Wie sich eingeschleppte Arten verbreiten

Kanadische Goldrute  - blühender Stängel

Die Pflanzen, die ich rief…

Wie sich eingeschleppte Arten verbreiten

Von Alexandra Hostert

Goldrute, Bärenklau, Robinie: Die Liste der Pflanzen, die der Mensch in neue Regionen eingeschleppt hat und die sich jetzt in der Natur unkontrolliert vermehren, ist lang. Wie lang, zeigt eine aktuelle Studie.

Der Mensch hat sie eingeschleppt - und jetzt wird er sie nicht mehr los: Insgesamt mehr als 13.000 Pflanzenarten wurden bisher weltweit aus ihren ursprünglichen Verbreitungsgebieten in andere Gegenden eingeschleppt. Das sind weltweit etwa so viele Pflanzen, wie es in Europa insgesamt gibt. So ist das Ergebnis einer internationalen Studie, an der Wissenschaftler aus Konstanz und Göttingen maßgeblich beteiligt waren.

In Nordamerika und Europa besonders betroffen

Kartierung invasiver Arten, August 2015

Zwischen nahezu allen Regionen der Erde gibt es einen Austausch der Pflanzenarten. In Nordamerika und Europa haben sich aber besonders viele eingewanderte Pflanzenarten in der Natur verbreitet. Gleichzeitig stammen auch besonders viele Pflanzenarten, die sich in anderen Gebieten ausbreiten, von diesen Kontinenten.

Wandel durch Handel

Riesenbärenklau, Pflanze, Herkulesstaude, Flussufer

Riesen-Bärenklau - giftig und er wird bis zu vier Meter groß.. Ursprünglich stammt der Riesen-Bärenklau aus dem Kaukasus.

Wie es genau zu dieser räumlichen Verteilung kommt, hat diese Studie nicht analysiert. Die Forscher gehen aber davon aus, dass es in Nordamerika und Europa besonders viele einschleppte Pflanzen gibt, weil dort seit langem viel Handel getrieben wird. Dabei haben die Menschen auch Pflanzen und ihre Samen transportiert. Manchmal passierte das unabsichtlich. Viele Pflanzen wurden aber auch bewusst für Landwirtschaft, Forstwirtschaft oder als Zierpflanzen eingeführt. Von diesen Arten haben sich immer wieder einige unkontrolliert in der Natur vermehrt.

Kein Ende in Sicht

Muschelblume (Pistia stratiotes), auch Wassersalat genannt / Palo Verde Nationalpark, Costa Rica

Muschelblume breitet sich auf der Erft aus. Es stammt aus dem Amazonas Gebiet.

"Ein Ende dieser Ausbreitung eingeschleppter Arten ist nicht abzusehen", sagt der Biologe Dr. Patrick Weigelt von der Universität Göttingen, der an der Studie beteiligt war. Durch die Ausbreitung des weltweiten Handels würden in Zukunft vermutlich weitere Arten verschleppt werden. Das sei auch deshalb bedenklich, weil sich dadurch global die Pflanzenwelt immer ähnlicher würde und die Artenvielfalt sinke.

EU- Verordnung soll Ausbreitung eindämmen

Druesiges Springkraut - am Ufer der Ahr

Drüsiges Springkraut - hübsch anzusehen aber betreibt unkontrollierten Wildwuchs.

In der EU soll in Zukunft eine neue Verordnung verhindern, dass sich immer mehr eingewanderte Pflanzen in der Natur ausbreiten.

Bestimmte besonders konkurrenzstarke Pflanzenarten sollen nicht mehr gehandelt werden dürfen, damit sie sich nicht mehr in der Natur verbreiten und andere Arten zurückdrängen. Welche Pflanzen das sein werden, wird aber gerade erst festgelegt.

Redaktion:
Monika Kunze

Stand: 20.08.2015, 16:05