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Kommentar: Rauchverbot im Auto

Symbolfoto, Frau raucht im Auto

Kommentar: Rauchverbot im Auto

Von Irene Geuer

Der Mann, der heute für Schlagzeilen sorgt, heißt Dennis Maelzer. SPD Abgeordneter im NRW-Landtag. Er hat eine Initiative gestartet gegen das Rauchen im Auto, wenn Kinder oder Schwangere an Bord sind. Weil: Ca. 800.000 Kinder werden beim Autofahren zugequalmt, sagt das Deutsche Krebsforschungszentrum. Im Landtag hat sich bereits eine große Mehrheit Maelzers Vorhaben angeschlossen, das aber dann im Bundesrat tatsächlich beschlossen werden muss, da das ja ein länderübergreifendes Thema ist.

Kommentar: Rauchverbot im Auto

WDR 4 Zur Sache 21.03.2019 01:59 Min. WDR 4

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Früher, da war ja noch alles anders. Bei längeren Autofahrten wurde uns Kindern regelmäßig schlecht, weil die Eltern vorne rauchten. Das haben wir ertragen, das war einfach so, aber es war eigentlich furchtbar.

Wehe, man hatte das Beutelchen für den Fall vergessen, dass einem mehr als schlecht wurde. Es hat viele Jahre gedauert, bis die Diskussion ums Passivrauchen aufkam und erst seit gut zehn Jahren haben wir in NRW das Rauchverbot in Kneipen.

Aber spätestens seitdem muss doch klar sein, dass auch Rauchen im Auto, wenn Kinder oder auch andere Beifahrer dabei sind, überhaupt nicht geht. Also erlauben Sie mir die Frage: Wie bescheuert muss man eigentlich sein, Kindern das zuzumuten? Und meinen die Papis und Mamis tatsächlich, es hilft, das Fenster einen Spalt breit zu öffnen? Also ehrlich!

Wenn Politik das jetzt also gesetzlich regeln will, dann kann sie auch noch einen Gang höher schalten und das Rauchen grundsätzlich im Auto verbieten.

Ich weiß, das widerspricht dem Recht auf allgemeine Handlungsfreiheit. Aber ich will auf etwas anderes hinaus. Rauchen im Auto schädigt nicht nur durch den Qualm.

Ich kenne so viele Geschichten von Autounfällen, wo die heiße Asche im Spiel war. Abgefallen, zwischen den Beinen gelandet. Wenn‘s gut ging, war nur ein Loch im Polster. In Österreich hat mal eine Autofahrerin den noch glühenden Zigarettenstummel aus dem Fenster geworfen, er wurde aber wieder ins Fahrzeug geweht und landete in ihrem Ausschnitt. Ende der Geschichte: Zwei Schwerverletzte.

Also könnte man das Rauchen im Auto genauso verbieten, wie das Telefonieren mit dem Handy. Beides lenkt ab, beides braucht mindestens eine Hand und wenn beide Hände am Steuer sein sollten, dann ist klar: Rauchen im Auto stellt eine Gefahr für den Verkehr dar.

Viele tun es ja auch nicht mehr. Auch deshalb, weil man auf dem Gebrauchtwagenmarkt mit einem Raucherauto keinen guten Preis mehr erzielt. In neuen Autos findet man ja schon gar keinen Aschenbecher oder Zigarettenanzünder.

Und doch braucht es jetzt ein Gesetz und ein Verbot. Auch irgendwie bescheuert, dass das freiwillig nicht funktioniert.

Stand: 21.03.2019, 13:10