Kommentar: Landtag für Olympische Spiele in NRW

Rio de Janeiro: Eine Touristin lässt sich vor den Olympischen Ringen fotografieren. Von der Olympia-Bewerbung 2032 aus NRW sollen die Bürger profitieren: Mit einem Verkehrssystem der Zukunft, das Umwelt und Mensch entlastet

Kommentar: Landtag für Olympische Spiele in NRW

Von Katja Schwiglewski

Es ist noch ein langer Weg, bis 2032 vielleicht tatsächlich Olympische Spiele an Rhein und Ruhr stattfinden. Doch der Landtag in Düsseldorf hat schon einmal ein Zeichen gesetzt: CDU, FDP, SPD und Grüne unterstützen eine Olympia-Bewerbung von 14 Kommunen, die gemeinsam das große internationale Sportfest ausrichten wollen. Das könnte Antrieb sein, die Infrastrukturprobleme Nordrhein-Westfalens endlich anzugehen.

Kommentar: Landtag für Olympische Spiele in NRW

WDR 4 Zur Sache 15.11.2019 02:05 Min. Verfügbar bis 14.11.2020 WDR 4

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Spontan, aus dem Bauch heraus, sage ich: Es wäre super, wenn die Metropolregion Rhein/Ruhr Gastgeber der Olympischen Spiele 2032 werden würde. Solche Großevents machen Laune, und sie schweißen die Menschen zusammen. Denken Sie an die Fußball-Weltmeisterschaft im eigenen Land, den Weltjugendtag in Köln, den Evangelischen Kirchentag in Dortmund, an RUHR.2010, das Kulturhauptstadtjahr im Herzen Nordrhein-Westfalens.

Manchmal muss man auch ein bisschen verrückt sein, um besondere Erlebnisse und Eindrücke zu schaffen, an die sich die Menschen immer erinnern werden. Kann es etwas Abgefahreneres geben, als die A 40, eine der meistbefahrenen Autobahnen der Republik, zu sperren und 20.000 Tische darauf zu stellen, damit die Bürger daran Platz nehmen können? Oder mehr als 300 Bergbau-Standorte im Revier mit großen gelben Heliumballonen zu markieren, die weithin am Horizont sichtbar sind? Das Kulturhauptstadtjahr ist für mich ein gutes Beispiel dafür, wie ordentlich gefeiert, aber auch nachhaltig etwas für eine ganze Region getan werden kann, wenn nicht Bedenkenträger, sondern Visionäre zum Zug kommen.

Wobei man kein Fantast sein muss, um sich Olympische Spiele im Rheinland und Ruhrgebiet vorzustellen. Das Publikum ist da im bevölkerungsreichsten Bundesland, und die Hotels, Pensionen und Gaststätten freuen sich sicher über internationale Besucher. Die Sportstätten – ganz wichtig – sind im Wesentlichen bereits vorhanden. Aus dem Boden gestampfte Bauruinen braucht niemand zu befürchten. Und die Sportvereine an Rhein und Ruhr freuen sich sowieso. Sie versprechen sich Rückenwind durch Olympia.

Aber natürlich muss Geld in die Hand genommen werden für den Ausbau der Infrastruktur. Verkehrstechnisch ist NRW noch nicht olympiareif. Nur: Investitionen in Straßen, Brücken, Busse und Bahnen sind längst überfällig im Stauland NRW. Wenn die Ausrichtung der Olympischen Spiele dazu beiträgt, hier einen großen Schritt weiterzukommen, ist die Sache perfekt.

Stand: 15.11.2019, 13:10