Friedensdemo

Kommentar: Überall werden Zeichen gesetzt

Stand: 04.03.2022, 13:10 Uhr

Alle hier wollen es: Ein schnelles Ende des Krieges in der Ukraine. Und viele haben das Bedürfnis, zu helfen, zu spenden. Darüber haben wir heute Morgen schon gesprochen und zu den Möglichkeiten zu spenden, haben wir auch viele Informationen auch auf WDR.de. Und heute Abend im Ersten und in allen Dritten: Die große Sendung "Wir helfen" um 20.15 Uhr. Viele andere setzen derzeit auch Zeichen, sichtbar für die Menschen in der Ukraine und auch für die in Russland.

Von Irene Geuer

Kommentar: Überall werden Zeichen gesetzt

WDR 4 Zur Sache 04.03.2022 01:48 Min. Verfügbar bis 04.03.2023 WDR 4 Von Irene Geuer


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Ich hatte heute Morgen um viertel vor 9 Pippi in den Augen. "Give Peace a Chance" von John Lennon und Yoko Ono, so eindringlich und so eindeutig und so mit der Sehnsucht behaftet, dass doch endlich mal nichts passiert, was uns zutiefst bedroht. Viele Radiosender, auch wir hier auf WDR 4, haben den Song zur gleichen Zeit gespielt, als Zeichen der Solidarität. Aber es ist noch mehr. Musik verbindet. Und das hat was, wenn man weiß, dass Millionen Menschen gerade den selben Song hören und wahrscheinlich dasselbe denken: Schluss mit diesem Wahnsinn.

Darum gehen die Menschen auf die Straße, treffen sich in der realen Welt und schaffen Bilder. Die sehen die Menschen in der Ukraine, die sozialen Netzwerke übertragen sie. Und ich glaube, dass es tröstet, wenn man weiß: Die da draußen, die im Rest von Europa, sind bei uns. Und diese Bilder sehen auch die Menschen in Russland. Auch wenn es dort mit den sozialen Medien schwieriger wird. Aber die Bilder kommen an. Wie auch andere Aktionen: Es gibt derzeit eine Initiative, im Internet in die Kritikspalten der Restaurants in Russland, keine Bewertung der Speisen zu schreiben, sondern Nachrichten und Botschaften. Jeder Kanal kann genutzt werden, um zu sagen: Ein Krieg ist ein Verbrechen.

Und die russische Regierung will wissen, was in der Welt über sie gedacht wird und sieht es auch, wenn in vielen Ländern die Glocken läuten, wenn Landwirte ein Peace-Zeichen setzen. Sowas leuchtet bis Moskau. Und bei uns sorgen Friedenswanderungen oder Konzerte für Zusammenhalt.

Aber: Machen wir uns nichts vor, diese Aktionen sind nicht so bedeutend wie die Hilfen für die Ukraine, und sie können meiner Meinung nach auch die wirtschaftlichen Sanktionen nicht ersetzen. Leider braucht es diesen Druck, der auch die russische Bevölkerung trifft. Leider. Es wäre so schön, wenn man mit Liedern wie "Give Peace a Chance" Kriege beenden könnte. Aber das ist eine Illusion.