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23.03 - 07.00 Uhr ARD Infonacht

Wir testen Thunfisch im eigenen Saft

Thunfisch auf einem Teller angerichtet

Wir testen Thunfisch im eigenen Saft

Pizza Tonno und Vitello Tonnato wären ohne ihn nicht denkbar: Thunfisch ist ein Küchenklassiker. Wir haben Thunfisch als Fertigprodukt im eigenen Saft getestet. Welche Sorte überzeugt? Thun oder lassen?

Dosen-Thunfisch in Öl haben wir vor einiger Zeit schon einmal getestet, mit recht enttäuschenden Ergebnissen. Diesmal wollten wir wissen, ob Dosen-Thunfisch im eigenen Saft die bessere Wahl ist. Unsere Chef-Testerin Sigrid Müller hat sich mit ihrem Team durch neun Proben gearbeitet, darunter ein Glas und acht Dosen, gekauft in Supermärkten und Bioläden.

Die gute Nachricht: Geschmacklich haben diese Produkte deutlich besser abgeschnitten als damals jene in Öl. Die nicht ganz so gute Nachricht: Das reine Gewissen gibt es beim Thunfisch nicht automatisch dazu. Genuss-Experte Helmut Gote rät, unbedingt auf Umwelt- und Tierschutz-Siegel zu achten. Wenn die Kaufentscheidung gefallen ist, gibt es zahllose Möglichkeiten zum Einsatz in der Küche. Helmut Gote präsentiert Moderator Uwe Schulz zunächst seine Version von Vitello Tonnato – Kalbfleisch mit Thunfischsauce –, was im Studio auch bei Chef-Testerin Sigrid Müller Begeisterung auslöst. Wobei die Thunfisch-Tortilla, die es danach gibt, nicht weniger Applaus erhält. Das Rezept des Monats kommt dann ganz ohne Fisch aus – ist bei "Zwetschgenkuchen mit Dinkel" aber auch besser.

Gutes aus der Dose: Thunfisch im Test

Ob im Salat, auf dem Sandwich, auf der Pizza oder in der Pasta – Thunfisch gibt oft den letzten geschmacklichen Kick. Hierzulande belegt der kulinarische Tausendsassa inzwischen Platz drei auf der Beliebtheitsskala, hinter Seelachs und Lachs, und hat damit den Hering überholt. Doch das hat seinen Preis. Etliche Thunfischarten gelten inzwischen als stark überfischt. Glücklicherweise gilt das für den herkömmlichen Thunfisch aus der Dose bisher noch nicht. Doch wie schmeckt dieses industriell verarbeitete Massenprodukt?

Der Testablauf

Es gab neun Mal Dosenthunfisch im eigenen Saft, eingekauft in Supermärkten und beim Discounter, drei Produkte kamen aus dem Bioladen. In der Probierrunde saß mit Beate Schering eine besondere Expertin, sie hat als Lebensmittelprüferin gearbeitet, weiß also, wie guter Fisch aussehen und schmecken muss. Zweiter in der Runde war Rüdiger Lobitz, ebenfalls ein Lebensmittelkenner, der gern mal Dosen-Thunfisch in der Küche verarbeitet, ebenso wie Harald Nuss, Hobbykoch vom Verein Slow food.

Erfreulich gute Noten

Die Tester waren überrascht von der doch recht guten Qualität der Dosenware. Fünf Thunfische bekamen ein "befriedigend", dreimal gab es beim Geschmack sogar ein "gut". Hier gefielen vor allem die größeren Fischstücke und die schöne feste Konsistenz. Auf Platz eins landete ein Discounterprodukt: die Thunfischfilets von Ja! , eine Billigmarke von Rewe. Diese Filets fanden die Tester richtig lecker. "Lecker Fisch" war auch das Urteil für die Rewe "Feine Welt" Filets vom Weißen Thun, knapp dahinter, ebenfalls mit der Note "gut", lag der Armada Dosenfisch von Aldi Süd. Kritisch bewerteten die Tester bei einigen Produkten das zu flache Aroma, einige wurden auch als etwas zu trocken empfunden. Ein Thunfisch fiel in der Bewertung ziemlich durch, das waren die Filets der Firma "Pan do mar". Hier bemängelten die Tester einen Fremdgeruch und eine säuerliche Aromanote. Ausgerechnet diese Probe war mit 3,43 Euro pro 100 Gramm eine der teuersten im Test.

Auf Siegel achten

Viele Fischprodukte tragen inzwischen das MSC Siegel (Marine Stewardship Council), es ist blau, enthält einen stilisierten Fisch und wird von einer international unabhängigen Organisation vergeben. Laut MSC dürfen keine bedrohten Bestände abgefischt werden und die Fangmethoden müssen umweltverträglich sein. In unserem Test hatten drei Thunfischdosen das MSC Siegel, darauf sollte man beim Kauf achten. Ein besonderes Schutzsignet bei Thunfischkonserven ist das "Safe" Siegel. Ein kleines rundes Logo mit einem springenden Delphin. Das "Safe" Siegel soll Fangmethoden garantieren, bei denen keine Delphine mitgefischt werden. Delphine schwimmen häufig im Verbund mit Thunfisch-Schwärmen. In unserem Test trugen vier Produkte dieses Logo, ebenfalls eine gute Orientierung beim Kauf. Sogenannte Angelrutenfischerei war auf drei Thunfischdosen angegeben, diese besonders umweltschonende traditionelle Fischerei wird zum Beispiel auf den Malediven betrieben. Alle drei Dosenthunfische aus dem Bioladen hatten diese Kennzeichnung.

Was für Thunfische kommen in die Dose?

Die gute Nachricht: Es werden in der Regel keine gefährdeten Thunfischarten verarbeitet. In die Dose kommt fast immer der sogenannte "Echte Bonito". Er ist streng zoologisch gesehen kein richtiger Thunfisch, sondern ein enger Verwandter der Gattung. In unserem Test war nur eine Thunfischart problematisch, das war der Weiße Thun, diese Art ist nach Meinung von Umweltschutzorganisationen gefährdet.

Der Preis war keine Orientierung

In diesem Test schnitten zwei preiswerte Discounterprodukte mit der Note "gut" ab. Die zwei teuersten Dosen-Thunfische, sie waren rund vier Mal so teuer, landeten auf den beiden letzten Plätzen in unserer Bewertungstabelle.

Redaktion: Heiko Hillebrand

Wir testen Thunfisch im eigenen Saft

WDR 5 Alles in Butter 29.08.2020 45:40 Min. Verfügbar bis 28.08.2021 WDR 5


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