Ring oder Scheibe? - Fleischwurst im Test

Ein Ring Fleischwurst auf einem Schneidebrettchen; mittig im Ring liegt ein Messer.

Ring oder Scheibe? - Fleischwurst im Test

Über die Schönheit des Begriffs kann man streiten, über die Beliebtheit des bezeichneten Lebensmittels nicht: Fleischwurst ist eine deutsche Kollektiv-Leidenschaft. "Alles in Butter" macht den Test.

Für unseren Genuss-Experten Helmut Gote ist eines klar: Was nicht im Ring daherkommt, ist auch keine Fleischwurst. Moderatorin Elif Senel sieht das nicht so eng. Egal, ob nun "Lyoner" draufsteht, "Mortadella" oder "Schinkenwurst": Beliebt sind sie alle. Nicht nur, aber auch, weil die "Scheibe Wurst beim Metzger" für viele zu den lieben Kindheitserinnerungen gehört. Sowas gibt’s natürlich nur an der Theke.

Cheftesterin Sigrid Müller hat mit ihrem Team allerdings neun in Folie abgepackte Sorten getestet. Das Ergebnis: durchwachsen. Die Noten reichen von "befriedigend" bis "mangelhaft" - und beide Enden des Spektrums werden von Bio-Produkten besetzt. Fazit: Wenn’s schnell gehen muss, kann man auch mal eine Packung kaufen, aber der wahre Fleischwurst-Genuss kommt frisch abgeschnitten daher. Im Anschluss bleibt noch Zeit für zweimal Staunen: Erstens über eine Instant-Gemüsebrühe, die tatsächlich schmeckt. Und zweitens über das Rezept des Monats, das so manches enthält, wovon kaum jemand weiß: Leipziger Allerlei.

Redaktion: Verena Cappell & Heiko Hillebrand

Ring oder Scheibe? - Fleischwurst im Test

WDR 5 Alles in Butter 11.05.2019 42:32 Min. WDR 5

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Fleischwurst: Ein Klassiker aus der Wursttheke im Test

Fleischwurst ist in Deutschland ein Renner und das nicht nur bei den Erwachsenen. Auch Kinder mögen den zarten Geschmack dieser Brühwurst und bekommen leuchtende Augen, wenn es an der Wursttheke die obligatorische Scheibe zum Naschen umsonst gibt. Im Idealfall schmeckt diese Wurst fein nach gepökeltem Schweinefleisch und hat ein dezentes Raucharoma. Man kann diese Wurst übrigens auch warm essen und im Süden landet sie vorzugsweise im Wurstsalat. Fleischwurst gibt es aber nicht nur frisch an der Metzgertheke, sie liegt als verpackte Industrieware auch im Supermarktregal.

Die Kostprobe

Wir haben neun verpackte Fleischwürste/Schinkenwürste am Stück in Supermärkten und bei Discountern gekauft. Drei Bio-Produkte waren dabei. In der Testrunde saß unter anderem Metzgermeister Heinrich Görrig aus Köln, der weiß wie eine gute Fleischwurst schmecken muss. Zweite in der Runde war Constanze Schnitter von der Genuss-Schule in Alfter. Sie legt gern auch mal eine gute Scheibe Wurst aufs Brötchen. Ebenso wie Harald Nuss, Mitglied bei Slow food, einem Verein, der sich für qualitätsvolles Essen einsetzt.

Im Geschmack besser als erwartet

Zu Beginn der Kostprobe gab es noch Skepsis in Punkto Geschmacksqualität der verpackten Fleischwurstprodukte, aber dann waren die drei Tester mit den meisten Produkten doch recht zufrieden. Sechsmal vergaben sie die Note "befriedigend", zwei Produkte bekamen ein "ausreichend", eine Fleischwurst fiel durch und erreichte nur ein "mangelhaft". Auf den beiden ersten Plätzen landeten zwei Bio-Produkte. Testsieger war die Bio-Fleischwurst von Alnatura, dicht gefolgt von der Bio-Wurst der Firma Böklunder von Aldi Süd. Bis auf den fehlenden Geruch und die etwas weiche Konsistenz hatten die Tester an diesen beiden Brühwürsten kaum etwas auszusetzen.

Eine Fleischwurst fällt durch

Die Bio-Fleischwurst der Firma Ökoland erhielt in der Probierrunde ein sattes Mangelhaft. Sie war die einzige Wurst ohne Nitritpökelsalz in der Rezeptur, was auch deutlich erkennbar auf der Verpackung stand. Dieses Pökelsalz steckt nicht nur in Fleischwürsten, sondern auch in vielen anderen Schinkenprodukten. Es sorgt für ein besonderes Pökelaroma, rötet das Fleisch und schützt gegen Keime.

Allerdings ist das Nitrit im Pökelsalz umstritten. Es gibt Ernährungswissenschaftler, die das Nitrit im Salz für gesundheitlich bedenklich halten, weil es unter dem Verdacht steht in größeren Mengen krebserregend zu sein. Ihrer Meinung nach ist der gesetzliche Grenzwert für diesen Zusatzstoff zu hoch. Allerdings scheint der völlige Verzicht auf Nitritpökelsalz Probleme bei der Konsistenz und dem Geschmack zu bereiten. Die Tester fanden die Farbe der Bio-Wurst "nicht angenehm", die Konsistenz wurde als "grisselig" beschrieben, ein "unangenehm fettiger Film im Mund" wurde bemängelt, und auch im Geschmack überzeugte dieses Bio-Produkt die Tester nicht.

Empfehlung:

  • Gemüsebrühe

Swema - Startup aus Berlin

  • Die Website des genannten Herstellers finden Sie unter den entsprechenden Stichwörtern in jeder Suchmaschine. Wir dürfen laut dem 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrag nicht auf Websites verlinken, die ein direktes Bestellangebot beinhalten.

Rezept des Monats Mai


Leipziger Allerlei

Zutaten (4 Personen):

  • 250g Möhren
  • 250g Kohlrabi
  • 200g Kaiserschoten
  • 8 kleine Blumenkohlröschen
  • 8 Stangen Spargel
  • 20g getrocknete Morcheln
  • 8 Garnelen ohne Schale
  • 4 Suprême vom Bio-Hühnchen mit Haut (Brustfilets mit Haut und Oberknochen des Flügels)
  • 1 kg neue, festkochende Kartoffeln
  • Grobes Meersalz, schwarzer Pfeffer
  • 150g Butter

Zubereitung:

Die Morcheln in lauwarmen Wasser einweichen, so dass sie gerade bedeckt sind und zwei Stunden ziehen lassen. Alle Gemüsesorten waschen bzw. wenn nötig schälen und in mundgerechte Stücke schneiden. Diese dann einzeln nacheinander in gesalzenem Wasser kochen bis sie gar, aber noch bissfest sind. Das Gemüse heraus nehmen und beiseite stellen. Die Kartoffeln unter fließendem Wasser sauber bürsten. Die Morcheln aus dem Wasser nehmen, ausdrücken und unter fließendem Wasser sauber bürsten - das Einweichwasser durch ein feines Sieb gießen und auffangen. Dann die Morcheln in etwas Butter bei niedriger Hitze andünsten, dabei häufig rühren und immer wieder etwas vom Einweichwasser angießen bis fast das gesamte Einweichwasser verdunstet ist.
Schließlich alle Gemüsesorten und die Morcheln in einer großen Pfanne und mit reichlich Butter bei niedriger Hitze erhitzen, mit frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer und grobem Meersalz würzen. Die Suprêmes vom Hühnchen von allen Seiten goldbraun anbraten, dabei salzen und pfeffern. Fünf Minuten sanft dünsten. Die Garnelen in Olivenöl von beiden Seiten braten - maximal 3 Minuten von jeder Seite - salzen und pfeffern und zusammen mit den Hühnchen auf dem Gemüse servieren. Dazu servieren Sie die neuen Pellkartoffeln, gerne auch mit zusätzlicher Butter.

Stand: 10.05.2019, 11:01