Erdbeerkonfitüre im Test

Erdbeerkonfitüre in einem Einmachglas

Erdbeerkonfitüre im Test

Auch nach Wochen der Erntesaison sind Erdbeeren gut zu genießen. Zum Ende schmecken sie meistens noch besser. 3,5 Kilogramm verbraucht ein Mensch in Deutschland im Schnitt pro Saison. "Alles in Butter" hat fertige Erdbeerkonfitüren getestet und gibt Tipps fürs Selbermachen.

Die Erdbeere ist zur Zeit "In-Frucht". Überall Menschen mit Erdbeeren: Mit Eis, als Frucht auf dem Kuchen, pur - manche essen sie sogar aus großen Schüsseln in der Mittagspause "to go". Was die Sorten angeht, gibt es bei uns im Handel meist nur wenig Abwechslung. Eine beliebte Sorte ist die "Elsanta"- Erdbeere. "Rassig", wie Moderator Uwe Schulz findet.

Pur schon lecker, aber auch mit aromatisierten Zutaten lässt sich aus jeder Beere noch etwas Feines zaubern. Selbstgekocht oder als Konfitüre aus dem Supermarkt, Chef-Testerin Sigrid Müller und ihr Team haben die süßen Streich- und Dip-Varianten getestet. Nicht nur Zutaten und Konsistenz geben Auskunft über die Qualität, auch die Farbe ist ausschlaggebend. Im Vergleich vergeben die Tester Noten von "mangelhaft" bis "gut".

Helmut Gote verrät in der Sendung auch seine eigene Vorgehensweise beim Herstellen von Konfitüre. In seinen weiteren Rezepten mischt sich die vitaminreiche Erdbeere mit Joghurt und anderen Molkereiprodukten; der Genuss-Experte verspricht "Erdbeerjoghurt de Luxe". Mit dem Rezept des Monats kommen am Ende der Sendung auch Vegetarier auf ihre Kosten: Lasagne mit Grünkern als Fleischalternative.

Wirklich beerenstark? Erdbeerkonfitüre im Test

Auf Wochenmärkten und in Supermärkten kann man sie jetzt wieder beobachten: Marmeladenfans, die Erdbeeren zum Einkochen gleich kiloweise kaufen. Das ist nicht weiter verwunderlich, denn Erdbeermarmelade gehört zum Lieblingsbrotaufstrich der Deutschen. Als Marmeladenkoch oder -köchin braucht man allerdings Zeit und ein bisschen Fingerspitzengefühl. Wem das zu anstrengend ist, der geht einfach in den Supermarkt und kauft den süßen Belag fürs Frühstücksbrötchen fertig im Glas. Wir wollten wissen: Schmeckt dieser industriell hergestellte Brotaufstrich tatsächlich wie selbstgekocht?

Der Test

Probiert wurden zehn Erdbeerkonfitüren aus Supermärkten und von Discountern, zwei Bio-Produkte waren dabei. In unserer Probierrunde saßen diesmal drei Erdbeermarmeladenfans. Zum einen Obstbauexperte Peter Stremer, er war gespannt, wie Marmelade aus dem Supermarkt schmeckt, denn in der Familie wird Obst immer selbst eingekocht, ebenso wie bei Constanze Schnitter, Leiterin der Genuss-Schule in Alfter bei Bonn. Dritte in der Runde war Silvestra Schmeck von Slow food, einem Verein, der sich für gutes regionales Essen einsetzt. Auch bei ihr steht Erdbeermarmelade auf dem Frühstückstisch.

Nicht immer beerenstark

Schon optisch gab es erstaunliche Unterschiede, die Farbe der Konfitüren reichte von dunkel bis leuchtend rot. Auch die Konsistenz war unterschiedlich. Einige Konfitüren waren den Testern zu fest und zu pappig. Einige unerfreuliche Überraschungen lieferte dann auch der Geschmack. Zweimal vergaben die Tester ein "mangelhaft". Einmal für die Erdbeerkonfitüre mit dem klangvollen Namen "Symphonie" von Netto. Geschmackliches Schlusslicht war die "Grandessa" Konfitüre von Aldi. Sie fiel den Testern nicht nur durch das fehlende Erdbeeraroma auf, sie hatte auch einen unangenehmen "Fremdton" im Geschmack. Drei Konfitüren bekamen ein "ausreichend". Das Urteil in der Probierrunde: zu süß, zu wenig Fruchtstückchen, zu feste Konsistenz.

Auch Schmackhaftes fürs Frühstücksbrötchen

In der Probierrunde gab es auch Erfreuliches für die drei Marmeladenfans. Zwei Konfitüren im Test schmeckten ihnen richtig gut. Einmal überzeugte die Konfitüre der Firma "Bonne Maman", auf Platz eins kam die Erdbeerkonfitüre von Landliebe. Sie gefiel mit ihrer frischen roten Farbe, dem erdbeerigen Geschmack und den Fruchtstückchen.

Marmelade, Konfitüre, Fruchtaufstrich?

In der EU darf der Name "Marmelade" bei industriell eingekochtem Obst nur für Zitrusfrüchte verwendet werden, ansonsten heißen süße Brotaufstriche "Konfitüre". Konfitüre muss mindestens 35 Prozent Fruchtanteil haben und mindestens 55 Prozent Zucker enthalten. Bei einer "Konfitüre extra" ist ein Fruchtanteil von mindestens 45 Prozent vorgeschrieben. Alle Konfitüren in unserem Test waren übrigens mit dem Zusatz "Extra" gekennzeichnet, der Furchtanteil lag bei bis zu 55 Prozent. Für Fruchtaufstriche gibt es keine gesetzlichen Vorschriften, weder beim Fruchtanteil noch beim Zuckergehalt. Außerdem sind Zusätze wie zum Beispiel Aromastoffe erlaubt. In der Regel haben Fruchtaufstriche einen höheren Fruchtgehalt als Konfitüren, außerdem enthalten Fruchtaufstriche meist weniger Zucker, sie sind deshalb nicht so lange haltbar wie Konfitüren.

Redaktion: Heiko Hillebrand

Erdbeerkonfitüre im Test

WDR 5 Alles in Butter 04.07.2020 42:29 Min. Verfügbar bis 29.09.2020 WDR 5

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Zum Nachkochen - von Helmut Gote:

Erdbeerkonfitüre

Zutaten (für 5-6 mittelgroße Marmeladengläser mit Schraubverschluss):

  • 1 kg Erdbeeren
  • 1 kg Gelierzucker 1:1

Zubereitung:

Die geputzten Erdbeeren je nach Größe halbieren oder vierteln, mit dem Gelierzucker vier Stunden durchziehen lassen und anschließend alles kräftig durchrühren.
Die Marmelade unter ständigem Rühren aufkochen, bis sie sprudelnd kocht. Der generelle Richtwert für die Kochzeit ist 4 Minuten, genau ab dem Zeitpunkt, ab dem die Marmelade wirklich gut kocht. Nach ungefähr 3 ½ Minuten machen Sie die erste Gelierprobe:
Mit einem Löffel etwas Saft abschöpfen und auf einem flachen Teller leicht hin und her schwenken, dabei sollte der Saft etwas verlaufen und dann dickflüssig werden. Sonst die Marmelade noch 1 Minute weiter kochen und die Gelierprobe wiederholen.
Die gekochte Marmelade so heiß wie möglich bis an den Rand in Marmeladengläser mit Schraubverschluss füllen. Die heißen Gläser für etwa 10 Minuten auf dem Kopf in das mit kaltem Wasser gefüllte Spülbecken stellen, dann einmal kräftig schütteln und wieder richtig abstellen. Dann ist der Saft schon leicht geliert und die Erdbeerstückchen können sich nicht mehr nach oben absetzen.
Ganz auskühlen lassen, dunkel und kühl lagern.

Erdbeeren Romanov

Zutaten für 4 Personen:

  • 500g Erdbeeren
  • 20ml roter Portwein
  • 2 Päckchen Bourbon-Vanillezucker
  • 2 Esslöffel Orangenlikör
  • 250ml Sahne

Zubereitung:

Die Erdbeeren waschen, den Stielansatz wegschneiden, große Erdbeeren vierteln, kleine halbieren und unreife Erdbeeren wegwerfen.
100g der Erdbeeren zusammen mit dem Vanille-Zucker und dem Portwein im Mixer pürieren und kalt stellen. Die restlichen Erdbeeren mit dem Orangenlikör mindestens 2 Stunden in einer kleinen Schüssel marinieren, so dass alle Erdbeeren Kontakt mit dem Likör haben.
Vor dem Servieren die Sahne steif schlagen und anschließend die Portweinsauce vorsichtig darunter ziehen, so dass alles schön luftig bleibt. Marinierte Erdbeeren in kleine Schüsselchen geben und die Portweinsahne darauf verteilen.

Erdbeerjoghurt de Luxe

Zutaten für max. 4 Personen:

  • 500g Erdbeeren
  • 100g Zucker
  • 300g Joghurt
  • 200g Schmand 24% Fett
  • 100g Mascarpone
  • 1 Esslöffel fein gehackte frische Pfefferminze

Zubereitung:

Die Erdbeeren gründlich waschen, den Stielansatz wegschneiden und in ziemlich kleine Würfel schneiden. Mit dem Zucker vermischen und 2 Stunden lang ziehen lassen.
Den entstandenen Saft auffangen und gründlich mit Joghurt, Schmand und Mascarpone verrühren, am besten mit einem Schneebesen. Die Erdbeerwürfel unterziehen und das Ganze im Kühlschrank 30 Minuten kühler werden lassen. Mit der Minze bestreuen und mit großen Löffeln servieren.

Vegetarische Lasagne mit Basilikum und Tomate

Das Rezept des Monats Juli:

Grünkern-Lasagne

Zutaten:

  • 250g Grünkernschrot
  • 100g Möhren
  • 150g Staudensellerie
  • 2 Zwiebeln
  • 2 Knoblauchzehen
  • 5 Zweige Thymian
  • 2 Lorbeerblätter
  • 200ml trockener Rotwein
  • 400g Dosen-Tomaten
  • 1 Esslöffel Tomatenmark
  • 500ml Wasser
  • 150g grob geriebener Parmesan
  • 250ml Sahne
  • Ca. 250g Lasagne-Blätter (die nicht vorgekocht werden müssen)
  • Muskatnuss, Salz, Pfeffer, Olivenöl

Zubereitung:

Den Grünkernschrot in einer trockenen Pfanne bei mittlerer Hitze solange rösten, bis man sein Raucharoma deutlich riechen kann. Das ganze Gemüse (inkl. Knoblauch) schälen und waschen, grob zerkleinern und im Mixer fein hacken oder auf dem Gemüsehobel mittelfein reiben. Dann die Dosentomaten zerschneiden. Das Gemüse im Olivenöl, mit Salz und Pfeffer würzen, etwa 5 Minuten dünsten lassen. Anschließend den gerösteten Grünkernschrot einrühren, kurz mitdünsten lassen, mit dem Rotwein ablöschen, Dosentomaten mit ihrem Saft dazu gießen und zum Schluss 1/2 Liter Wasser. Optimal ist, wenn die Flüssigkeit etwa 1 cm über dem Grünkerngemüse steht.
Den Thymian und die Lorbeerblätter hinzufügen, nochmals mit Salz und Pfeffer abschmecken und alles zum Kochen bringen. 5 Minuten lang bei geringer Hitze köcheln lassen, umrühren, den Herd abschalten, und die Grünkernmasse bei geschlossenem Deckel 1/2 Stunde lang ziehen lassen. Die Sahne mit der Hälfte des Parmesans offen köcheln lassen, bis sie leicht cremig wirkt. Mit Muskatnuss würzen. Den Backofen auf 180 Grad vorheizen.
Ein Drittel dieser Sahne in eine Auflaufform gießen und den Boden flächendeckend mit den trockenen Lasagneblättern auslegen. Die Grünkernmasse abschmecken, Lorbeerblätter und Thymianzweige entfernen. Die Hälfte des gequollenen Grünkerns auf den Nudel-Blättern verstreichen, jeweils die Hälfte des restlichen Parmesans und der Sahne darüber verteilen. Das gleiche noch einmal für die nächste Schichtung so machen, mit Lasagne-Blättern abdecken und zum Schluss die restliche Sahne sowie den Parmesan auf der Oberfläche verteilen. Die Auflaufform mit Alufolie abdecken und die Lasagne im vorgeheizten Backofen 15 Minuten backen. Alufolie entfernen und weitere 20 Minuten fertig backen, bis die Oberfläche goldbraun ist.
Aus dem Ofen nehmen, 10 Minuten ziehen lassen und servieren.

Stand: 01.07.2020, 09:28