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Kommentar: Öffnen um jeden Preis?

Öffnen um jeden Preis?

Kommentar: Öffnen um jeden Preis?

Von Stephan Karkowsky

Die Bundesregierung und die Länder beraten heute Nachmittag über ihr weiteres Vorgehen in der Corona-Krise. Erwartet wird eine Verlängerung des Lockdowns, aber auch konkrete Lockerungs-Pläne für die kommenden Wochen. Stephan Karkowsky findet: Das ist eine Aufgabe, um die man die Politik nicht beneiden kann.

Kommentar: Öffnen um jeden Preis?

WDR 4 Zur Sache 03.03.2021 01:30 Min. Verfügbar bis 03.03.2022 WDR 4 Von Stephan Karkowsky


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Manchmal wirken Talkshows noch lange nach, wie die von Anne Will letzten Sonntag. Vor allem ein Satz des Kollegen Ranga Yogeshwar. Der zerstörte alle Hoffnungen auf eine sorglose Zeit "danach". Corona werde eine Never-Ending-Story, sagte Yogeshwar, denn dieses Virus werde bleiben. Die Impfung könne es nicht aus der Welt schaffen.

Zuvor hatte die Vorsitzende des Europäischen Ethikrates was Ähnliches gesagt, nämlich: Es könne zu Mutationen kommen, vor denen auch die Impfungen nicht mehr schützen. Heißt das: Wir sollten uns an den Gedanken gewöhnen, dass wir dauerhaft mit dem Virus leben müssen? Mit diesem Virus und all den Mutanten, die aus ihm hervorgehen? Was hätte das für Konsequenzen für unser Leben?
Christian Drosten hat in seinem Podcast eines klargemacht: Wer heute Abend Lockerungen beschließe, müsse ganz neutral sagen, dass dann auch die Inzidenz wieder steige – also die Zahl neuer Coronafälle. "Ganz neutral", sagt Drosten. Er meint damit: Nicht als Drohung, denn das eine hängt unweigerlich vom anderen ab.

Wer das eine will, muss das andere können, sagt meine Mutter immer. Nichts bleibt ohne Folgen. Auch vorsichtige Öffnungen werden Menschenleben kosten. Das ist die nackte Wahrheit. Ich möchte nicht in der Haut derjenigen stecken, die heute darüber zu entscheiden haben.

Stand: 03.03.2021, 13:10