Live hören
Jetzt läuft: Kleiner Gnomenmarsch von Kölner Rundfunkorchester
Steigende Lebensmittelpreise

Kommentar: Steigende Lebensmittelpreise

Stand: 04.04.2022, 13:10 Uhr

Nicht nur das Tanken, auch das Einkaufen wird immer teurer. Viele Supermärkte und Discounter erhöhen von heute an noch einmal die Preise für Lebensmittel. Auch für Grundnahrungsmittel wie Brot, Butter, Wurst und Konserven müssen Kunden jetzt tiefer in die Tasche greifen.
Dazu der Kommentar von Katja Schwiglewski.

Von Katja Schwiglewski

Kommentar: Steigende Lebensmittelpreise

WDR 4 Zur Sache 04.04.2022 01:50 Min. Verfügbar bis 04.04.2023 WDR 4 Von Katja Schwiglewski


Download

Da bin ich mal gespannt, was mich gleich an der Supermarktkasse erwartet. Wir hatten Besuch am Wochenende, der Kühlschrank ist leer, ich muss dringend einkaufen. Auf meinem Zettel stehen Dinge, von denen ich schon weiß, dass sie teurer geworden sind, Butter zum Beispiel. Die brauche ich aber, und ich werde Butter kaufen, egal, was sie kostet. Bei anderen Produkten auf meiner Wunschliste will ich genauer hinschauen. Kann sein, dass ich mich dann spontan umentscheide, denn irgendwann ist Schluss mit lustig.

Bei Gemüse und Obst gibt es ja immer große Unterschiede. Unsere tägliche Vitaminration können wir uns teuer erkaufen oder preiswert beschaffen. Exotische Früchte und Treibhaus-Produkte kosten eine Menge, wegen des hohen Aufwands für Herstellung bzw. Transport. Klug ist, regional und saisonal einzukaufen. Nie war diese Faustregel so wertvoll wie heute. Die Krise zwingt uns, über den Wert von Lebensmitteln neu nachzudenken. Was brauche ich, um satt zu werden und meinem Körper das zu geben, was ihm gut tut? Aber auch: Wie einkaufen und kochen, damit nicht mehr so viel weggeschmissen wird?

Die größte Lebensmittelverschwendung findet in Privathaushalten statt, das ist leider die Wahrheit. Die Größenordnung liegt bei sieben Millionen Tonnen jährlich, eine unvorstellbare Masse. Manchmal passiert es mir auch, dass ich eine Gurke vergammeln lasse oder ein angebrochenes Glas im hintersten Kühlschrankeck vergesse und mit silbrig-blauen Puscheln unter dem Deckel wiederfinde. Das will ich künftig wirklich vermeiden, und zwar nicht nur, weil Lebensmittel zu teuer für die Tonne sind. Bewusstes Einkaufen macht immer Sinn. Die Politik muss sich derweil Gedanken machen über Hilfen für Menschen mit sehr schmalem Budget. Die Armen sind es, die jetzt den größten Druck verspüren.