Feuerwerk: Zuerst im Keller, dann auf dem Rhein

Feuerwerk: Zuerst im Keller, dann auf dem Rhein

Von Martin Winkelheide, Michael Lange

Bevor am 11. Juli 2015, um 23 Uhr 30, die Kölner Lichter Hunderttausende in ihren Bann ziehen, müssen die Feuerwerker jede Menge Vorbereitungen treffen. Jede Sekunde des Schauspiels ist geplant, nichts bleibt dem Zufall überlassen, und dennoch hält die Spannung bis zum Schluss. Die Leo 2 Go-Reporter dürfen bei den Vorbereitungen dabei sein.

Chef-Feuerwerker Georg Alef im Interview mit den beiden Leo-Reportern

Das Feuerwerk entsteht zuerst im Kopf von Chef-Feuerwerker Georg Alef. "Das ist reines Kopfkino", beschreibt er seine Methode. Zunächst wählt er die Musik aus und sucht dann nach entsprechenden Ideen für das Feuerwerk. Und wenn es am Samstagabend losgeht, ist das auch für ihn ein besonderer Moment.   

Das Feuerwerk entsteht zuerst im Kopf von Chef-Feuerwerker Georg Alef. "Das ist reines Kopfkino", beschreibt er seine Methode. Zunächst wählt er die Musik aus und sucht dann nach entsprechenden Ideen für das Feuerwerk. Und wenn es am Samstagabend losgeht, ist das auch für ihn ein besonderer Moment.   

Wenn es knallt, zischt und glitzert, dann macht das auch einem erfahrenen Pyrotechniker wie Georg Alef tierischen Spaß. Aber er weiß: Bevor es brenzlig wird, muss er schnell aus der Gefahrenzone heraus. Als Chef-Feuerwerker der Firma "Weco-Feuerwerk" in Eitorf bei Bonn war er schon mehrfach für die Kölner Lichter verantwortlich. Und jedes Jahr muss er sich etwas Neues einfallen lassen: Diesmal geht es um die Liebe.  

Hinter der Stahltür in dem kleinen, fensterlosen Raum im Keller der Firma "Weco" knallt es immer wieder. Diesmal will Georg Alef nachmessen, wie lang ein bestimmter Glitzereffekt andauert. Es müssen genau sechs Sekunden sein.

Immer wieder ausprobieren und nachmessen, das gehört zur Vorbereitung der Kölner Lichter. Aber manchmal lässt Georg Alef es auch einfach nur zum Spaß knallen.

Die Kölner Lichter 2015 entstehen zuerst im Notebook von Georg Alef: Die Musik und auch das Feuerwerk. Der Computer berechnet die Zündzeitpunkte so, dass jeder Effekt genau zur Musik passt. Hier ist zwar abzulesen, was wann wo passiert, aber wie das Feuerwerk am Kölner Nachthimmel aussehen wird, lässt sich daraus nicht schließen.

Eine Rakete nach der anderen steigt auf in den Himmel über Eitorf. Es knallt, zischt und riecht nach Schwarzpulver. Diese Routinetests dienen vor allem der Sicherheit. Die Mitarbeiter überprüfen die Steighöhe und die Funktion des Treibsatzes.

Auch ein Feuerwerk am Tag kann schöne Formen in den Himmel malen. Aber es bleibt farblos. Von den zahlreichen bunten Feuerwerkseffekten ist nichts zu sehen.

Im "Hafenbecken 4" in Köln Niehl haben 25 Mitarbeiter der Firma "Weco-Feuerwerk" aus Eitorf begonnen, zwei offene Rheinkähne für die Kölner Lichter vorzubereiten. Sie haben nur knapp drei Tage Zeit, bis alles fertig sein muss.

Auf Ortslisten ist genau festgelegt, wo jeder Feuerwerkskörper platziert wird. Chef-Designer Georg Alef (hinten links im schwarzen Hemd) muss höllisch aufpassen, um im Gewirr den Überblick zu behalten. Was aussieht wie abgeschnittene Glasfaserrohre sind die sogenannten Abschussmörser. Sie müssen mit Holzverstrebungen befestigt sein, damit sie nicht beim Abfeuern durchs Schiff rutschen.

Nicht alle Abschussmörser stehen senkrecht. Sie müssen richtig ausgerichtet sein, damit die Figuren und Effekte beim Feuerwerk genau zueinander passen.

Wenn die Abschussmörser richtig und stabil stehen, beginnen die Feuerwerker, sie mit speziellen Pulversäckchen zu beladen. Das Schwarzpulver darin treibt die Großfeuerwerksbomben je nach Kaliber in eine Höhe von 120 bis 160 Meter – das ist höher als der Kölner Dom.

Das Schwarzpulver bleibt in den Kunststoffhüllen, damit das Pulver nicht feucht wird. Beim Zünden zerreißen die Hüllen. Zuletzt müssend die Feuerwerker noch die Zündschnüre verlegen und die Zündanlage anschließen und testen. Die Zündung erfolgt dann über Funk. Wenn am Samstag um 23 Uhr 30 das Hauptfeuerwerk der Kölner Lichter beginnt, wird niemand mehr an Bord dieses Schiffes sein.

Redaktion:
Detlef Reepen

Stand: 10.07.2015, 16:05 Uhr