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Kommunalwahl NRW – Rückenwind für Laschet?

Kommunalwahl NRW – Rückenwind für Laschet?

Kommunalwahl NRW – Rückenwind für Laschet?

Von Katja Schwiglewski

Trotz leichter Verluste ist die CDU in Nordrhein-Westfalen mit Abstand die stärkste kommunale Kraft geblieben. Hat NRW-Ministerpräsident Laschet mit diesem Ergebnis Rückenwind für seine Bewerbung um den Parteivorsitz bekommen, hat er das Ticket von Düsseldorf nach Berlin quasi fast schon in der Tasche? Auch wenn Armin Laschet am gestrigen Sonntag gar nicht zur Wahl stand, es wird viel über seine Person gesprochen, auch mit Blick auf eine mögliche Kanzlerkandidatur. Dazu der Kommentar von Katja Schwiglewski.

Kommunalwahl NRW – Rückenwind für Laschet?

WDR 4 Zur Sache 14.09.2020 02:09 Min. Verfügbar bis 14.09.2021 WDR 4

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Eigentlich ergibt es wenig Sinn, auf der Basis von Kommunalwahlergebnissen landesweite Prozentrechnungen anzustellen und daraus Rückschlüsse für die "große Politik" zu ziehen. Bei Kommunalwahlen stehen regionale und lokale Themen im Vordergrund. Die Kandidaten und Kandidatinnen, die sich zur Wahl stellen, sind in der Regel keine Partei-Promis mit weitreichenden Ambitionen. Es sind meist engagierte Bürger aus dem jeweiligen Ort, die pragmatisch denken und handeln müssen. So kommt es auf der Ebene der Lokalpolitik auch immer wieder zu unorthodoxen Bündnissen, die im Land oder im Bund schwer vorstellbar wären. Und so kommt es auch immer wieder zu Überraschungssiegen, die scheinbar gegen den Trend laufen.

Ein Wahlsieg an der Basis ist vor allem eines: ein Verdienst der Basis. Trotzdem ist klar, dass mit so wichtigen Weichenstellungen vor der Brust jetzt viel hineininterpretiert wird in diese Wahl – immerhin ist NRW das bevölkerungsreichste Bundesland. Die CDU sucht einen neuen Parteivorsitzenden, und Deutschland braucht demnächst jemanden, der Kanzler kann. Für beides ist NRW-Ministerpräsident Laschet eine Option.

In einer durch Corona verunsicherten und gestressten Zeit ist weder die Wahlbeteiligung noch die CDU in NRW eingebrochen. Das kann sich Armin Laschet durchaus ein Stück weit auf die Fahnen schreiben, scheint mir. Er ist als moderater Krisenmanager in Erscheinung getreten, als väterlich-verständnisvoller Gegenspieler zu Markus Söder, dem Hardliner aus Bayern. Laschets "Weg von Maß und Mitte in der Pandemie", wie er es formuliert, bringt ihn, gepaart mit dem am Ende ungefährdeten CDU-Sieg bei der Kommunalwahl, in eine gute Ausgangsposition für den CDU-Parteitag.

Es würde mich sehr wundern, wenn ihm einer der anderen Kandidaten Anfang Dezember den Rang ablaufen würde. Friedrich Merz und Nobert Röttgen sind in einer anderen Rolle gefangen: Beide sehen sich offenbar gezwungen, an den CDU-Ergebnissen herumzumäkeln statt sich zu freuen. Sehen so Sieger aus? Armin Laschet hat gut lachen. Ich habe das Gefühl, die Machtfrage hat sich auf Samtpfoten entschieden.

Stand: 14.09.2020, 13:10