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Wiener Würstchen im Test

Zwei Wiener Würstchen, Kartoffelsalat und Senf auf einem Teller

Wiener Würstchen im Test

Warum ist die Wiener eigentlich eine Frankfurter? Und welche schmeckt am besten? "Alles in Butter" klärt auf.

Worauf kann man sich noch verlassen in dieser Zeit? Na, vielleicht darauf, dass Würstchen immer gehen. Die Liebe der Deutschen zur Wurst ist legendär – und mit Blick auf das breite Angebot auch zu belegen. Zu den beliebtesten Spielarten gehört das Wiener Würstchen. Ursprünglich handelt es sich um eine heimische Spezialität: Ein Frankfurter Metzger hat diese Wurst im 18. Jahrhundert erfunden und, nachdem er nach Wien umgezogen war, auch in seiner neuen Heimat bekannt gemacht (dort heißt sie Frankfurter, witzigerweise).

Unsere Cheftesterin Sigrid Müller hat mit ihrem Team elf Sorten Wiener probiert: aus dem Glas, aus der Folie und aus der Dose. Wie die Tester bewertet haben, erfahren Sie brühwarm bei "Alles in Butter". Auf die persönliche Anwesenheit von Sigrid Müller müssen Carolin Courts und Helmut Gote verzichten. Sicherheit geht vor. Aber auch in kleiner Besetzung lässt sich über Wiener, Bockwurst und Hot Dog reden. Und zum Nachtisch gibt's – aus gegebenem Anlass – Marillenknödel.

Wiener Würstchen im Test

Der Brühwürstchen-Appetit der Deutschen ist beachtlich. Rund 60 Stück gönnt sich der Durchschnittsesser hierzulande pro Jahr. Ganz besonders beliebt sind Wiener Würstchen. Ein Wiener geht immer. Ob mit Senf auf dem Brötchen, in der Suppe oder mit Kartoffelsalat, vorzugsweise zum Kindergeburtstag. Erfunden hat diese dünne, leicht geräucherte Brühwurst ein Metzger aus Frankfurt, der im 19. Jahrhundert nach Wien ausgewandert ist. Dort veränderte er die Rezeptur des klassischen Frankfurter Würstchens – es wurde zum Wiener Würstchen. Inzwischen gibt es sie bei jedem Metzger, aber auch industriell hergestellt als Frischware im Kühlregal oder monatelang haltbar gemacht aus dem Glas oder in der Konserve.

Wir haben elf Wiener Würstchenprodukte im Supermarkt und beim Discounter eingekauft. Verpackt in Plastikfolie aus dem Kühlregal, im Glas und in der Konserve. Vier Würstchenprodukte gab es in Bio-Qualität. Alle Wiener waren nach der klassischen Rezeptur hergestellt: Sie enthielten Schweinefleisch, in zwei Würstchenmarken war auch Rindfleisch mitverarbeitet, was erlaubt ist.

Aus dem Kühlregal schmecken sie besser

In unserer Probierrunde saß Heinrich Görrig, Metzgermeisteraus Köln, er weiß wie ein gutes Brühwürstchen schmecken muss. Zweiter am Testertisch war Harald Nuss vom Verein Slow food, einer Organisation, die sich für gutes regionales Essen einsetzt, er kauft Wiener nur beim Metzger seines Vertrauens. Dritte in der Runde war Lebensmittelexpertin Beate Schering aus Krefeld. Das Ergebnis der Kostprobe war eindeutig: Auf den ersten fünf Plätzen landeten die Wiener Würstchen in Plastikfolie aus dem Kühlregal. Zweimal gab es hier sogar die Note gut. Am besten schnitten die Wiener Würstchen der Firma Wilhelm Brandenburg ab. Die fanden die Tester schön knackig, angenehm gewürzt, auch das dezente Raucharoma gefiel. Auf Platz zwei landeten, ebenfalls mit der Note gut, die Ja!-Würstchen von Rewe, also eine Billigmarke. Fünf Mal gab es außerdem ein befriedigend für die Wiener im Test.

Vier Wiener Würstchen schmeckten den Testern nicht besonders. Die Hauptkritik: Diese Wiener waren nicht knackig genug, waren zu salzig, hatten zu wenig Raucharoma und vor allem schmeckten sie wässrig. Dieses Problem hatten besonders die Würstchen aus dem Glas. Die lange Lagerung in Wasser scheint also den Würstchen nicht gut zu bekommen. Besonders enttäuschend fanden die Tester die Wiener der Firma Meica, sie kamen mit einem schwachen ausreichend auf den letzten Platz.

"Delikatess"-Wiener wirklich besser?

Wird ein Wiener Würstchen mit dem Zusatz "Delikatess" beworben, muss das Produkt mehr qualitätvolles Muskelfleisch enthalten. Den Testern ist das allerdings in unserer Probierrunde geschmacklich nicht positiv aufgefallen. Die beiden Delikatess-Wiener schafften nur die Note ausreichend. Der Preis war ebenfalls keine Orientierung, auch teurere Wiener landeten auf den hinteren Plätzen.

Redaktion: Gundi Große

Zwei Enden, ein Knack – Wiener Würstchen im Test

WDR 5 Alles in Butter 04.04.2020 42:25 Min. Verfügbar bis 01.07.2020 WDR 5

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Zum Nachkochen - von Helmut Gote

Marillenknödel (im Winter mit getrockneten Aprikosen)

Zutaten für 8 Stück:

Für den Teig:

  • 350g Bio-Magerquark
  • 60g Puderzucker
  • 30g weiche Butter
  • 2 Eigelbe
  • 2 Eier (M)
  • 1 Prise Salz
  • 125g Toastbrot ohne Rinde
  • Geriebene Schale von einer Bio-Orange
  • Geriebene Schale von einer Bio-Zitrone
  • Ca. 20g Semmelbrösel
  • 8 getrocknete Bio-Aprikosen

Außerdem:

  • Ca. 50g Semmelbrösel
  • Ca. 50g Butter
  • Puderzucker

Zubereitung:

So viel kochendes Wasser über die Aprikosen gießen, dass sie gut bedeckt sind. 6 Stunden quellen lassen. Das Toastbrot sehr klein würfeln. Eigelbe und Eier verquirlen, gut mit den Toastwürfeln vermischen und 30 Minuten quellen lassen. Quark, Butter, Puderzucker, etwas Salz und die Schale der Zitrusfrüchte vermischen. Eingeweichte Toastbrotwürfel mit den Händen gründlich zerdrücken und mit einem Holzlöffel kräftig in die Quarkmasse einarbeiten. Zum Schluss die Semmelbrösel dazugeben, noch einmal sorgfältig verrühren und 30 Minuten ziehen lassen.
In einem großen Topf Wasser mit etwas Salz und etwas Zucker aufkochen.
Aus der Quarkmasse mit nassen Händen 8 Knödel formen, deren Größe näher am Tennisball als am Golfball liegt, und dabei jeweils eine Aprikose in der Mitte einarbeiten. Ins köchelnde Wasser geben, dann aber etwa 15 Minuten nur noch sieden (also ganz knapp unter köcheln).
In einer Pfanne die Butter zerlaufen lassen und die Semmelbrösel einrühren. Bei niedriger Hitze hell bräunen. Topfenknödel aus dem Wasser fischen, abtropfen lassen und in den Butterbröseln rollen. Auf Tellern mit etwas Puderzucker bestäuben und servieren.

Zum Nachkochen - von Carolin Courts

Corn Dogs mit Dip

Hinweis:

Die Mengenangaben in Tassen beziehen sich auf amerikanisches "Cup"-Maß. Wenn Sie keines besitzen, nehmen Sie eine mittelgroße Kaffeetasse als Ausgangspunkt.

Zutaten:

  • 6-8 Würstchen + Holzspieße mit Griff

Für den Teig:

  • 1/2 Tasse Mehl
  • 1/2 Tasse Maismehl
  • 1/2 EL Zucker
  • 3 TL Backpulver
  • 1/2 TL Chilipulver
  • Salz & Pfeffer
  • 1 Ei
  • 1/2 Tasse Buttermilch
  • 1 TL getrocknete, granulierte Zwiebeln
  • 1/8 Tasse Öl
  • etwas Milch zum Verdünnen
  • Öl zum Frittieren

Zubereitung:

Zuerst alle trockenen Zutaten vermischen. Dann separat die nassen Zutaten (inklusive Ei) mixen. Die flüssigen Zutaten unter die trockenen schlagen und mit Milch verrühren, bis die Konsistenz zäh fließend ist. Der Teig soll die Würstchen einhüllen, ohne gleich zu rinnen. Anschließend kurz abschmecken.

Die aufgespießten und abgetupften Würstchen leicht in Mehl wälzen. Mit dem Teig begießen und dabei drehen. Am besten den Teig in ein hohes Gefäß füllen und mit einer kleinen Suppenkelle schöpfen. Wenn Sie die Wurst über das Gefäß halten, tropft der Überschuss einfach zurück.

Sofort in 180°C heißem Fett frittieren, bis die Corn Dogs braun sind. Mehr als 2 Corn Dogs gleichzeitig sollten nicht in die Fritteuse.

Dazu passt ein Honig-Senf-Mayo-Dip nach amerikanischem Vorbild:

Zutaten:

  • 50 ml fettarme, zimmerwarme H-Milch (tatsächlich)
  • bis 100 ml Öl
  • 1 TL Senf
  • 1 TL Zitronensaft
  • Salz & Pfeffer
  • 3 EL Honig
  • 2 TL mittelscharfer Senf
  • 1 EL Dijonsenf
  • evtl. Chilipulver

Zubereitung:

Die Milch in einen Pürierbecher mit 1 TL Senf geben und mit dem Pürierstab ordentlich aufmischen. Ganz allmählich das Öl einlaufen lassen und immer weiter kräftig mixen, bis eine mayonaiseartige Konsistenz entstanden ist. Mit Zitronensaft, Pfeffer und Salz abschmecken, dann die restlichen Zutaten unterrühren und nochmals kosten. Zu den Corn Dogs servieren.

Stand: 02.04.2020, 10:14