Live hören
Jetzt läuft: The miracle of love von Eurythmics
Gemüse im Supermarkt

Kommentar: Jetzt geht’s ans Eingemachte!

Stand: 01.04.2022, 13:10 Uhr

Wir merken es derzeit alle im Portemonnaie: Die Preise steigen. Schon wird über ein Tempolimit diskutiert und über andere Arten, Energie zu sparen. Autor Stephan Karkowsky sorgt sich aber vor allem um die steigenden Lebensmittelpreise: Der Handelsverband Deutschland rechnet mit zweistelligen Preissteigerungen bereits in diesem Monat.

Von Stephan Karkowsky

Kommentar: Jetzt geht’s ans Eingemachte!

WDR 4 Zur Sache 01.04.2022 01:52 Min. Verfügbar bis 01.04.2023 WDR 4 Von Stephan Karkowsky


Download

Kennen Sie noch den Spruch: "Jetzt geht’s ans Eingemachte"? Den Jüngeren muss man das, glaube ich, erklären: Früher hatte fast jede Familie im Keller ein kleines Lebensmittellager. Kartoffeln, Äpfel und Rüben und natürlich Regale mit Gläsern voller eingemachter Bohnen, Gurken, Pflaumen, Kirschen, Möhren, Sellerie und Marmelade. Vorräte für den Winter.

Ich bin ja ein Junge vom Land. Wir hatten sogar noch eine Räucherkammer. Da hingen dann Aale, Würste und Schinken, selbstgeschlachtet. Jeder Vorgarten war ein Gemüsebeet. Später erst sah man Rasen und Blumen. Das waren Zeichen von Wohlstand: Man hatte es nicht mehr nötig, sich selbst zu versorgen.

Es könnte gut sein, dass wir jetzt umdenken müssen. Denn: „Die Sanktionen gegen Russland kosten uns Wohlstand“. Sagt Bundeswirtschaftsminister Habeck. Und das ist kein Spruch. Die Inflation stieg im März auf 7,6 Prozent – die höchste Teuerungsrate seit der Ölkrise 1973. Tendenz: Steigend.

Nach Benzin, Heizöl und Gas verteuern sich nun auch die Lebensmittel. Aldi will ab Montag die Preise für Fleisch, Wurst und Butter zum Teil zweistellig anheben. Auch die anderen Handelsketten sagen: Billiger als heute wird es nicht.

Jeder von uns merkt das an der Kasse. Man ist ja schon froh, wenn man überhaupt noch Sonnenblumenöl kaufen kann. Was tun? Hamsterkäufe? Auf keinen Fall. Die verschlimmern die Lage nur. Energie sparen? Das hilft. Langfristig. Kurzfristig aber sollten wir mal drüber nachdenken, ob wir zu jeder Jahreszeit unbedingt jedes Obst und jedes Gemüse frisch essen müssen. Oder ob es nicht in unsicheren Zeiten wie diesen eine gute Idee wäre, in der Saison Vorräte anzulegen, wenn alles günstiger ist. Damit auch wirklich was im Keller steht, falls wir im Winter sagen müssen: Jetzt geht’s ans Eingemachte!