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Kardinal Woelki

Kommentar: Kirche und Fastenzeit

Stand: 02.03.2022, 13:10 Uhr

Heute hat sie begonnen, die Fastenzeit. Viele nutzen sie gegen zu viele Pfunde, verzichten auf Süßigkeiten und/oder Alkohol oder machen mehr Sport. Irene Geuer kam auf die Idee, mal anders zu fasten. Kein Verständnis mehr für diejenigen, die uns das Leben schwer machen. Gut für die Seele, sagt sie in ihrem Mittagskommentar auf WDR 4.

Von Irene Geuer

Kommentar: Kirche und Fastenzeit

WDR 4 Zur Sache 02.03.2022 01:42 Min. Verfügbar bis 02.03.2023 WDR 4 Von Irene Geuer


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Da lese ich bei Tagesschau online: "Kirchenkrise und kein Ende". Der Kölner Kardinal ist in sein Bistum zurückgekehrt. Der Mann, der total versagt hat in der Aufarbeitung von sexueller Gewalt gegen Kinder in der katholischen Kirche. Aber: Wer ist in der Krise? Die Gläubigen. So viele, die bei uns im WDR gesagt haben, wie schrecklich sie das finden, dass er wieder da ist. Woelki hatte wohl dem Papst einen Amtsverzicht angeboten, aber der will erst zu gegebener Zeit entscheiden, wie es heißt. Tausende Menschen leiden derweil mit und an diesem Gehabe. Machen wir doch einfach mal Schluss mit solchen falschen Mechanismen.

So viele sind in den vergangenen Monaten aus der katholischen Kirche ausgetreten. Wegen des Kardinals. Das ist im Grunde genommen idiotisch. Andersherum ist richtig. Tausende bleiben – einer geht.

Die Regeln in der katholischen Kirche sind eigene und andere als anderswo. Frauen oder Schwule kämpfen seit Jahrhunderten um Anerkennung und Gleichberechtigung. Der Zölibat ist eine Erfindung aus dem 12. Jahrhundert und erst seit gut 100 Jahren ein unumstößliches Gesetz, das mit Gott nichts zu tun hat. Auch deshalb treten viele Menschen aus, obwohl sich so manche schlecht dabei fühlen. Weil ihnen Gemeinschaft wichtig ist.

Weil ihnen Glauben und Beten in und mit einer Gemeinde wichtig ist. Aber vielleicht muss man es doch tun: Kirche verlassen, um eine neue Gemeinde zu finden. So viele Kirchenhäuser stehen leer, da kann etwas Neues entstehen. Eine moderne Gemeinde mit neuem Zusammenhalt. So eine Bewegung hat es schon einmal gegeben. Damals ging es um den Ablass – Cash und die Sünde ist gelöscht. Die Reichen konnten sündigen ohne Ende, solange sie zahlungsfähig waren. Damals entstand eine Gruppe, die sich dagegen auflehnte. Diese Protestanten haben etwas Neues gemacht. Also - Warum nicht!?