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Kommentar: Im Verkehr läuft viel verkehrt

Nordrhein-Westfalen, Köln: Pendler steigen im Hauptbahnhof aus dem Regionalzug Rhein-Münsterland-Express RE 7 des Betreibers National Express.

Kommentar: Im Verkehr läuft viel verkehrt

Von Irene Geuer

Wir könnten es ja als gute Nachricht verkaufen: Im vergangenen Jahr gab es 3078 km weniger Stau in NRW. Aber trotzdem sind es immer noch fast 96.000 km, wenn wir alle Staus des Jahres 2018 zusammenrechnen. Und das liegt nicht nur an den vielen Baustellen, sondern auch an zu viel Auto auf der Straße. Weniger wäre mehr Lebensqualität, sagt Irene Geuer. Aber dafür muss vieles getan werden.

Kommentar: Im Verkehr läuft viel verkehrt

WDR 4 Zur Sache | 02.01.2019 | 01:51 Min.

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Wir stehen uns ja nicht nur auf der Autobahn die Reifen eckig, sondern auch in unseren Städten. Und eigentlich sind uns doch so viele Wege offen, daran etwas zu ändern. Was unsere Arbeit angeht, könnten wir es machen wie die Niederländer und das Recht auf Homeoffice im Gesetz verankern. In Deutschland ist Homeoffice zwar auch möglich, aber Verhandlungssache und nicht der Regelfall.

Warum nicht? Wenn mehr von uns einen Tag in der Woche zu Hause arbeiten, würden auch diejenigen, die es nicht können, wie Krankenschwestern oder Fabrikarbeiter, davon profitieren, weil eben weniger Autos auf der Straße sind und sich weniger Menschen in Busse und Bahnen drängeln.

Wir könnten es machen, wie die in Roetgen in der Eifel. Vom nächsten Fahrplanwechsel an wird dort das Busfahren viel preiswerter. 90 Cent weniger pro Fahrt hat die Gemeinde angekündigt. Und Roetgen gehört ganz bestimmt nicht zu denen, die im Geld schwimmen. Aber dieser Gemeinde ist es wichtig, dass mehr Menschen auf den Bus umsteigen. Davon könnten sich die größeren Städte echt mal eine Scheibe abschneiden.

In Düsseldorf, Köln oder Leverkusen kosten Bus und Bahnfahrten in diesem Jahr sogar mehr. Wenn ich mit meiner Familie mit dem ÖPNV in die Kölner Innenstadt und wieder zurückfahre, kostet das so viel, dass es gar nicht einzusehen ist, sich an die Haltestelle zu begeben. Wir könnten mit dem Geld nicht nur das Parkhaus bezahlen, sondern das Auto nachher noch waschen lassen.

Das motiviert überhaupt nicht zum Umsteigen, liebe Verkehrsbetriebe. Aber, da wir gerade bei Motivation sind: Es ist schon so, dass wir auch unseren inneren Schweinehund mal ein wenig mehr überwinden könnten. Zu Fuß gehen ist nicht nur gesund, sondern gibt auch Zeit zum Nachdenken. Frische Luft tut gut. Übrigens auch Kindern, die kommen gut gelüftet in Kita und Schule an, wenn sie mit Fahrrad oder Roller fahren.

Also kurzum: Es gibt für dieses Jahr genügend Ideen, die Staus auf unseren Straßen zu reduzieren. Auch zum Beispiel mit Radschnellwegen, wie sie gerade im Ruhrgebiet entstehen. Wir müssen es einfach nur in Angriff nehmen.

Stand: 02.01.2019, 13:10