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Barbecue-Saucen im Test

selbstgemachte Barbecuesauce in einem Glas mit Löffel

Barbecue-Saucen im Test

Für Grillfans hat die Hauptsaison begonnen. Wir wollten wissen: Welche Barbecue-Saucen kann man empfehlen? Alles in Butter mit dem Test der Fertigprodukte.

Ob Bratwurst, Nackensteak oder Putenspieß: In vielen Haushalten wird zum Grillgut Barbecue-Sauce serviert. Das rauchige Aroma und die oft darin dominierende Schärfe begeistern gerade Männer. Aber selbstverständlich greifen auch Frauen ganz gern nach der dunklen Würzsauce. Chef-Testerin Sigrid Müller hat mit ihrem Team zehn Fertig-Saucen aus der Flasche gekostet; die Ergebnisse reichen von "gut" bis "ausreichend". Wie so oft lieferten der Preis und die Herkunft der Zutaten (bio oder konventionell) wenig Orientierungshilfe. Man oder frau kann also in jedem Markt-Segment mehr oder weniger Schmackhaftes finden. Genuss-Experte Helmut Gote und Moderatorin Carolin Courts probieren sowohl den Sieger als auch den Verlierer des Tests – und freuen sich, dass Helmut Gote noch ein paar alternative Vorschläge unterbreiten kann: für fertige Saucen und auch für selbstgemachte. Bei den Eigenkreationen kommen dann auch Barbecue- bzw. Grill-Skeptiker auf ihre Kosten. Und das gilt erst recht für unser "Rezept des Monats": Kohlrabi in einer asiatisch scharfen Interpretation.

Raucharoma aus der Flasche: Barbecue-Saucen im Test

Ein klassisches Barbecue ist nur etwas für richtige Männer. So das Klischee. Denn beim amerikanischen Original wird das Fleisch in Wildwest-Manier in einem abgedeckten Erdloch im Rauch von glimmendem Holz gegart. Heute macht man das etwas weniger aufwendig im so genannten Barbecue-Smoker. Aber auch mit der modernen Variante bleibt die Garmethode gleich: Die Fleischstücke liegen stundenlang im heißen Rauch. Das gibt dem Grillgut seine unverwechselbare Würze. Nun stehen in deutschen Parks und Hausgärten normalerweise keine Smoker, sondern es wird eher auf dem Elektro- oder Kohlegrill gegart. Das Raucharoma muss dann von der Barbecue-Sauce kommen. Diese Würzsaucen gibt es inzwischen in jedem Supermarkt und sie werden bei deutschen Grillfans immer beliebter. Fragt sich nur, wie diese Fertigsoßen mit so martialischen Namen wie "Made for Meat" oder "Bull's Eye" schmecken?

Der Test

In unserem Test haben wir zehn Barbecue-Saucen aus Supermärkten und vom Discounter probieren lassen, zwei davon waren in Bio-Qualität. In der Testrunde saßen drei Grillfans. Als besonderer Experte war Mirko Werner vom Cateringunternehmen Grillmeister NRW dabei, außerdem Hobbykoch Michael Groth, er wirft gern mal seinen Grill am Wochenende an. Dritte in der Runde war Martina Göpfert vom Netzwerk Haushalt, sie grillt am liebsten mit der ganzen Familie.

Nur teilweise lecker

Das Testergebnis war ziemlich durchwachsen. Nur eine Barbecue-Sauce erreichte in der Blindverkostung unserer Tester die Note "gut". Am besten der Runde geschmeckt hat die Sauce "Bull's Eye" der Firma Kraft-Heinz. Mithilfe einer sehr martialischen Aufmachung, mit einem Stierkopf auf dem Etikett wird sie in echtem Western Style beworben. Für vier Barbecue-Saucen gab es ein "befriedigend", der Rest war nur "ausreichend". Etliche Soßen waren unseren Testern zu süß, zu Ketchup-lastig oder zu dünnflüssig. Bei einigen wurde außerdem das Raucharoma vermisst. In der Probierrunde gar nicht überzeugen konnte die "BBQ-Sauce" von Kania, eine Lidl-Eigenmarke. Das Urteil der Tester: säuerlich und chemisch im Geschmack.

Wie kommt der Rauchgeschmack in die Saucen?

Der Barbecue-Geschmack kommt durch den Zusatz von Raucharomen zustande. Diese Aromen bestehen aus kondensiertem und destilliertem Holzrauch. Sie gibt es in fester und flüssiger Form auch zu kaufen. In etlichen unserer Testsoßen sorgte auch Rauchsalz für den speziellen Barbecue-Geschmack. Das ist mit Raucharoma gewürztes Speisesalz. Welches Holz zur Herstellung der Aromen benutzt wurde, war übrigens nur bei einer einzigen der getesteten Soßen in der Rezeptur angegeben. In der Barbecue-Sauce "Made for Meat" von Kühne stammt das Aroma von Hickoryholz, einem sehr harten Nussholz aus den USA, das dort fürs traditionelle Barbecue verwendet wird. Dem Geschmack hat das aber aus Sicht unserer Tester nicht geholfen. In unserer Kostprobe bekam diese Grillsoße nur ein "ausreichend".

Redaktion: Heiko Hillebrand

Barbecue-Saucen im Test

WDR 5 Alles in Butter 03.06.2020 43:35 Min. Verfügbar bis 27.08.2020 WDR 5

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Zum Nachkochen von Helmut Gote:

Oldfashioned Texas-Style Barbecuesauce

Zutaten für etwa 0,7l Sauce:

  • 2 Zwiebeln
  • 4 Knoblauchzehen
  • 50g Rohrzucker
  • 1 gestrichener Teelöffel geräuchertes, scharfes Chilipulver (Pimenton de la vera)
  • 1 gehäufter Teelöffel geräuchertes, mildes Pimenton de la vera
  • ein paar Spritzer Worcestersauce
  • 0,7l passierte Tomaten
  • Je ein gehäufter Teelöffel Koriander, Kreuzkümmel, Gewürznelke (alles gemahlen)
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung:

Die Zwiebeln sehr fein würfeln und den Knoblauch fein hacken. In etwas Olivenöl andünsten, salzen, pfeffern und 5 Minuten lang weiter dünsten. Den Zucker einrühren, 2 Minuten lang mitdünsten, das Chilipulver und alle anderen Gewürze dazugeben. Anschließend mit den passierten Tomaten verrühren. Die Sauce 20 Minuten offen köcheln, dabei gelegentlich umrühren. Noch einmal, auch mit ein paar Tropfen Worcestersauce, abschmecken und danach abkühlen lassen.

Zusätzliche Gewürze für die Wildwest-Variante:

  • 1 Esslöffel geräuchertes, mildes Pimenton de la vera
  • 1 Esslöffel Chili Ancho (Pulver)
  • 1 gehäufter Teelöffel geräucherter Zucker
  • 1 Teelöffel Worcestershiresauce

Ajvar

Zutaten (ergibt etwa 350g):

  • 750g rote Paprikaschoten
  • 350g Auberginen
  • Olivenöl, Salz, Zitronensaft

Zubereitung:

Den Backofen auf 200 Grad vorheizen. Die gewaschenen Paprikaschoten halbieren und entkernen. Den Stielansatz von den Auberginen abschneiden und die Auberginen längs halbieren. Die Schnittflächen leicht salzen, nach 15 Minuten abwischen und mit etwas Olivenöl bestreichen. Anschließend die Paprikaschoten mit den Schnittflächen nach unten auf ein Backblech legen, die Auberginen mit den Schnittflächen nach oben. Die Paprikaschoten so lange garen, bis die Haut schwarze Blasen wirft (etwa 30 bis 40 Minuten), die Auberginen solange, bis sie ganz weich sind (meist etwas länger). Paprikaschoten aus dem Ofen nehmen und mit Backpapier abdecken. Nach 10 Minuten lässt sich die Haut ganz gut abziehen. Das Fruchtfleisch der garen Auberginen mit einem Esslöffel aus der Schale löffeln. Paprika und Aubergine mit etwas Olivenöl, ein paar Tropfen Zitronensaft und Salz im Mixer nicht zu fein pürieren. Dann einige Stunden im Kühlschrank durchziehen lassen und bei Zimmertemperatur servieren.

Rezept des Monats Juni

geschnittener Kohlrabi auf einem Holzbrettchen

Kohlrabigemüse asiatisch

Zutaten für 4 Personen:

  • 800g Kohlrabi
  • 400g neue Kartoffeln
  • 100ml Wasser
  • 250g Schmand (24% Fett)
  • 15 Thai-Basilikumblätter
  • 15 Shiso-Blätter
  • Shichimi Togarashi (japanische Gewürzmischung)
  • 60g Butter
  • Butter, Salz, Pfeffer, Muskatnuss

Zubereitung:
Die Kartoffeln und den Kohlrabi schälen und in Würfel von etwa 1x2cm Kantenlänge schneiden. Dann 5 Minuten bei mittlerer Hitze in der Butter andünsten, salzen und pfeffern. Schmand und Wasser vermischen und das Gemüse damit ablöschen. Mit Muskatnuss würzen. Anschließend 10 Minuten mit Deckel leicht köcheln lassen, zwischendurch mal verrühren. Dann weiter offen dünsten, bis der Kohlrabi und die Kartoffeln weich, aber noch etwas "al dente" (mit Biss) sind und die Flüssigkeit cremig geworden ist.

Basilikum- und Shisoblätter quer in feine Streifen schneiden und unter das Gemüse mischen, nicht mehr köcheln lassen. Mit Shichimi Togarashi abschmecken und servieren.

Stand: 28.05.2020, 16:13