Live hören
Jetzt läuft: Flamingo hangover von Africaine 808
23.03 - 06.00 Uhr ARD Infonacht

Veggie-Trend – Gemüsefrikadellen im Test

Vegetarischer Burger-Patty

Veggie-Trend – Gemüsefrikadellen im Test

Sind vegetarische Bratlinge bloße Ersatzprodukte oder können sie aus sich selbst heraus überzeugen – ohne Vergleich mit der klassischen Frikadelle? Wir machen den Test – und weitere vegetarische Vorschläge.

Dass Grünkern, Gemüse und Soja ein Imageproblem hatten, ist schon ein Weilchen her. Alle großen Hersteller und alle Supermarktketten sind inzwischen auf den Trend aufgesprungen: Denn immer mehr Menschen möchten sich – zumindest manchmal – fleischfrei ernähren. Und weil "Patties" – so heißen die bratfähigen Scheiben, die man sich auf den Burger legt – praktisch und beliebt sind, gibt es davon inzwischen auch viele vegetarische und vegane Spielarten. Cheftesterin Sigrid Müller hat sich mit ihrem Team durch sieben Proben gebissen.

Muss es immer Fleisch sein? Veggie Bratlinge im Test

Sie sind aus Erbsen, Linsen oder Lupinen, vegetarische Bratlinge, die versuchen Fleischburger zu ersetzen. Der Markt dieser Imitate boomt, denn Fleisch ist bei vielen in Verruf geraten. Es ist nicht nur ungesund, wenn Fleisch jeden Tag auf den Tisch kommt, dieser maßlose Konsum schädigt erwiesenermaßen auch das Klima. Mit einer der Gründe, warum immer mehr Menschen hierzulande sogenannte Flexitarier werden. Sie essen nur noch ab und zu Fleisch. Die Industrie hat diesen Trend längst erkannt und schafft es inzwischen tatsächlich vegetarische Burger herzustellen, die dem Original oft verblüffend ähnlich sehen. Aber schmecken diese Imitate auch?

Der Testverlauf
Diesmal saßen eine Testerin und zwei Tester in unserer Probierrunde. Einmal Annegret Fuentes vom Gourmetverein Slow food - bei ihr kommt nur noch ab und zu Fleisch auf den Tisch; ebenso wie bei Rüdiger Lobitz - er ist Ernährungsexperte und ebenfalls Flexitarier. Dritter in der Runde war Christoph Mirbach; er ernährt sich seit Jahren vegetarisch und kauft auch schon mal Veggie Bratlinge aus dem Supermarkt, wenn Gäste kommen. Probiert wurden sieben Pflanzenbratlinge aus Supermärkten und von Discountern. Fünf Produkte waren vegan, also ohne Hühnerei in der Rezeptur, drei Bratlinge gab es in zusätzlicher Bio-Qualität. Die pflanzlichen Burger wurden nach der Anleitung auf der Verpackung in Pflanzenöl gebraten und dann serviert.

Im Geschmack überwiegend akzeptabel
In der Probierrunde fiel eines sofort auf: Optisch gab es zwei Sorten von Veggie Burgern; einmal solche, die aussehen wollten wie Fleisch, während die Bratlinge in der zweiten Gruppe direkt als Gemüseprodukte zu erkennen waren. Die Noten für die Pflanzenburger lagen fast alle im Mittelfeld. Fünfmal gab es ein „befriedigend“, zwei Produkte kamen nur auf ein „ausreichend“. Auf dem zweiten Platz landete ein Bratling, der schon auf den ersten Blick aussah wie ein Gemüseprodukt, das war der vegane Mini-Burger der Firma Soto. Am besten schmeckte in unserem Test ein Veggie Bratling, der dem Original aus Fleisch verblüffend ähnlich sah. Den veganen Burger „Garden Gourmet“ von Nestlé fanden all drei in der Probierrunde optisch ansprechend und angenehm fest im Biss. Nur der Geschmack wurde als etwas fad empfunden. Schlusslicht in unserer Kostprobe waren die Lupinenfrikadellen der Firma Alberts. Kritisiert wurde hier die breiige und klebrige Konsistenz, sowie ein leicht künstlicher Nachgeschmack. Auch einige andere Gemüseburger in unserem Test hatten ein Problem mit der Textur, sie wurden als krümelig oder gummiartig empfunden.

Starke industrielle Verarbeitung
Veggie Burger schonen als Fleischersatz zwar das Klima, sind aber alles andere als naturbelassene Produkte. Sie sind stark industriell verarbeitet. Die Rezepturen enthalten bis zu zwanzig verschiedene Inhaltstoffe, darunter auch Stabilisatoren, Konservierungsstoffe und Aromen. Häufig ist außerdem der Fettanteil fast so hoch wie bei einem Fleischburger und auch der Salzgehalt kann problematisch sein.

Echte Begeisterung kam dabei nicht auf. Wobei Moderator Uwe Schulz den Testsieger (von Nestlé, siehe Tabelle) durchaus schmackhaft findet. Genuss-Experte Helmut Gote wird in diesem Leben kein Fan mehr von Fertig-Patties – übrigens egal, ob mit oder ohne Fleisch; er wirbt stattdessen fürs Selbermachen und liefert die Rezepte gleich mit. Danach ist Zeit für das "Rezept des Monats", diesmal ein italienisches Hefegebäck für die Ostertage. Dazu ein Bier aus Münster, Prosit!

Redaktion: Heiko Hillebrand

Veggie-Trend - Gemüsefrikadellen im Test

WDR 5 Alles in Butter 27.03.2021 46:08 Min. Verfügbar bis 26.03.2022 WDR 5


Download

Weitere Infos:

Brauerei/Gaststätte Pinkus Müller
Kreuzstraße 4 - 10
48143 Münster
Tel.: 0251 45151

Die verkosteten Biere:

  • Pinkus Pils
  • Pinkus spezial
  • Original Pinkus Alt
Traditionell italienischer Osterkuchen in Taubenform