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Laubsauger - was ist noch erlaubt

Service Umwelt: Laubsauger und -bläser

Laubsauger - was ist noch erlaubt

Von Susanne Kuhlmann

Für viele sind Laubsauger der größte anzunehmende Unsinn. Tatsächlich sind sie für manche Grundstückbesitzer mit viel Bürgersteig und Räumpflicht durchaus hilfreich. Allerdings hat der Gesetzgeber der Nutzung inzwischen Grenzen gesetzt.

Streitpunkt Laubbläser und Laubsauger

Kaum geht die Zeit der dröhnenden Rasenmäher zu Ende, beginnt die der noch viel lauteren Laubbläser und Laubsauger. Wer darf wann damit Blätter beseitigen? Darüber streiten Nachbarn, und auch Mitarbeiter von Reinigungsdiensten werden manchmal beschimpft, wenn sie zu früher Stunde für freie Gehwege sorgen wollen.

Erlaubte Betriebszeiten

Erlaubt
Werktags: 9 bis 13 Uhr und 15 bis17 Uhr. Das Bundesimmissionsschutzgesetz legt fest, dass diese Geräte zu diesen Zeiten eingesetzt werden dürfen. Kommunen können allerdings Ausnahmen genehmigen, zum Beispiel für weniger laute Geräte. Das sind meistens akkubetriebene Laubbläser oder Laubsauger. Sie sind zwar deutlich leiser als die mit Benzinmotor, reißen am frühen Morgen aber trotzdem manche Anwohner aus dem Schlaf. Wer Konflikte vermeiden will, informiert Nachbarn am besten im Vorfeld. In Gewerbegebieten darf von 7 bis 20 Uhr Laub gesaugt und geblasen werden.

Verboten
20 bis 7 Uhr. Mitarbeiter von Reinigungsunternehmen, Kommunen und auch Privatleute dürfen Laub in Wohngebieten zu diesen Zeiten überhaupt nicht mit Laubbläsern und Laubsaugern beseitigen.
Am Wochenende ganztags.

Schallpegel über 100 Dezibel

Besonders leistungsstarke und somit extrem laute Geräte erreichen Schallpegel von 100 Dezibel und mehr. Dieser Lautstärke ist zum Beispiel auch jemand ausgesetzt, der in einer Disco einen Meter vom Lautsprecher entfernt steht. Manche Städte erteilen Sondergenehmigungen, die die erlaubten Einsatzzeiten erweitern. Andere tun das Gegenteil und schränken sie weiter ein.

Kein „Blauer Engel“ für Laubbläser und Laubsauger

Vergleichsweise lärmarm sind akkubetriebene Geräte. Sie kosten allerdings erheblich mehr als die mit Benzinmotor, machen zudem nach wenigen Stunden schlapp und müssen dann langwierig aufgeladen werden. Mit dem Blauen Engel werden sie trotzdem nicht ausgezeichnet, heißt es aus dem Bundesumweltministerium. Nicht nur Krachmacher, sondern auch strombetriebene Geräte sind von der Vergabe des Umweltzeichens ausgeschlossen, weil sie das Ökosystem am Boden schädigen. Insekten, kleine Bodenlebewesen, manchmal sogar Igel und ein Teil der Bodenkrume werden weggepustet oder angesaugt. Hinzu kommt, dass die Geräte Straßendreck, Mikroorganismen und Blütenpollen aufwirbeln – ein Problem für Allergiker.

Handarbeit für Hobbygärtner

Die meisten Städte, Kommunen und Reinigungsdienste werden wohl nicht mehr zum Laubharken mit dem Rechen zurückkehren. Besonders auf den inzwischen modern gewordenen Schotterflächen wäre das auch schwierig. Nutzer sollten aber die leiseren Geräte bevorzugen. Private Hausbesitzer und Hobbygärtner rechen und fegen Laub am besten zusammen und verteilen es als wertvollen Bodenverbesserer auf ihren Beeten und unter Sträuchern. Laub schützt Pflanzenwurzeln, bietet Igeln Unterschlupf, und es beherbergt Kleintiere, die im Winter für Vögel lebensnotwendige Nahrung darstellen.

Redaktion:
Detlef Reepen

Stand: 22.09.2015, 16:05