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Thomas Gottschalk: Trennung nach über 40 Jahren

Thomas Gottschalk und Ehefrau Thea

Thomas Gottschalk: Trennung nach über 40 Jahren

Von Irene Geuer

Man mag es ja manchmal nicht recht glauben: Nach über 40 Jahren Ehe kommt dann doch das Aus. Die fette Schlagzeile heute: Gottschalk und seine Frau Thea gehen getrennte Wege. 1976 haben die beiden geheiratet und seither haben sie uns eine skandalfreie Ehe vorgelebt. Für viele waren sie ein Vorzeige-Ehepaar. Aber anscheinend gilt auch hier: Nichts hält ewig.

Gottschalk – Ehe ist anstrengend

WDR 4 Zur Sache 19.03.2019 01:50 Min. WDR 4

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Als in der Redaktion die Nachricht aufploppte: Ehe-Aus bei Gottschalks, da waren wir alle perplex: Was? Die? Ach nö! Gestern noch mit einer Freundin telefoniert, die auch ungläubig fragte: Darf es denn wahr sein? Aber das ist es wohl. Wir fanden sie toll, die Gottschalks, die trotz ihrer Prominenz, trotz arbeitsbedingter Trennungen, Familie in den USA, Thomas in Deutschland, doch ein gemeinsames Leben hinbekamen.

Klar, es gab auch Häme. In den sozialen Medien findet man Sprüche wie: "Bei Gottschalks brennt man wieder die Hütte", in Anspielung auf die Waldbrände in Malibu, die auch ihr Haus zerstört haben. Aber die meisten waren doch eher ratlos. Wie kann das sein?

Dabei passiert es auch abseits der Glamourwelt, dass sogenannte Alt-Ehen nicht zusammenhalten, bis dass der Tod sie scheidet. Es ist nicht mehr das verflixte siebte Jahr, das Ehen gefährlich werden kann. Immer häufiger sind es spätere Ereignisse: Die Kinder gehen aus dem Haus oder auch der Eintritt in die Rente. Plötzlich ist der Trott weg, der für Beständigkeit gesorgt hat. Und dann tauchen neue Wünsche auf, neue Lebensentwürfe, die nicht mehr unbedingt zusammenpassen. Da hat niemand Schuld und das ist auch nicht zu verurteilen. Das ist eben so.

Schlimm wird es, wenn die Scheidung in einen Krieg mündet, wenn sich die Eheleute finanziell ruinieren. Wenn sie ihren Frust ausleben und im Freundeskreis die schmutzige Wäsche waschen.

Das bringt nichts. Gottschalks haben erklärt, dass sie über ihre Trennung nicht weiter sprechen wollen. Gut so. Sie könnten uns wieder ein Vorzeigepaar werden, wenn sie ihren neuen Weg finden, ohne dabei durch eine Schlammschlacht zu waten. Und es gibt genügend Hilfen, Mediatoren, Eheberater, Psychologen, um das gut hinzubekommen. Ich weiß, viele Männer stehen da nicht so drauf. Aber es hat schon was, wenn 40 Jahre Ehe auch nach dem Aus ihren Wert behalten und man sich gerne an sie zurückerinnert.

Stand: 19.03.2019, 13:10