Zugvögel

Kommentar: Winterchen, adé!

Stand: 15.03.2022, 13:10 Uhr

Ist Ihnen das auch aufgefallen, dieses lautstarke Tirilieren der Singvögel in den letzten Tagen? Der Frühling rückt an, am kommenden Sonntag ist er dann da, und das war’s dann mit dem Winter 2021/22. Und der war schon irgendwie komisch. Jedenfalls hat er sich im Rheinland und im Ruhrgebiet gar nicht so richtig bemerkbar gemacht. Ein kleiner Abschiedsgruß an einen sehr verhaltenen Winter im Kommentar von Ferdinand Quante.

Von Ferdinand Quante

Kommentar: Winterchen adé

WDR 4 Zur Sache 15.03.2022 01:39 Min. Verfügbar bis 15.03.2023 WDR 4 Von Ferdinand Quante


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Wofür hab ich eigentlich Winterreifen aufziehen lassen? Für nichts und wieder nichts. Rausgeschmissenes Geld. Wobei, wäre ich mit Sommerreifen weitergefahren, dann – das ist bei mir einfach so – hätte es den ganzen Januar hindurch volles Rohr geschneit.

Okay, also meine Schuld, dass wir keinen richtigen Winter hatten. Beim nächsten Mal lass ich die Sommerreifen drauf, und dann können die Kinder auch wieder Schneemänner bauen und Schlitten fahren und ordentlich trainieren, die nächsten olympischen Winterspiele kommen bestimmt. Ich meine, Deutschland ist Bobfahrernation, der Eiskanal unser Hoheitsgebiet, da darf’s einen warmen Winter eigentlich gar nicht geben.

Jetzt sagen natürlich alle: Klimawandel. Der war’s, der hat Eis und Schnee verhindert, mehr noch als ich per Reifenwechsel. Aber was heißt hier überhaupt verhindert? War doch gut, dass uns das Schleudern und Schlittern auf glatten Autobahnen und Straßen erspart geblieben ist. Ja, prächtige Winterlandschaften mit Eiszapfen und malerischem Schneegefunkel gab es zwar nicht, dafür aber auch keine Frostbeulen, keine Matschorgien, keine Stürze samt Knochenbrüchen auf rutschigen Wegen.

Von Öl- und Gasrechnungen nicht zu schweigen, die ja noch saftiger ausgefallen wären, wenn der Winter nur gewollt und als strenger Frostmeister zugeschlagen hätte. Hat er aber nicht. Mit Corona waren wir schon genug geschlagen, und das hat der Winter gesehen, das hat er verstanden und sich für uns ganz klein gemacht.

Ich sag dafür mal danke und adé. Tschüss, Winterchen.