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Wenn die Pumpe schwächelt

Illustration eines Herzens und eines EKGs

Service Gesundheit - Herzinsuffizienz

Wenn die Pumpe schwächelt

Von Thomas Samboll

Hinter einer Herzschwäche steckt immer ein anderes Leiden – etwa eine Durchblutungsstörung der Herzkranzgefäße. Auch Bluthochdruck, ein Herzinfarkt, defekte Herzklappen oder eine Herzmuskelentzündung können eine Herzschwäche auslösen.

Eine Herzschwäche entwickelt sich in der Regel schleichend. Zu ihren typischen Anzeichen gehören geringe Belastbarkeit, mühevolles Atmen beim Treppensteigen, zwei Kilogramm oder mehr Gewichtszunahme innerhalb weniger Tage, häufiges Husten in der Nacht und Wasser in den Beinen. Patienten mit Herzschwäche empfinden es auch als unangenehm, flach zu liegen. Wer diese Beschwerden hat, sollte unbedingt zum Hausarzt oder zu einem Herzspezialisten gehen und sich untersuchen lassen.

Wie läuft die Untersuchung ab?

Um eine Herzschwäche wirksam behandeln zu können, muss der Arzt zunächst verschiedene Untersuchungen durchführen. Dazu gehört vor allem die Kardiografie, also ein Herz-Ultraschall. Weitere Verfahren sind EKG, Belastungs-EKG und gegebenenfalls auch eine Herzkatheteruntersuchung, bei der Störungen der Herzkranzgefäße sichtbar gemacht werden können. Vom Ergebnis der Untersuchung hängt ab, was weiter geschieht.

Wie wird eine Herzschwäche behandelt?

Die Therapie zielt darauf ab, die eigentliche Ursache der Herzschwäche zu behandeln. Bewährte Medikamente sind Betablocker, ACE-Hemmer und Diuretika. Betablocker schützen das Herz vor Stresshormonen. ACE-Hemmer verhindern schädliche Umbauprozesse und steigern die Leistungsfähigkeit des Herzens. Und Diuretika fördern die Entwässerung des Körpers.

Mit Strom gegen Herzschwäche?

Patienten, bei denen die Erregungsleitung im Herzen gestört ist, wird manchmal ein Schrittmacher eingesetzt. Einige Patienten bekommen auch eine so genannte "Überlebens-Weste", also eine Art Defibrillator zum Umschnallen. Durch einen elektrischen Impuls wird das Herz wieder in den richtigen Rhythmus gebracht und der Patient vor dem plötzlichen Herztod bewahrt.
Im Rahmen einer europaweiten Studie untersuchen Fachleute derzeit ein neues Verfahren zur Behandlung der Herzschwäche. Dabei wird ein bestimmter Nerv im vegetativen Nervensystem mit Stromimpulsen angeregt. Dadurch soll es bei Patienten, denen anders nicht mehr geholfen werden kann, in bestimmten Fällen zu einer Entlastung des Herzens kommen.

Bewegen auch mit krankem Herz?

Einer Herzschwäche vorbeugen kann man mit allem, was dem Herzen gut tut, also vor Bluthochdruck, koronarer Herzerkrankung und Herzinfarkt schützt. Mediziner empfehlen: gesunde Ernährung, wenig Alkohol, keine Zigaretten und viel Bewegung. Aber auch Patienten, deren Herz bereits geschwächt ist, sollten sich nach Absprache mit dem Arzt bewegen. Dadurch lässt sich die Leistungsfähigkeit wieder erhöhen. Wer nur im Sessel hockt, riskiert eine Verschlechterung.

Redaktion:
Monika Kunze

Stand: 05.08.2014, 16:05

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