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Kommentar: Hey Petrus, mach warm!

Osterglocken im Schnee

Kommentar: Hey Petrus, mach warm!

Von Irene Geuer

Was für ein April, Schnee, sogar in Köln. Viele hatten heute eine Rutschpartie zur Arbeit, wenn sie denn hin mussten und nicht im Homeoffice sitzen können oder dürfen. Irene Geuer meint, man könnte durchaus das Wetter dafür verantwortlich machen, was politisch gerade läuft in diesen Pandemiezeiten.

Kommentar: Hey Petrus, mach warm!

WDR 4 Zur Sache 07.04.2021 01:43 Min. Verfügbar bis 07.04.2022 WDR 4 Von Irene Geuer


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Auf das Wetter ist ja kein Verlass mehr. Kann man meinen, wenn man sich noch mal die Fotos vom vergangenen April anschaut. Da saßen wir draußen, in T-Shirt und kurzer Hose. Mitten im ersten Lockdown. Keine Kontakte, kaum einer auf der Straße, alle völlig verunsichert, aber Sonnenschein. Danke, Wetter! Unser verlässlicher Beistand auch im vergangenen Sommer. Unser Helfer, die Infektionszahlen zu senken. Da ging es auch der Politik gut. Beschlüsse wurden gefasst und umgesetzt.

Und dann, als hätte Petrus gesagt, "Jetzt könnt ihr doch auch mal ohne mich", machte er sein Winterding. Und da wurde es auch Winter in der Politik. Das mit den Lockdowns funktionierte nicht mehr richtig. Die Kneipen boten Außengastronomie mit Heizpilz, aber von unten zog uns die Kälte in die Knochen. Weihnachten ohne Weihnachtsgeschäft, ohne frühlingshafte Temperaturen, wie es sie in früheren Jahren schon mal gab, da saßen wir dann mehr oder weniger allein vorm Festtagsbraten. Dito Ostern. Zwischendurch Öffnen, Schließen, Öffnen, Schließen. Das Wetter blieb winterlich, die Politik wurde unvorhersagbar.

Jetzt im April macht das Wetter, was es will. Und in der Politik herrscht immer mehr Orientierungslosigkeit. Ministerpräsident Laschet will eine Brücke bauen, um uns über die hohen Infektionszahlen hinwegzuhelfen. Aber keiner weiß, wo das andere Ufer ist. Das Wetter indes macht gerade mit Winterberg gemeinsame Sache. Die Skiliftbetreiber sind entzückt vom Neuschnee und holen nach, was die Lockdowns ihnen versagt haben. Prima. Und doch könnte Petrus sich mal wieder mehr auf das Wesentliche konzentrieren. Ohne ihn scheint Einigkeit in der Politik nicht machbar. Da kann sich die Kanzlerin den Mund fusselig reden, da können Virologen noch so viel Nachhilfe geben, es braucht himmlisches Geschick und ein Frühjahr wie 2020. Also, bitte Petrus: Mach warm.

Stand: 07.04.2021, 13:10