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Kommentar: Schwimmen lernen

An allen Grundschulen einmal in der Woche Schwimmunterricht auf dem Stundenplan

Kommentar: Schwimmen lernen

Von Katja Schwiglewski

Die Landesregierung in Düsseldorf will, dass mehr Kinder und Jugendliche schwimmen lernen. Denn: Schwimmen zu können, ist unter Umständen lebenswichtig. Mit einem Aktionsplan soll jetzt sichergestellt werden, dass jedes Kind in NRW am Ende seiner Grundschulzeit ohne Angst ins Wasser springen, 100 Meter frei schwimmen und das Wasser wieder selbstständig verlassen kann.

Kommentar: Schwimmen lernen

WDR 4 Zur Sache 25.06.2019 01:51 Min. WDR 4

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Es geht hier nicht um kleine Leistungsschwimmer. Es geht darum, sich mit Selbstvertrauen und Spaß sicher im Wasser zu bewegen, zu lernen, dem eigenen Körper und dem Medium Wasser zu vertrauen.

Jeder Schwimmer weiß, dass es gar keiner großen Anstrengungen bedarf, um nicht unterzugehen. Ich kann mich einfach auf's Wasser legen. Das Wasser trägt mich. Ich bleibe oben, ohne viel zu tun. Kürzere Strecken in einem gemütlichen Tempo zu schwimmen, ist kinderleicht – wenn ich ruhig atme und weiß, wie ich Arme und Beine bewegen muss.

Die Angst vor dem Wasser kommt erst im Laufe des Lebens, mit schlechten Erfahrungen. Deshalb kann man nicht früh genug damit anfangen, Kinder in der Familie spielerisch ans Wasser zu gewöhnen. Und ihnen dann aber, wenn sie ins Grundschulalter kommen, zeigen, wie es richtig geht mit dem Schwimmen: Finger zusammenhalten zum Beispiel, damit die Hände zu kleinen Schaufeln werden und das Wasser wegdrücken können.

Ob ein Kind mit den Eltern, Großeltern oder Geschwistern schwimmen lernt oder im Seepferdchen-Kurs oder in der Grundschule, das ist völlig egal. Hauptsache, es lernt schwimmen! Bei Kindern aus Herkunftsländern, in denen Schwimmen aus geografischen oder kulturellen Gründen kein Thema ist, muss die Schule diese Verantwortung übernehmen.

Aber wohlgemerkt, wir reden hier nicht nur von Flüchtlingskindern. Ich weiß aus verbriefter Quelle, von Sportlehrern der fünften Klassen, dass viele Kinder quer durch die Bank heute nicht mehr richtig schwimmen können. Und dass viele größte Schwierigkeiten haben, selbst da, wo sie locker stehen können, einen Ring vom Beckenboden aufzuheben.

Mir tut es leid für die Kinder und Jugendlichen, die im Schwimmbad oder Badesee nur unkontrolliert herumzappeln können. Wenn ich ihre Mutter wäre, würde ich mir riesige Sorgen machen, dass ihnen etwas passiert. Dabei gibt es gerade bei Temperaturen wie im Moment doch nichts Schöneres, als sich nach der Schule mit Freunden im Wasser abzukühlen.

Stand: 25.06.2019, 13:25