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23.03 - 06.00 Uhr ARD Infonacht

Wiener Würstchen im Test

Zwei Wiener Würstchen, Kartoffelsalat und Senf auf einem Teller

Wiener Würstchen im Test

Warum ist die Wiener eigentlich eine Frankfurter? Und welche schmeckt am besten? "Alles in Butter" klärt auf.

Worauf kann man sich noch verlassen in dieser Zeit? Na, vielleicht darauf, dass Würstchen immer gehen. Die Liebe der Deutschen zur Wurst ist legendär – und mit Blick auf das breite Angebot auch zu belegen. Zu den beliebtesten Spielarten gehört das Wiener Würstchen. Ursprünglich handelt es sich um eine heimische Spezialität: Ein Frankfurter Metzger hat diese Wurst im 18. Jahrhundert erfunden und, nachdem er nach Wien umgezogen war, auch in seiner neuen Heimat bekannt gemacht (dort heißt sie Frankfurter, witzigerweise).

Unsere Cheftesterin Sigrid Müller hat mit ihrem Team elf Sorten Wiener probiert: aus dem Glas, aus der Folie und aus der Dose. Wie die Tester bewertet haben, erfahren Sie brühwarm bei "Alles in Butter". Auf die persönliche Anwesenheit von Sigrid Müller müssen Carolin Courts und Helmut Gote verzichten. Sicherheit geht vor. Aber auch in kleiner Besetzung lässt sich über Wiener, Bockwurst und Hot Dog reden. Und zum Nachtisch gibt's – aus gegebenem Anlass – Marillenknödel.

Wiener Würstchen im Test

Der Brühwürstchen-Appetit der Deutschen ist beachtlich. Rund 60 Stück gönnt sich der Durchschnittsesser hierzulande pro Jahr. Ganz besonders beliebt sind Wiener Würstchen. Ein Wiener geht immer. Ob mit Senf auf dem Brötchen, in der Suppe oder mit Kartoffelsalat, vorzugsweise zum Kindergeburtstag. Erfunden hat diese dünne, leicht geräucherte Brühwurst ein Metzger aus Frankfurt, der im 19. Jahrhundert nach Wien ausgewandert ist. Dort veränderte er die Rezeptur des klassischen Frankfurter Würstchens – es wurde zum Wiener Würstchen. Inzwischen gibt es sie bei jedem Metzger, aber auch industriell hergestellt als Frischware im Kühlregal oder monatelang haltbar gemacht aus dem Glas oder in der Konserve.

Wir haben elf Wiener Würstchenprodukte im Supermarkt und beim Discounter eingekauft. Verpackt in Plastikfolie aus dem Kühlregal, im Glas und in der Konserve. Vier Würstchenprodukte gab es in Bio-Qualität. Alle Wiener waren nach der klassischen Rezeptur hergestellt: Sie enthielten Schweinefleisch, in zwei Würstchenmarken war auch Rindfleisch mitverarbeitet, was erlaubt ist.

Aus dem Kühlregal schmecken sie besser

In unserer Probierrunde saß Heinrich Görrig, Metzgermeisteraus Köln, er weiß wie ein gutes Brühwürstchen schmecken muss. Zweiter am Testertisch war Harald Nuss vom Verein Slow food, einer Organisation, die sich für gutes regionales Essen einsetzt, er kauft Wiener nur beim Metzger seines Vertrauens. Dritte in der Runde war Lebensmittelexpertin Beate Schering aus Krefeld. Das Ergebnis der Kostprobe war eindeutig: Auf den ersten fünf Plätzen landeten die Wiener Würstchen in Plastikfolie aus dem Kühlregal. Zweimal gab es hier sogar die Note gut. Am besten schnitten die Wiener Würstchen der Firma Wilhelm Brandenburg ab. Die fanden die Tester schön knackig, angenehm gewürzt, auch das dezente Raucharoma gefiel. Auf Platz zwei landeten, ebenfalls mit der Note gut, die Ja!-Würstchen von Rewe, also eine Billigmarke. Fünf Mal gab es außerdem ein befriedigend für die Wiener im Test.

Vier Wiener Würstchen schmeckten den Testern nicht besonders. Die Hauptkritik: Diese Wiener waren nicht knackig genug, waren zu salzig, hatten zu wenig Raucharoma und vor allem schmeckten sie wässrig. Dieses Problem hatten besonders die Würstchen aus dem Glas. Die lange Lagerung in Wasser scheint also den Würstchen nicht gut zu bekommen. Besonders enttäuschend fanden die Tester die Wiener der Firma Meica, sie kamen mit einem schwachen ausreichend auf den letzten Platz.

"Delikatess"-Wiener wirklich besser?

Wird ein Wiener Würstchen mit dem Zusatz "Delikatess" beworben, muss das Produkt mehr qualitätvolles Muskelfleisch enthalten. Den Testern ist das allerdings in unserer Probierrunde geschmacklich nicht positiv aufgefallen. Die beiden Delikatess-Wiener schafften nur die Note ausreichend. Der Preis war ebenfalls keine Orientierung, auch teurere Wiener landeten auf den hinteren Plätzen.

Redaktion: Gundi Große

Zwei Enden, ein Knack – Wiener Würstchen im Test

WDR 5 Alles in Butter 04.04.2020 42:25 Min. Verfügbar bis 04.04.2021 WDR 5


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Stand: 02.04.2020, 10:14