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Die Kleine Anfrage - Restkoffein

Kaffee wird in eine Tasse eingegossen

Die Kleine Anfrage - Restkoffein

Von Angelika Rusche-Göllnitz

Schon Goethe war Kaffeetrinker. Er brachte den Chemiker Friedlieb Ferdinand Runge dazu, nach dem wirksamen Stoff in Kaffeebohnen zu suchen: Koffein. Längst gibt es entkoffeiniertem Kaffee. Was passiert danach mit dem Koffein?

Kaffee ist das Lieblingsgetränk der Deutschen. Schon Johann Wolfgang von Goethe war Kaffeetrinker. Er brachte den Chemiker Friedlieb Ferdinand Runge dazu, nach dem wirksamen Stoff in Kaffeebohnen zu suchen: Koffein. Heute können wir zwischen normalem Kaffee und entkoffeiniertem Kaffee wählen. Doch wie wird das Koffein aus dem Kaffee entfernt und was passiert danach mit dem Koffein? Kann es beispielsweise in Energy Drinks weiterverwendet werden?

Die Entkoffeinierung von Kaffee ist ein Vorgang, der sehr viele Stunden bis zu Tagen dauert. Er findet in drei Schritten statt: Dämpfen, Entkoffeinieren, Trocknen.

Bei den vier genutzten Methoden, Kaffee zu entkoffeinieren, unterscheidet sich im Wesentlichen das sogenannte Lösungs- oder Extraktionsmittel: überkritisches oder flüssiges Kohlenstoffdioxid, Dichlormethan, Ethylacetat oder wässriger Kaffee-Extrakt.

Durch das Dämpfen der Rohkaffeebohnen löst sich das Koffein aus dem Komplex, in dem es in den Bohnen gebunden ist. Außerdem öffnen sich die Poren, sodass das Lösungsmittel eindringen kann, welches das Koffein aus dem Kaffee löst. Das Lösungsmittel wird mit dem Koffein herausgespült und der Vorgang mehrmals wiederholt.

Entkoffeiniert ist nicht koffeinfrei

Komplett entfernt wird das Koffein dabei nicht: Entkoffeinierter Kaffee darf in Deutschland bis zu 0,1% Koffein enthalten und deshalb nicht koffeinfrei genannt werden. Unbehandelter Kaffee enthält zum Vergleich durchschnittlich 1,5% Koffein.

Nach dem Entkoffeinieren werden die Rohkaffeebohnen getrocknet und können anschließend geröstet werden.

Koffein aus Kaffee steckt auch in Energy Drinks

Das Koffein kann zum Beispiel mit Aktivkohlefiltern vom Lösungsmittel getrennt und weiterverwendet werden. Die Pharmaindustrie setzt es etwa in Kopfschmerztabletten ein, während die Limonadenindustrie Cola und Energy Drinks mit Koffein versetzt. Das natürliche Koffein aus Kaffee deckt jedoch den Bedarf nicht, so dass Koffein in großen Mengen auch künstlich hergestellt wird.

Entkoffeinierter Kaffee aus Bremen als Exportschlager

In Deutschland gibt es drei Firmen mit großen Anlagen zum Entkoffeinieren, die alle ihren Sitz in Bremen haben. Die Hauptabnehmer des Produktes sitzen im Ausland.

In Deutschland ist nur rund jede 20. Tasse Kaffee entkoffeiniert, das entspricht rund 22.500 Tonnen Kaffee im Jahr. Dafür exportiert Deutschland die siebenfache Menge davon und ist damit Exportweltmeister von entkoffeiniertem Kaffee.

Redaktion:
Martin Gent

Stand: 07.01.2016, 15:05