Sturm

Kommentar: Sturmfrei für die Schulen – eine gute Entscheidung

Stand: 17.02.2022, 13:10 Uhr

Wie ist es bei Ihnen in Sachen Sturm jetzt gerade? Hat vor allem in der Nacht und heute Morgen ganz gut gescheppert und geknatscht. Gut, dass die meisten Kinder warm und sicher zuhause sind – gestern hat das Schulministerium kurzfristig entschieden: Heute bleiben die Schulen in NRW geschlossen. Eine gute Entscheidung, findet Jörg Brunsmann in seinem Kommentar:

Von Jörg Brunsmann

Kommentar: Sturmfrei für die Schulen – eine gute Entscheidung

WDR 4 Zur Sache 17.02.2022 01:56 Min. Verfügbar bis 17.02.2023 WDR 4 Von Jörg Brunsmann


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Ich war gerade mal mit dem Hund eine Runde um den Block. Muss ja sein – aber Spaß macht das nicht. Da wird man ganz schön durchgeschüttelt. Und unsere übliche Strecke durchs kleine Wäldchen hab ich mir auch verkniffen. Es ist kein Spaß gerade mit dem Wetter – und deshalb genau richtig, dass die Schulen heute dichtgemacht wurden. Kurz vor Schulbeginn heute früh hatte Sturm Nummer 1 richtig Fahrt aufgenommen; jede Menge Kinder wären um diese Zeit unterwegs gewesen, unterwegs mit dem Rad oder Roller. Gut, dass genau das nicht passiert ist.

Ungewöhnlich finde ich dabei, wie schnell die Entscheidung im Schulministerium in Düsseldorf getroffen wurde. Erst gestern Mittag kam die Mail an die Schulleiterinnen und Schulleiter; gerade noch rechtzeitig, um die meisten noch in der Schule zu erreichen. Viel früher wäre aber auch gar nicht gegangen, denn erst gestern war die Wettervorhersage präzise genug, um zu sagen: Auch uns in Nordrhein-Westfalen wird der Sturm kräftig durchschütteln.

Ich fürchte, so etwas wird es künftig öfter geben. Was bei uns im Hochsommer die "Sechste Stunde hitzefrei" war, könnte für unsere Kinder und Enkel bald der "Unwetter-Tag" werden. Der Klimawandel führt schon jetzt dazu, dass wir häufiger Extremwetter haben, auf das wir uns einstellen müssen. Und weil in Sachen Wetter meist nur ein, maximal zwei Tage an Vorwarnzeit bleiben, muss es schnell gehen.

Das gilt übrigens nicht nur für die Schule, auch im Beruf und im Privaten müssen wir künftig flexibler sein. Die Zeit, als Wetter einfach nur da war, sind vorbei, jetzt müssen wir damit leben, dass Hitze, Sturm oder Starkregen unsere Pläne mal eben komplett über den Haufen werfen. Aber vielleicht nehmen wir genau das auch aus der Corona-Pandemie mit. Auch da muss es ja manchmal schnell gehen.

Und so haben unsere Kinder und Enkel sich auf den Online-Unterricht eingestellt, wir uns auf das Home-Office oder darauf, Freundschaften auch mal per Video-Telefonie zu pflegen. Was bleibt uns auch anderes übrig? Mit Wetter und Klima kann man eben nicht diskutieren.