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Olympia kann uns stark machen

Planungen für NRW-Olympia-Bewerbung 2032

Olympia kann uns stark machen

Von Irene Geuer

Unser Ministerpräsident Armin Laschet ist in Berlin, zusammen mit 14 Oberbürgermeistern aus NRW. Die Reise hat einen sportlichen Grund. Die Nordrhein-Westfalen wollen Mitgliedern des Bundestags-Sportausschusses Pläne vorstellen, wie die Olympischen und Paraolympischen Sommerspiele in NRW stattfinden könnten. Seit Jahrzehnten hat es in Deutschland keine Spiele mehr gegeben. Und neu ist jetzt, dass sich eine ganze Region bewerben kann. Na, dann mal los, sagt Irene Geuer in ihrem Kommentar.

Olympia kann uns stark machen

WDR 4 Zur Sache 21.10.2019 01:59 Min. Verfügbar bis 20.10.2020 WDR 4

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Da geht also Team NRW an den Start. Nicht mehr eine Stadt, sondern eine Region. Das finde ich schon mal sehr sympathisch. Zusammen was hinkriegen, in einer Region, die nicht den besten Ruf hat. Was nicht gerecht ist. An Rhein und Ruhr tut sich so viel. Und das kann durch ein solches Großprojekt nur noch mehr werden.

Das sehen nicht alle so. Die Unkenrufer halten die Bilder verwaister Stadien hoch, z.B. in Athen oder in Rio. Sie warnen vor Überinvestition und Umweltbelastungen. Wichtige Argumente, um es trotzdem zu tun.

Die Region Rhein-Ruhr hat nämlich den Vorteil, dass viele Spielstätten bereits vorhanden sind. Aachen kann Reiten, Duisburg kann Regatta, Basketball wird in Bonn gespielt. Die Anlagen müssten zum Teil aufgehübscht oder vergrößert werden, aber es bräuchte kaum einen Neubau. Und nach den Spielen würden die angestammten Sportveranstaltungen von den olympischen Renovierungen weiter profitieren.

Gucken wir doch mal in unsere olympische Vergangenheit. 1972 München. Noch heute freuen sich die Menschen dort über den Olympiapark, eine grüne Lunge der Stadt. Der ÖPNV, U-Bahn und S-Bahn wurde damals ausgebaut. Das könnte auch Rhein und Ruhr gut tun. Die Städte würden auf neuen Verkehrswegen mehr zusammenwachsen. Denn bei einer solchen Planung ist Kirchturmdenken ausgeschaltet. Das könnte nur zusammen funktionieren. Und noch mal München 1972: Damals wurde ein olympisches Dorf gebaut, das heute noch bewohnt ist.

Wie klasse wäre das: Der Wohnungsbau könnte voran kommen. Und wenn man frühzeitig anfängt, könnten die Investoren von den absolut niedrigen Zinsen profitieren. Alle Städte wissen, bauen ist derzeit günstiger denn je. Ich bin sicher, das wird auch noch eine ganze Zeit lang so oder so ähnlich bleiben.

Und um noch mal auf die Unkenrufer zu kommen. In Bayern war ja der Bewerbung für die Olympischen Winterspiele 2022 per Bürgerentscheid eine Absage erteilt worden. Unter anderem wegen der Sorge, die Natur könnte zu sehr durch Protz und Pomp in Mitleidenschaft gezogen werden. Daraus kann Rhein-Ruhr die richtigen Schlüsse ziehen. Nachhaltig, mit Bescheidenheit das nutzen, was die Region zu bieten hat. Das können wir schaffen. Versuchen wir es.

Stand: 21.10.2019, 13:10