Kommentar: Hello und Goodbye

Angela Merkel mit Frank Walter Steinmeier, der ihr ihre Entlassungsurkunde ausgehändigt hat

Kommentar: Hello und Goodbye

Von Jörg Brunsmann

Jetzt also ist sie offiziell vorbei, die Amtszeit von Angela Merkel. 16 Jahre war sie Bundeskanzlerin, wird den Job jetzt nur noch so lange machen, bis die neue Bundesregierung steht. Mit ihr gehen und kommen viele andere Politikerinnen und Politiker. Wirtschaftsminister Altmaier und Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer zum Beispiel sind auch gar nicht mehr im neuen Bundestag vertreten. Ein großes Kommen und Gehen also, was da gerade einsetzt.

Kommentar: Ein Kommen und Gehen

WDR 4 Zur Sache 27.10.2021 01:45 Min. Verfügbar bis 27.10.2022 WDR 4 Von Jörg Brunsmann


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Fühlt sich gerade ein bisschen so an, wie das Jahresende. Das Alte ist vorbei, man weiß, es wird etwas Neues geben. Aber was da kommt – das ist noch nicht so wirklich absehbar. Am ehesten noch bei uns im Land. Auch wenn Armin Laschet sich aus NRW verabschiedet hat; CDU und FDP bilden ja weiter die Regierung, wenn auch mit anderen Leuten an der Spitze.

Was aber kommt nach 16 Jahren Angela Merkel? Es ist eine wirklich unglaublich große Leistung, ein Land so lange und so verlässlich zu führen. Aber es wird eben auch Zeit für Veränderung. Dass nicht einmal Union und SPD über die weitere Verlängerung der Großen Koalition diskutiert haben, zeigt ja: Da gehen zwei zwar friedlich, aber doch mit ziemlich großen Schritten auseinander.

Wird es besser sein, was da jetzt kommt? Hm, vielleicht ist das gerade die falsche Frage. Ob etwas besser ist, kann man ja eigentlich so richtig erst hinterher beantworten. Klar ist: Es wird anders sein. Und es gibt jetzt die Chance für Veränderungen, die wir schon früher gebraucht hätten. In manchen Dingen wirkt Deutschland eben doch, als hätte es die letzten fünf oder zehn Jahre geschlafen. Das mit der Digitalisierung zum Beispiel. Erst Corona hat uns den Tritt in den Hintern gegeben, um zu erkennen: Es ist doch nicht schlecht, wenn es überall, auch auf dem Land, auch an der letzten Milchkanne, schnelles Internet gibt.

Oder die Energiepolitik, wo wir mit den steigenden Preisen jetzt wieder so richtig merken, wie abhängig wir noch immer von anderen Ländern sind. Die FDP hat ja im Wahlkampf mit dem Spruch geworben: "Nie gab es mehr zu tun". Erinnert irgendwie an den alten Werbespruch des Mineralölkonzerns Esso. Er hieß: "Es gibt viel zu tun". Und wenn Sie – so wie ich – in den 1980er Jahren groß geworden sind, dann kennen Sie auch die Antwort, die auch jetzt hervorragend passt: "Packen wirs an"….

Stand: 27.10.2021, 13:10