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Tierfilmer aus Leidenschaft

Tierfilmer aus Leidenschaft

Heinz Sielmann gehört neben Bernhard Grzimek zu den bekanntesten deutschen TV-Tierfreunden. Vor 50 Jahren lief seine Sendung "Expeditionen ins Tierreich" zum ersten Mal im Fernsehen.

Heinz Sielmann 1952 im Gewächshaus, Botanischer Garten, München

Heinz Sielmann (1917-2006) liebt Tiere schon als kleiner Junge. Der Wunsch Tierfilmer zu werden verfestigt sich mit seinem ersten eigenen Fotoapparat. Seinen ersten Film "Vögel über Haff und Wiesen" dreht der studierte Biologe als 21-Jähriger schon 1938.

Heinz Sielmann (1917-2006) liebt Tiere schon als kleiner Junge. Der Wunsch Tierfilmer zu werden verfestigt sich mit seinem ersten eigenen Fotoapparat. Seinen ersten Film "Vögel über Haff und Wiesen" dreht der studierte Biologe als 21-Jähriger schon 1938.

Am Ende des Krieges gerät er in britische Gefangenschaft. Nun hilft er als Naturfilmer bei der BBC aus. Zurück in Deutschland dreht er Tierfilme für Schulklinder und fürs Kino. Und er feiert frühe Erfolge. Seine Dokumentation "Herrscher des Urwalds" über Berggorillas, die er 1958 im Auftrag des belgischen Königs im Kongo dreht, wird in 27 Sprachen übersetzt.

Für "Die Hellstrom Chronik" (1971), einen amerikanischer Film, der tief in die Welt der Insekten eintaucht, steuert auch Sielmann einige Aufnahmen bei. 1972 erhält der Streifen einen Oscar in der Kategorie "Bester Dokumentarfilm".

Die Fernsehsendung "Expeditionen ins Tierreich" läuft noch heute im NDR. Die Idee dazu hatte Heinz Sielmann, der die Sendung mehr als zwanzig Jahre lang moderiert. Auch Amateurfilmern gibt er in seiner Sendung ein Forum.

Immer intensiver setzt sich der Dokumentarfilmer für den Tierschutz ein. In seinen Filmen macht er insbesondere auf gefährdete Arten und die Folgen der Umweltzerstörung aufmerksam – als Kameramann, Drehbuchautor, Produzent, Verhaltensforscher, Zoologe und Biologe.

Sielmanns Ehefrau Inge, gründet Anfang der 1990er Jahre die Heinz Sielmann Stiftung, die sich seither für Naturschutz einsetzt. Beispielsweise indem sie Naturschutzgebiete anlegt, etwa Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide in der Nähe von Berlin. Auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz leben heute rund 5.000 zum Tier- und Pflanzenarten, zum Beispiel Wisente.

Das mehr als 1.000 Hektar große Naturschutzgebiet in Brandenburg erwirbt die Heinz Sielmann Stiftung im Jahr 2001. Fünf Seen gehören zu der Groß Schauener Seenkette. Inzwischen leben dort viele vom Aussterben bedrohte Tierarten, darunter der Fischotter oder die Rohrdommel. Auch Nutrias sind dort Zuhause.

Auch der Mink (oder Amerikanischer Nerz) lebt in der Naturlandschaft Groß Schauener Seen. Es ist eines von vier Naturschutzgebieten, die die Stiftung unterhält.

Bundesfilmpreise, Bambi, Bundesverdienstkreuz – das sind nur einige von zahlreichen Auszeichnungen Sielmanns, der stolz zwei europäische Sumpfschildkröten präsentiert.

Tiere sind sein Leben und seine Leidenschaft. Im Juli 2002 tobt er mit Arktis-Jungwölfen herum – im Alter von 85 Jahren. Im Jahr 2006 starb der Tierfreund in München.

Stand: 17.04.2015, 14:00 Uhr