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Earl-Grey-Tee – Ein Klassiker im Test

Eine Tasse mit Tee, darin ein Teebeutel. Um die Tasse herum liegen Teeblätter

Earl-Grey-Tee – Ein Klassiker im Test

Zum Auftakt des neuen Jahres sind wir noch in besinnlicher Stimmung und testen einen eleganten Klassiker – aus dem Beutel. Auch das Rezept des Monats sorgt für Wärme im Bauch: Linsengratin mit Lauch.

Earl Grey ist eigentlich ein sehr leckerer Tee – da ist sich die Runde im Studio einig. Sofern er in Form loser Blätter aufgebrüht wird. Das Urteil über die getesteten Earl-Grey-Produkte im Teebeutel fällt leider sehr bescheiden aus – und zwar sowohl beim Team um Cheftesterin Sigrid Müller als auch bei Genuss-Experte Helmut Gote und Moderatorin Carolin Courts. Man kann sagen: Der Tee in den Beuteln war allen zu flach und zu wässrig im Geschmack, und er hat zu wenig vom für Earl Grey typischen spritzigen Bergamotte-Aroma. (Details zum Test siehe unten.) Helmut Gote hält grundsätzlich nicht viel von Tee in Beuteln. Für ihn steckt in den getesteten Produkten im Grunde nur "Staub, der bei der Teeproduktion übrigbleibt". Seine Empfehlung: losen Tee kaufen, etwa von der Firma "Ronnefeldt" oder von der "Teekampagne". Moderatorin Carolin Courts hält dagegen – mit einem Earl-Grey-Tee von "The Tea Makers of London".

Aber muss man den berühmten Tee eigentlich kaufen oder kann man ihn auch selber aromatisieren? Helmut Gote hat es probiert, und zwar mit einem Tee aus Assam und einem aus Darjeeling. Zum Einsatz kam dabei auch ein Bierdeckel. Wie sowas geht, hören Sie bei uns. Das Urteil im Studio: durchaus gefälliger als bei den getesteten Teebeuteln.
Anschließend steht die Frage im Raum, was man mit Bergamotten sonst noch anstellen kann. Sofern man überhaupt welche findet. Helmut Gote hat eine Quelle aufgetan und frische Früchte mitgebracht – am besten wohl beschrieben als Mischung aus Bitterorange und Zitrone. Zuhause – in der Vorbereitung – hat er die Bergamotte zu Gelee und Plätzchen verarbeitet. Sigrid Müller und Carolin Courts sind begeistert.

Aber dann ist trotzdem Schluss mit Zitrus: Das Rezept des Monats ist Linsengratin mit Lauch – für Helmut Gote ein lang bekannter Klassiker aus seiner Dortmunder WG-Zeit; für seine Mitstreiterinnen eine Entdeckung, die erstaunlich gut zu heutigen Ernährungstrends passt. Die mitgebrachten Koch-Ergebnisse sind unterschiedlich, aber alle köstlich. Da kann man nur sagen: Alles in Butter!

Redaktion: Heiko Hillebrand

Earl-Grey-Tee - Ein Klassiker im Test

WDR 5 Alles in Butter 02.01.2021 44:22 Min. Verfügbar bis 02.01.2022 WDR 5


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Earl Grey im Teebeutel – der Test

Earl Grey, schon der Name klingt nach Luxus und Wohlgeschmack. Als Grundlage für diesen weltberühmten aromatisierten Tee dient in der Regel Schwarztee mit einem Hauch von zitronigem Bergamotte-Öl. Zum Ursprung dieses Tee-Rezeptes gibt es eine recht schöne Legende. Im 19. Jahrhundert geriet ein Schiff mit chinesischem Tee auf dem Weg nach England in einen Sturm. Die Kisten zerbrachen und der Tee vermischte sich mit Bergamotte-Öl, schon damals ein sehr beliebter Duftstoff. Nun kommt der englische Adelige Earl Grey ins Spiel. Er war der Auftraggeber des Transportes und statt die ungewohnt duftenden Teeblätter über Bord werfen zu lassen, probierte er sie und fand den Geschmack vorzüglich. Der Earl Grey Tee war geboren. Wie gesagt: eine Legende. Viel wahrscheinlicher ist, dass chinesische Händler auf die Idee kamen, Teeblätter vor ihrer langen Reise mit Bergamotte-Öl zu beträufeln, um sie vor Modergeruch zu schützen. Mittlerweile ist Earl Grey der beliebteste aromatisierte Tee weltweit und steht in jedem Teeregal; auch bei Discountern und in Supermärkten.

Der Testverlauf
Wir haben acht Earl Grey Tees in Supermärkten, Teeläden und beim Dis-counter eingekauft. Vier Tees waren in Bio-Qualität. Probiert haben die Testprodukte drei erfahrene Teetrinkerinnen. Besondere Kennerin der Materie war Silvia Legat, Besitzerin des Ladens „Tee de Cologne“. Sie trinkt besonders im Winter gern Earl Grey, ebenso wie Constanze Schnitter, Leiterin der Genuss-Schule in Alfter/Bonn. Dritte in der Runde war Annegret Fuentes vom Gourmetverein „Slow food“. Sie ist eher eine Schwarztee-Trinkerin, aber ab und zu kommt auch bei ihr Earl Grey in die Tasse. Die Testerinnen haben übrigens nicht nur den Tee probiert, sondern auch den Inhalt der Teebeutel begutachtet.

Im Geschmack überwiegend enttäuschend
Von unseren Testerinnen wurde einmal die Note „befriedigend“ vergeben, drei Mal gab es ein „ausreichend“, der Rest schmeckte den Testerinnen gar nicht; vier Early Grey Tees bekamen ein sattes „mangelhaft“. Auf den letzten Plätzen landeten auch Markenfirmen wie „Twinings“ und „Teekanne“. Das Urteil der Testerinnen: Zu flach und wässrig im Geschmack, zu wenig Bergamotte-Aroma. Völlig enttäuscht hat in unsere Kostprobe der Earl Grey der Firma „Westcliff“, gekauft bei Aldi Süd, er kam auf den letzten Platz. Ein Tee im Test hat die Ehre des Earl Grey etwas gerettet: Das war der Tee der Traditionsfirma Ronnefeldt. Er kam mit einem „befriedigend“ auf den ersten Platz. Diesen Earl Grey empfanden die Testerinnen als angenehm harmonisch.

Preis eine Orientierung
Die Qualität eines Earl Grey hängt von den Zutaten ab. Zum einen muss der schwarze Basistee von guter Qualität sein, ebenso wie das Bergamotte-Öl, das den Tee aromatisiert. Daran wurde offensichtlich bei etlichen Produkten in unserem Test gespart. In den meisten Produkten der Kostprobe schmeckte der Basistee enttäuschend, und die speziellen Zitrusaromen waren zu schwach. In einigen Tees steckten außerdem zusätzlich Aromastoffe. Diesmal war in unserem Test der Preis eine Orientierung. Das mit Abstand preiswerteste Discounterprodukt schnitt am schlechtesten ab, während der mit Abstand teuerste Earl Grey auf dem ersten Platz landete. Allerdings fanden unsere Testerinnen den Siegertee mit einem Preis von 12,86 Euro pro 100 Gramm unverhältnismäßig teuer.

Tee-Empfehlungen des Teams:

Special Earl Grey – Aromatisierter Schwarzer Tee mit Bergamottegeschmack von Ronnefeldt
Empfehlung von Helmut Gote

Supreme Earl Greay (No. 7) von "The Tea Makers of London"
Empfehlung von Carolin Courts

Eine Auflaufform mit Linsengratin darin