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Christoph Bardenheuer in der Mikrobrauerei vom Heinenhof

WDR 4 Mein Dorf: Sinnersdorf

Stand: 14.02.2022, 00:00 Uhr

Was der Dom für Köln ist, sind die "Stelzenhäuser" für Pulheim-Sinnersdorf. Die sechseckigen Häuser mit den umlaufenden Fensterfronten erinnern ein bisschen an kleine Fernsehtürme, Ufos oder Pilze.

Von Petra Krüll

Architekt Heinrich Niemeyer hat sie Ende der 1960er Jahre "Typ Kristall" getauft. Einer von zehn Bewohnern ist Andreas Wessels. Der Ex-Bundesliga-Torhüter vom VfL Bochum und Fortuna Köln hat uns Einblicke in sein Zuhause gewährt.

Das musikalische Zuhause von Christoph Hintermüller ist die Pfarrkirche St. Hubertus. "Von Dallas aufs Dorf" könnte man die Geschichte des 28-jährigen vielgereisten Organisten überschreiben. Vor einem Jahr hat er seine Kirchenmusikerstelle im katholischen Kirchengemeindeverband angetreten. Immerhin zwölf Jobs hatte er zur Auswahl. Kein Wunder, wenn man vorher Hauptorganist in einer Kirche in Dallas war … Die Entscheidung fiel aber ganz bewusst auf Sinnersdorf, weil Christoph Hintermüller dort viel bewegen kann. Er leitet zwei Chöre, organisiert Konzerte und spielt auch schon mal Filmmusik in der Messe. Außerdem kümmert er sich mit tatkräftiger Unterstützung der Sinnersdorfer um Gelder für die Restaurierung der Orgel.

Schräg gegenüber der Kirche, liegt in einer Kurve die Gaststätte "En d’r Kurv". Die Alteingesessenen sagen aber immer noch "Haus Faßbender". Die Kneipe mit Restaurant gehört in vierter Generation der Familie Faßbender und hat die "100" gerade überschritten. In den vergangenen Jahrzehnten haben viele Sinnersdorfer dort Hochzeiten, Taufen, Geburtstagsfeiern und Beerdigungskaffees erlebt. Und die eine oder andere Ehefrau saß auf "heißen Kohlen", weil ihr Göttergatte nicht pünktlich zum Sonntagsbraten erschien.

"Kölnisches Knupp" und weibliche Dreigestirne

Für einen bewussten Bierkonsum und das Ausprobieren besonderer Biersorten steht Christoph Bardenheuer. Der Hobbybrauer ist Biersommelier und IHK-zertifizierter Bierbotschafter. In seiner Mikrobrauerei auf dem Heinenhof braut er bis zu 14 Biere pro Jahr. Die haben originelle Namen wie "Schäselong" oder "Süffige Sünde". Neben dem Gerstensaft liefert Christoph Bardenheuer auch tolle Geschichten. Zum Beispiel die vom "Kölnischen Knupp", das nur außerhalb der Kölner Stadtmauern getrunken werden durfte, weil zu viel Konsum damals zu Kloppereien führte.

Eitel "Sunnesching" herrscht dagegen bei den Sinnersdorfer Karnevalisten. Seit 1969 pflegen sie eine Besonderheit, die in der Region noch bis vor drei Jahren ihresgleichen suchte. Denn im organisierten Sinnersdorfer Karneval sind Frauen immer schon gerne gesehen. 2006 wurde sogar das erste weibliche Dreigestirn proklamiert. Danach folgte nur noch eins – aber was nicht ist, kann ja noch werden. Alaaf!

Sinnersdorf

WDR 4 Mein Dorf 14.02.2022 11:51 Min. Verfügbar bis 21.02.2023 WDR 4 Von Petra Krüll


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