Live hören
Jetzt läuft: If you leave me now von Chicago
10.00 - 14.00 Uhr WDR 4 Mein Wochenende
Dominik Freiberger im Porträt

Kommentar: Verreisen, nein Danke!

Hotelanlagen

Kommentar: Verreisen, nein Danke!

Von Irene Geuer

Nicht dass Sie glauben, ich sei ein Urlaubsmuffel oder Stubenhocker. Nein, ganz und gar nicht. Vor Jahren bin ich wirklich gerne verreist. Z.B. nach London. Da war ich eine halbe Stunde vorher am Flughafen, schnell eingecheckt, zack im Flieger, eine Stunde später in London. Ein Spaziergang könnte man sagen. Und im vergangenen Jahr bin ich auf die Kanaren geflogen.

Kommentar: Verreisen, nein Danke!

WDR 4 Zur Sache 05.03.2019 01:59 Min. WDR 4

Download

Drei Stunden vor Abflug am Flughafen wegen Sicherheitschecks, im Flieger eine Stunde Warten, weil der Luftraum überfüllt war, am Urlaubsort war das Hotel überbucht, wir wurden woanders untergebracht. Wenn wir dafür Entschädigung wollten, müssten wir an einem bestimmten Tag zu einer bestimmten Uhrzeit in der Lobby sein, um das auszuhandeln. Da stand ich dann wieder in einer Schlange. Auf dem Rückflug haben wir drei Stunden im Flieger gewartet wegen Stau am Himmel, um in ein Deutschland zurückzukommen, das mich an Kenia erinnerte.

Sonne pur. Das Wasser im Schwimmbad so warm wie im Indischen Ozean. Wir trafen unsere Freunde auf der Liegewiese. Auch die froh, wieder zu Hause zu sein. Nach einer Kreuzfahrt. Der Opa hatte einen Spaziergang in die Tiefen des Schiffes unternommen und festgestellt, welche Arbeitsverhältnisse da zum Teil herrschen. Das hat ihm den Appetit verdorben und er war wohl der einzige, der nicht mit mindestens fünf Kilo mehr an den Hüften wiederkam und sich die Urlaubsfreuden wieder mühevoll weghungern musste. Welche Torturen, um Selfies vor idyllischen Altstadtpanoramen zu machen. Richtig, sagen unsere Kinder, die seit Neustem gerne mal den ökologischen Fußabdruck ausrechnen, also den Umweltschaden durch Fliegen, Wasserverbrauch etc. Jaja, Reisen soll ökologischer werden, aber bleiben wir doch in der Realität.

Natürlich würde ich auch gerne mal auf eine Pyramide klettern oder über die chinesische Mauer wandern. Aber, da schieben sich die Massen vorwärts. Wenn wir fremde Kulturen besuchen, dann immer im Pulk, der Massen von Müll produziert und Millionen Liter Wasser verbraucht.

Also bleiben wir dieses Jahr zu Hause, pflanzen Palmen im Garten an und wenn uns die Sehnsucht nach Meer und Fremdsprache lockt, dann ist Holland nicht weit. Und wenn ich bedenke, wie viele Stunden ich mehr Urlaub habe, wenn ich nicht in Schlangen am Flughafen und sonstwo stehe, dann entspannt mich das ungemein. Und damit sollten Ferien doch eigentlich anfangen. Mit einem entspannten Gedanken.

Stand: 05.03.2019, 13:33