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WM Deutschland - Niederlande 1974

Kommentar: Die Niederlande – eine Liebeserklärung

Stand: 29.03.2022, 13:10 Uhr

Heute Abend in Amsterdam: Deutschland spielt testweise gegen die Niederlande. Diese Begegnung ist wohl so etwas wie ein Fußballklassiker, Stürmer Thomas Müller sprach von einem Derby. Wenn’s gegen einen direkten Nachbarn geht, kann man das behaupten. Aber die Niederlande sind ja nicht nur fußballerisch interessant und wichtig, denn wo, bitte schön, kann man so schnell und unkompliziert Erholung finden?

Von Ferdinand Quante

Kommentar: Die Niederlande – eine Liebeserklärung

WDR 4 Zur Sache 29.03.2022 01:55 Min. Verfügbar bis 29.03.2023 WDR 4 Von Ferdinand Quante


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In die Niederlande bin ich noch nie gefahren. Es ging immer nach Holland. Oft über Karneval, manchmal für ein paar Tage im Herbst. Im Sommer buche ich Italien, England oder Frankreich, was nicht heißt, dass Holland zweitklassig wäre. Italien ist vielleicht sonniger, Frankreich kulinarischer, aber erholsamer als Holland ist kein Land dieser Welt.

Dank einer schönen Laune der Natur ist es ja nun mal unser direkter Nachbar. Kaum sitzt du im Auto, bist du schon da, und die Erholung beginnt – für mich jedenfalls – weit vor Sandstrand und Meer, nämlich in den kleinen Städten und Dörfern, die so anders aussehen als bei uns, putziger, entspannter. Und ruhiger, meine ich, ist Holland auch.

Obwohl – Holland sagt man ja nicht mehr, der Name Holland ist out, seit zwei Jahren. Bis dahin hatte selbst das niederländische Amt für Tourismus nur von Holland gesprochen. Jetzt heißt es offiziell Niederlande.

Wobei Holland ja viel ferienhafter klingt, nach beschaulich sich drehenden Windmühlen, nach Tulpenfeldern und rot gepflasterten Wegen, nach schmackhaftem Kibbeling und diesem wunderbaren holländischen Schwarzbier.

Ja, doch, die Reihe der holländischen Wohltaten ist lang und noch viel länger. Die erste empfing ich übrigens vor dem Fernseher, 1974, als Hollands Nationalelf so nett war, das WM-Finale zu verlieren. Die Mannschaft um Käpt'n Johann Cruyff war eigentlich besser als die um Franz Beckenbauer, spielerisch und technisch stärker, aber wie man später hörte, hatten die Holländer den WM-Titel schon vor dem Spiel für sich verbucht. Hochmut rächt sich.

Und heute Abend geht’s wieder rund. Deutschland spielt in Amsterdam gegen – nein, stopp, nicht Holland, Niederlande heißt’s ja. Ich muss mich erst noch dran gewöhnen.