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WDR 4 Mein Dorf: Sprockhövel

Dampf-Bahn-Club Sprockhövel

WDR 4 Mein Dorf: Sprockhövel

Von Daniel Chur

In dieser Woche geht’s ins südliche Ruhrgebiet an der Grenze zum Bergischen Land. Zwischen Dortmund und Wuppertal liegt ziemlich grün eingebettet: Sprockhövel. Sprockhövel ist mit rund 25.000 Einwohnern eigentlich eine Stadt und gehört zum Ennepe-Ruhr-Kreis. Mit mehreren kleinen Stadtteilen, die allesamt sehr beschaulich sind, hat Sprockhövel aber eher Dorfcharakter.

Wenn man von der A43 kommt, muss man sich entscheiden: "Runter" nach Niedersprockhövel oder "Rauf" nach Hasslinghausen? Das sind die beiden größten Ortsteile Sprockhövels. Ein Wahrzeichen Niedersprockhövels ist die alte Zwiebelturmkirche von 1785. In Hasslinghausen ist die denkmalgeschützte Destillerie und Kornbrennerei Heinrich Habbel eine Sehenswürdigkeit. Seit 1878 wird dort "Hochprozentiges" hergestellt – aktuell über hundert Sorten Liköre, Obstbrände, Gin oder Whisky.

Die "Wiege des Bergbaus"

Die ganz große industrielle Tradition in Sprockhövel ist aber der Bergbau. Zwar sind auch hier schon lange keine Zechen mehr in Betrieb. Zu Hochzeiten des Bergbaus war hier aber schon reichlich was los unter Tage. An vielen Stellen in Sprockhövel finden sich Zechendenkmäler, zum Beispiel das frühere Gebäude der Zeche Alte Haase in Niedersprockhövel oder mehrere Wanderwege mit bergbauhistorischen Stationen.

Ein ganz besonderes Relikt aus der Bergbauzeit ist aber der Erbstollen "Stock und Scherenberg" ganz in der Nähe der A43-Ausfahrt Sprockhövel. Hier können Besucher einige hundert Meter in einen alten, mehrere Zentimeter unter Wasser stehenden Stollen gehen und die Arbeit der Bergleute aus der Ursprungszeit erleben – der Zeit der "Wiege des Bergbaus". Der Stollen ist von 1746 und sieht praktisch auch noch genauso aus. Kein Licht, keine Verweilorte – in Gummistiefeln und mit Geleucht wird man von Führern des Vereins, der den Stollen betreibt, in die Tiefen des Bergs geführt.

Wandern, Radeln und Erleben

Sprockhövel ist ein Paradies für Wanderer und Radfahrer. Durch Wälder und über Wiesen und Felder lässt sich stundenlang Natur pur erleben. Oft ist aber Kondition gefragt, denn in Sprockhövel  geht’s meistens ziemlich bergig zu – immerhin liegt man hier an der Pforte zum Bergischen Land.

Etwas entspannter lässt es sich Radeln durch Sprockhövel. Zwei alte Bahntrassen mit wenig Steigung führen durchs Grün. Am Rande kann man zum Beispiel im Alten Bahnhof in Niedersprockhövel oder im Ess-Bahnhof in Schee für Kaffee, Kuchen oder sonstige Köstlichkeiten Station machen. Und noch ein toller Punkt zum Anhalten ist der Dampf-Bahn-Club Sprockhövel: Dort kann man auf Miniatur-Eisenbahnen – in der Regeln von Dampfloks gezogen – über eine 600 Meter lange Strecke fahren. Einmal im Monat ist zwischen April und Oktober dort "Dampftag".

Sprockhövel

WDR 4 Mein Dorf 15.11.2021 13:19 Min. Verfügbar bis 19.11.2022 WDR 4 Von Daniel Chur


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