Live hören
Jetzt läuft: Brand new U von Uebertribe

Die Billig-Notebooks sind da

Ein aufgeklaptes Notebook steht auf verschiedenen Euro-Geldscheinen, die in einem Fächer angeordnet sind.

Service Computer - Microsoft bringt "Windows 8.1 mit Bing"

Die Billig-Notebooks sind da

Von Michael Stein

Es gibt eine neue Gerätekategorie: In den nächsten Wochen kommen immer mehr Billig-Notebooks für unter 300 Euro auf den Markt. Als Betriebssystem haben sie eine spezielle Version von Windows 8.1. Was taugen diese Geräte?

Kostenloses Betriebssystem

Die neue Windows-Version heißt "Windows 8.1 mit Bing". Es handelt sich dabei um ein vollwertiges Windows, bei dem der Internet Explorer als Internet-Browser vorinstalliert ist. Als Standard-Suchmaschine ist "Microsoft Bing" voreingestellt. Beides lässt sich aber im Handumdrehen ändern: Man kann jederzeit einen anderen Browser installieren und benutzen, auch die Standard-Suchmaschine kann zum Beispiel auf "Google" oder "DuckduckGo" umgestellt werden. Gerätehersteller bekommen diese Windows-Version allerdings entweder gratis oder zu einem sehr günstigen Preis: Microsoft will sowohl die Verbreitung von Windows 8.1 als auch von Bing ankurbeln.

Zusätzliche Test-Software

Auch das Büropaket "Office 365" gehört mit zum Standard-Lieferumfang des neuen Windows. Zwei Monate lang kann man es kostenlos ausprobieren – danach muss man zahlen. Ein weiterer Grund für Microsoft, das neue Windows kostenlos an Hersteller abzugeben, weil sich die Firma erhofft, mehr Abonnenten für ihren kostenpflichtigen Office-Dienst zu gewinnen.

Gute Ausstattung

Die Hersteller statten vor allem sehr günstige Notebooks mit dem neuen Windows 8.1 mit Bing aus. Die ersten Geräte, die in diesen Tagen auf den Markt kommen,  kosten nur etwa 270 Euro. Sie haben ein 15-Zoll-Display, 2 GB RAM und eine 500 GB Festplatte. Das sind technische Daten, bei denen ein Hardcore-Gamer zwar nur müde lächeln würde. Ein "normaler" Computernutzer kommt damit aber gut zurecht, denn so ziemlich alle gängigen Anwendungen laufen auf einem solchen Notebook. Auch günstige Desktop-PCs dürften mit dem neuen Windows ausgestattet werden.

Demnächst auch günstigere Tablets

Nicht erst Microsoft hat festgestellt, dass das Geschäft mit Notebooks und Desktop-Rechnern nicht mehr so gut läuft wie bisher. Der Grund: Mehr und mehr Menschen nutzen lieber ihr Tablet zum Surfen, für E-Mail oder zum Spielen. So sind Tablets allmählich dabei, den größeren Rechnern den Rang abzulaufen. Ein Grund mehr für Microsoft das neue Windows 8.1 mit Bing auch Herstellern von günstigen Tablets zur Verfügung zu stellen. So dürften in den nächsten Wochen reichlich preiswerte Tablet-Computer mit dem neuen Windows auf den Markt kommen.

Ans Gerät gebunden

Begriffe wie "kostenlos" oder "günstig" lassen natürlich schnell die Frage aufkommen, ob man auch als Nutzer an die neue Windows-Version gelangen kann. Das aber ist nicht geplant. Wer Windows 8.1 benutzen will, der kann entweder eine komplette Version kaufen (Update von älteren Versionen) oder kann von Windows 8 auf 8.1 updaten. Dieses Update ist allerdings tatsächlich kostenlos.

Neukauf lohnt sich, Wechsel nicht

Das neue Windows 8.1 mit Bing bringt ein wenig Bewegung in den Notebook-Markt und wird mittelfristig zu niedrigeren Notebook-Preisen führen. Die damit ausgestatteten Geräte erfüllen die Anforderungen der meisten Nutzer, die damit ein recht gut funktionierendes System bekommen. Ein Update von Windows 7 lohnt sich allerdings wohl nicht und auch die Anschaffung eines neuen Gerätes wegen der neuen Version wäre übertrieben. Wer aber ohnehin gerade eine Neuanschaffung plant, der sollte sich in dieser neuen Geräteklasse umsehen.

Redaktion:
Joachim Hecker

Stand: 13.08.2014, 16:05

Weitere Themen