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Karl-Heinz Herpens in der Sternwarte

WDR 4 Mein Dorf: Rheindahlen

Stand: 09.03.2022, 15:37 Uhr

Rheindahlen ist flächenmäßig der größte Ortsteil von Mönchengladbach. Viele Bauern hatten hier damals viel Land. Das haben sie vor hundert Jahren an Mönchengladbach verkauft und damit Rheindahlen vor der Pleite gerettet. Das hat allerdings auch dazu geführt, dass die Stadt ihre Selbständigkeit verlor und von Mönchengladbach eingemeindet wurde. Weil die Rheindahlener gerne feiern, startet dieses Jahr an Fronleichnam ein mehrtägiges Fest zu diesem besonderen "Stadtjubiläum".

Von Petra Krüll

In Rheindahlen kann man seinen Horizont erweitern, und das im wahrsten Wortsinn. Auf dem Wasserwerksgelände steht nämlich eine Sternwarte. Ketzerische Stimmen sagen, es handle sich bei dem runden, nicht einmal fünf Meter hohen, Backsteinbau mit Kuppel um ein "Pferdeklo". Die Mitglieder des Astronomischen Arbeitskreises und auch die Rheindahlener selbst freuen sich über ihre Sternwarte, die bald noch ein kleines Museum bekommt.

Eine echte Liebesgeschichte verbindet die Rheindahlener mit ihrer Schriefersmühle. Die Getreidemühle aus dem Jahr 1747 ging nach dem 1. Weltkrieg außer Betrieb und brannte nach dem 2. Weltkrieg vollständig aus. Somit blieben auch keine Mahlwerkzeuge erhalten. Ein Förderverein erkannte aber das Potenzial der denkmal-geschützen Mühle und restaurierte sie von 2011 bis 2019. Jetzt können dort Veranstaltungen stattfinden, von Konzerten über Lesungen bis zu Hochzeiten.


Eine Stadt in der Stadt: Das ehemalige "
Joint Head Quarter" der Briten

Weit über die Ortsgrenzen hinaus bekannt ist das riesige Gelände des gemeinsamen Hauptquartiers der britischen Streitkräfte, das "Joint Head Quarter" (JHQ). Mitte der 1950er Jahre wurde die "Stadt in der Stadt" in Betrieb genommen: mit dem größten Verwaltungsgebäude Europas mit fast 2.000 Räumen, fast tausend Baracken für Ausrüstung und Fahrzeuge, Kirchen und einem Krankenhaus, aber auch mit vielen Annehmlichkeiten für die Freizeitgestaltung. Dazu gehörten ein Kino und ein Schwimmbad, Turnhallen und jede Menge Sportfelder für Tennis, Fußball, Rugby, Hockey und Cricket. Seit dem Abzug der Briten Ende 2013 verfielen Gebäude und Gelände immer mehr. Planungen sehen eine Renaturierung und Aufforstung vor. Gleichzeitig werden dann tolle Rad- und Wanderwege entstehen.

Der "FC Rotstift" und die "Freie Universität Günhoven"


"Der Rheindahlener diskutiert über alles und jeden" – diese besondere Eigenart können die Mitglieder des "FC Rotstift" nur bestätigen. Vor über 40 Jahren entstand aus einer Lehrer-Sport-AG dieser kuriose Freitagsstammtisch, der sich mehr und mehr zu einem "Debattierclub" entwickelte. Später ging daraus sogar die "Freie Universität Günhoven" hervor. Mit Doktorhüten sind die Mitglieder damals zur Gründungsfeier in der Dorfschenke erschienen. In der Präambel heißt es: "Die Freie Universität Günhoven bietet Spielern und Lokalgästen eine Plattform, sich in humoriger Weise mit spiel- und weltbewegenden Fragen auseinander setzen zu können." Fußball wird immer noch gespielt. Darüber hinaus unternehmen die Mitglieder regelmäßige Jahresfahrten und unterstützen die "Paramount Boarding School" in Nepal. Durch Spenden ermöglichen sie dort Mädchen eine Schul- oder Berufsausbildung.

Mein Dorf: Rheindahlen

WDR 4 Mein Dorf 14.03.2022 11:55 Min. Verfügbar bis 21.03.2023 WDR 4 Von Petra Krüll


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Kontakt zum Astronomischen Arbeitskreis:
Telefon: 02161-573113
info@astro-mg.de

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