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Kommentar: Die neuen Opas sind da!

Großvater macht mit Enkeltochter Hausaufgaben

Kommentar: Die neuen Opas sind da!

Von Ferdinand Quante

Immer mehr Großväter kümmern sich um ihre Enkelkinder. Eine Studie hat das jetzt festgestellt, aber zu diesem Ergebnis kann man auch kommen, wenn man bloß die Augen offen hält. Denn immer häufiger sind sie zu sehen, die Opas, die ihre Kleinen zur Kita bringen, mit ihnen im Park spielen oder mit ihnen schwimmen gehen. Nur um was für Großväter handelt es sich da? Denn die Opas sind ja nicht alle gleich, weiß Ferdinand Quante ...

Kommentar: Die neuen Opas sind da!

WDR 4 Zur Sache 02.08.2019 02:14 Min. Verfügbar bis 31.07.2020 WDR 4

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Die Opas kommen zurück. Das ist ganz wunderbar. Auch wenn die Forschung noch nicht so genau weiß, was für Großväter das sind, die sich da jetzt vermehrt ums Enkelkind oder gleich mehrere kümmern. Dass sie allesamt wie der Almöhi mit vollem Einsatz dabei sind und ohne ihre Heidi nicht länger leben mögen – na, ich glaub’s ja nicht. Die Menschen sind unterschiedlich, und Opas auch.

Grob geschätzt gibt es mindestens fünf Typen. Recht bekannt ist seit einigen Jahren der Nachholopa. Seine eigenen Kinder hat er damals praktisch verpasst. Der Beruf war so zeitraubend, so anstrengend. Wenn er als Vater nach Hause kam, lagen die Kleinen schon im Bett, und hast du nicht gesehen, waren sie groß, aber jetzt, jetzt holt er alles nach, und wenn man ihn nur lässt, ist er fürs Enkelkind jederzeit frohen Herzens zur Stelle.

Im Gegensatz zum Pflichtopa. Der muss. Die Tochter arbeitet, der Schwiegersohn auch, und einer hat den kleinen Tim nun mal zur Kita zu bringen und wieder abzuholen. Der Pflichtopa macht es, ja sicher, wobei er in seinem Bastelkeller manchmal schon Besseres zu tun hätte und der Dienst am Enkelkind – na, laut darf er’s nicht sagen –, aber hin und wieder nervt dieser Dienst dann doch.

Was der Spagatopa durchaus nachempfinden kann. Er ist noch im Beruf, volles Programm, sein Enkelkind will er aber sehen, so oft wie eben möglich. Und meistens geht das ja auch, nur eben nicht immer, und manchmal, wenn er gerufen wird, um aufzupassen, ist das schon ein Spagat zwischen Jobpflicht und Opafreuden.

Aber die, diese Freuden, hat der Sehnsuchtsopa ja praktisch nie. Das Enkelkind ist weit weg. Wie konnte der Sohn nur nach Australien gehen! Da helfen die vielen geschickten WhatsApp-Fotos auch nicht recht. Das Enkelkind wächst heran, und er ist nicht mit dabei.

Bleibt noch der Traumopa. Falls irgendwer den Ehrgeiz hat, der neue Almöhi zu werden, kann er ja "Heidi" lesen oder besser noch über meinen Gartenzaun auf den Nachbarn schauen, auf diesen unermüdlich kinderlieben, alten Mann mit seinen Enkelkindern. Glauben Sie’s oder nicht, aber den Traumopa gibt’s wirklich.

Stand: 02.08.2019, 13:10