Anreicherung ist nicht riskant

Teller mit Garnelen, Riesengarnelen und Muscheln

Service Ernährung: Jod im Essen

Anreicherung ist nicht riskant

Von Sigrid Müller

Lange haben Menschen in Deutschland zu wenig Jod zu sich genommen. Seitdem Salz und viele Lebensmittel mit Jod angereichert werden, hat sich das gebessert. Ein Risiko, zuviel Jod zu essen, sehen Fachleute nicht.

Menschen, die zu wenig Jod zu sich nehmen, können ein dickes Geschwulst unter dem Kinn entwickeln. Bis vor 20 Jahren galt Deutschland noch als Jodmangelland. Heute bekommt kaum noch jemand einen Kropf, denn viele Lebensmittel sind inzwischen mit Jod angereichert. Doch Kritiker sind weiterhin skeptisch, sie lehnen den Zusatz in Lebensmitteln ab und halten ihn sogar für gesundheitsschädlich. Diese Bedenken sind nicht gerechtfertigt.

Jodiertes Salz

Vor rund 20 Jahren stand zum ersten Mal jodiertes Speisesalz in den Supermarktregalen. Zunächst waren die Verbraucher skeptisch, doch inzwischen nutzen es viele ganz selbstverständlich. Rund 80 Prozent aller Hausmänner und Hausfrauen würzen das Essen inzwischen mit Jodsalz und auch in vielen Bäckereien und Metzgereien ist das angereicherte Salz Standard. Jodsalz steckt außerdem in rund 30 Prozent aller industriell hergestellten Lebensmittel. Für die Befürworter dieser Vorsorgemaßnahmen eine Erfolgsgeschichte. Jod ist unter anderem notwendig, damit die Schilddrüse genügend Hormone bilden kann. Diese sind wichtig für die Knochen, das Gehirn und den Energiestoffwechsel. Fehlt dem Körper Jod auf Dauer, kommt es zu schweren gesundheitlichen Störungen.

Deutschland kein Jodmangelland mehr

Auch von der Weltgesundheitsorganisation WHO gibt es inzwischen gute Noten für den Versorgungsstatus der Menschen in Deutschland. Studien zeigen, dass sich die Jodaufnahme deutlich verbessert hat. Im Jahr 2004 hat die WHO Deutschland deshalb von der Liste der Jodmangelländer gestrichen. Ernährungsexperten und Mediziner halten es weiterhin für wichtig, Lebensmittel mit Jod anzureichern.

Jodhaltige Nahrungsmittel

Mit Jod kann sich der Körper nur über das Essen versorgen. Das Problem: Es gibt nur wenige Lebensmittel, die von Natur aus Jod enthalten. Dazu gehören tierische Produkte wie Eier, Milch, Fleisch, und vor allem Seefische und Meeresfrüchte. In Milch, Eiern und Fleisch hat sich in den letzten Jahren der Jodgehalt erhöht, weil es inzwischen auch angereichertes Tierfutter gibt.

Ist "Jodangst" berechtigt?

Die Jodprophylaxe über angereicherte Lebensmittel stößt nicht überall auf Zustimmung. Vor allem Menschen mit Schilddrüsenproblemen sind skeptisch, denn für manche von ihnen ist zu viel Jod nicht gesund. Kritiker raten Schilddrüsenpatienten deshalb von jodierten Lebensmitteln ab. Manche fordern sogar, die Jodierung von Lebensmitteln zu beenden.

Keine Gesundheitsgefahr durch jodierte Lebensmittel

Die meisten Mediziner und Ernährungsexperten halten eine "Jodangst" für unbegründet. Auch Menschen mit einer Schilddrüsenerkrankung können nach Einschätzung der Experten ohne Sorge jodierte Lebensmittel essen. Die Mengen, die über eine normale Ernährung aufgenommen werden, sind ihrer Meinung nach keinesfalls gesundheitsschädlich. Bei einer Lebensmittelgruppe aus der asiatischen Küche müssen Menschen mit Schilddrüsenproblemen allerdings tatsächlich vorsichtig sein, das sind Meeresalgen. Hier können die Jodmengen, je nach Algensorte, sehr hoch sein. Menschen mit Schilddrüsenproblemen sollten hier vorsichtig sein.

Risikogruppen für einen Jodmangel 

Menschen, die wenig oder gar keine tierischen Produkte essen, müssen darauf achten, genug Jod zu sich zu nehmen. Vegetariern und Veganern empfehlen Stoffwechselexperten deshalb, gegebenenfalls sogar auf Jodtabletten zurückzugreifen. Diese Empfehlung gilt auch für Schwangere und Frauen, die stillen. Sie haben einen deutlich erhöhten Jodbedarf, der allein über Lebensmittel nur schwer zu decken ist.

Redaktion:
Ruth Schulz

Stand: 09.05.2014, 16:05

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