23.08.1944 - Todestag des letzten osmanischen Kalifen

Kalif Abdülmecid II.

ZeitZeichen

23.08.1944 - Todestag des letzten osmanischen Kalifen

Von Tobias Mayer

Nur zwei Jahre, von 1922 bis 1924, war Abdülmecid II. formell das religiöse Oberhaupt aller Muslime – allerdings ohne Macht und Einfluss. Als Abdülmecid II. in Ankara zum Kalifen gewählt wurde, war die weltliche Macht des einstigen Riesenreiches der Osmanen bereits Geschichte.

Die Revolutionäre um Mustafa Kemal (Atatürk) hatten Mehmed VI. im November 1922 aus dem Land gejagt und das Sultanat beendet. Atatürk bereitete längst die Gründung der Republik Türkei vor. Sie sollte modern – und das hieß: westlich und laizistisch – sein. Das Amt des Kalifen passte nicht mehr dazu.

Im März wurde Abdülmecid II. abgesetzt, Scharia und Kalifat abgeschafft und sogar das Tragen religiöser Kleidung verboten. Abdülmecid starb 1944 im Exil in Paris.

Redaktion: Michael Rüger

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WDR ZeitZeichen 23.08.2014 14:44 Min. Verfügbar bis 20.08.2054 WDR 5

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Stand: 09.03.2016, 14:11