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Kommentar: Das Gold-Steak

Bayern-Spieler Franck Ribéry

Kommentar: Das Gold-Steak

Von Irene Geuer

Bayernspieler Franck Ribéry macht heute Schlagzeilen. Und zwar mit dem, was er in den Mund genommen hat. Das ist erstens ein vergoldetes Steak und das sind zweitens ganz unsägliche Schimpfwörter, die er den Steakkritikern in den sozialen Netzwerken geschrieben hat. Dafür soll es eine saftige Geldstrafe geben, sagt Bayern München.

Kommentar: Das Gold-Steak

WDR 4 Zur Sache 07.01.2019 01:49 Min. WDR 4

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Ich habe mein Geld schon für viel Blödsinn ausgegeben. Gut, ein vergoldetes Steak war nicht dabei, weil ich es mir nicht leisten kann. Und auch nicht will. Gold schmeckt nach nichts. Es passiert unseren Körper und wird mehr oder weniger vollständig wieder ausgeschieden. Das Edelmetall landet also in der Kloschüssel, verschwendet, denn wer entwickelt an einem solchen Ort der Erleichterung schon Goldgräbermentalität?

Aber wegen dieses Goldsteaks gleich bissig werden? Die Kommentare in den sozialen Netzwerken waren roh und blutig. Ist doch klar, dass so ein Ribéry das alles aufspießt und ordentlich Pfeffer draufgibt. Allerdings sind ihm dann selbst die Flammen aus dem Hals geschlagen. Die Abwehr völlig überzogen, mit Schimpfwörtern, die ich ganz bestimmt nicht in den Mund nehme. Auch nicht als Zitat.

Jetzt muss Ribéry eine gehörige Strafe zahlen. Geschieht ihm recht, meinen viele. Aber eigentlich müssten auch seine Kritiker die rote Karte bekommen. Die haben mit Beschimpfungen seiner Familie weit übers Ziel hinausgeschossen. Was soll das?

Ich habs ja schon gesagt: Ich gebe auch Geld für Blödsinn aus. Und Sie bestimmt auch. Wenn ich mich in meiner Wohnung umschaue, so viel Nippes, es ginge auch ohne. Für Festtage im Feinkostladen einkaufen, muss auch nicht sein. Wir tun es aber. Und so ein Ribéry eben auch. Auf seine Weise, mit mehr Geld, als wir haben.

Lasst dem Jung doch den Spaß, sagen entspannte Rheinländer zu dieser goldigen Angelegenheit und gehen zur Tagesordnung über. Die sozialen Netzwerke sind eben auch Plattformen für Angeberei. Ständig posten Promis Bilder auf ihrer Yacht, in ihrem Porsche oder vor idyllischer Kulisse in irgendeinem Schickimicki-Ort.

Wer dabei schlechte Gefühle bekommt, sollte das nicht anklicken. Oder er sollte sich auch die andere Seite von Promis anschauen. Ribéry und seine Frau haben 2017 für Schulen in Syrien 150.000 Euro gespendet. Viele andere Promis, die sich gerne mit Glitzer zeigen, tun ähnliches. Also, bitte keinen Neid, der macht nur hässlich.

Stand: 07.01.2019, 13:10