp zehn Minuten sanft köcheln.

Für die Sauce die Butter heiß zerlaufen lassen. Das Mehl einrühren und wenn es die Butter aufgesogen hat, ein Drittel der heißen Brühe zugießen. Die Mehlschwitze cremig damit verrühren, portionsweise die Brühe weiter zugießen und immer rühren, bis eine relativ dicke, glatte Sauce entstanden ist. Jetzt die Sahne dazu gießen, mit ein paar Tropfen Zitronensaft, einer Prise Zucker, Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken und offen fünf Minuten köcheln lassen.

Das gedünstete Gemüse und das klein geschnittene Hühnerfleisch in die Sauce geben.
Wenn alles wieder richtig heiß geworden ist, ist das Frikassée fertig. Dazu gibt’s natürlich Reis.





Alles in Butter Rezept des Monats Januar 2019
Gebratener Tofu mit Tamarindensauce

Zutaten für 4 Personen:

  • 400g Tofu
  • 500g Schweingehacktes
  • 2 Zwiebeln
  • 2 Knoblauch
  • 250g Tomatenwürfel aus der Dose
  • 1 Esslöffel Tamarindenpaste
  • 3 Esslöffel Sojasauce
  • 1 Teelöffel Zucker
  • Salz, schwarzer Pfeffer, Pflanzenöl

Zubereitung:

Die Zwiebeln klein würfeln, Knoblauch fein hacken. Beides zusammen mit dem Zucker glasig andünsten, das Gehackte einrühren und fünf Minuten braten, dabei salzen und pfeffern. Mit den Tomaten und ihrem Saft ablöschen, Tamarindenpaste und Sojasauce dazu geben und so viel Wasser dazu gießen, so dass das Gehackte gerade bedeckt ist. 15 Minuten offen köcheln.

Den Tofu in Würfel von etwa 2 cm Kantenlänge schneiden und in einer Pfanne kräftig anbraten bis die Würfel leicht gebräunt sind, dabei auch etwas salzen. Anschließend mit der Sauce vermischen, noch einmal abschmecken und servieren.

Stand: 04.01.2019, 12:49